Der weltweite Leistungsbedarf von Rechenzentren steigt 2026 voraussichtlich von 122,9 auf 161 Gigawatt. Das entspricht laut Zahlen von Trendforce einem Wachstum von rund 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch 2027 soll die Zunahme angesichts steigender Investitionen der Cloud Service Provider und wachsender Serverauslieferungen bei mehr als 30 Prozent liegen.
Wesentlicher Wachstumstreiber sind gemäss Trendforce KI-Server. Diese waren 2025 für knapp ein Viertel des Leistungsbedarfs von Rechenzentren verantwortlich. 2026 soll ihr Anteil auf 33,4 Prozent und 2027 auf mehr als 40 Prozent steigen. Der Anteil herkömmlicher Server dürfte dagegen bis 2027 auf 25,6 Prozent zurückgehen.
Neben der IT-Ausstattung wächst auch der Leistungsbedarf für Kühlung und Stromversorgung. Zwar würden effizientere elektrische und mechanische Systeme die zusätzliche Last reduzieren, das rasche Wachstum der installierten IT-Infrastruktur überkompensiere diese Fortschritte jedoch. Gleichzeitig halte der Ausbau der Stromnetze nicht mit dem steigenden Bedarf Schritt. Während die verfügbare Netzkapazität das Wachstum bis 2025 noch abdecken konnte, sollen Angebot und Nachfrage ab 2026 zunehmend auseinanderdriften. Ab 2028 erwartet Trendforce eine deutliche Verschärfung. Ob dies weltweit gilt oder nur für einzelne Märkte, darüber macht Trendforce keine Angaben.
Bis 2030 könnte der weltweite Leistungsbedarf von Rechenzentren auf 490,7 Gigawatt steigen. Dem stünde nach Berechnungen von Trendforce eine über die Stromnetze verfügbare Kapazität von lediglich 222,6 Gigawatt gegenüber, womit sich rechnerisch eine Lücke von rund 268 Gigawatt ergäbe. Diese entspricht allerdings nicht zwingend einem tatsächlichen Stromdefizit, da beispielsweise direkt vor Ort erzeugter Strom in der Berechnung der verfügbaren Netzkapazität nicht berücksichtigt wird.
In den USA, wo das Gros der Rechenzentren entstehen, dürfte der Grossteil der bis 2028 geplanten Projekte laut Trendforce noch wie vorgesehen ans Stromnetz angeschlossen werden. Danach rechnet das Marktforschungsunternehmen jedoch vermehrt mit Verzögerungen bei der Bereitstellung von Netzkapazitäten. Bis 2030 könnte die Lücke zwischen dem Leistungsbedarf der US-Rechenzentren und der verfügbaren Netzkapazität auf mehr als 170 Gigawatt anwachsen.
(mw)