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Web, Cloud und Security zusammen denken
Quelle: FFHS

Web, Cloud und Security zusammen denken

Der MAS Web for Business der Fernfachhochschule Schweiz deckt ein breites Spektrum von Software und Web Engineering über Cloud bis Cybersecurity ab. Entsprechend breit ist die Zielgruppe.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2026/09



Webentwicklung, Cloud und IT-Security lassen sich heute kaum mehr isoliert voneinander betrachten. Gleichzeitig sorgt Künstliche Intelligenz dafür, dass sich die Arbeit von Entwicklern und Security-Spezialisten grundlegend verändert. In diesem dynamischen Umfeld bewegt sich der MAS Web for Business der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS). Neu ist die Weiterbildung dabei keineswegs: Bereits 2013 wurde der modular aufgebaute MAS konzipiert. Was sich seither laufend verändert, sind hingegen die Technologien und damit auch die Inhalte des Studiengangs.


Besonders deutlich zeigt sich dies derzeit beim Thema KI. «Was ich beobachte ist, dass der Einsatz von KI-Modellen in allen Bereichen der IT zu starken Veränderungen des Berufsbildes geführt hat», erklärt Markus Geuss (Bild), Studiengangsleiter MAS Data Science und MAS Web for Business an der FFHS. Sowohl angehende IT-Security-Spezialisten als auch Software- und Webentwickler würden sich heute fragen, wie ihre Arbeit in fünf Jahren aussehen und welche Fähigkeiten dann gefragt sein werden. Die FFHS reagiert darauf unter anderem mit den beiden neuen CAS AI Engineering und AI-assisted Software Engineering. Und die Entwicklung soll weitergehen: Bis zum Herbstsemester 2027 will die Hochschule ihre Angebote in Cyber- und IT-Security, Web Engineering und Softwareentwicklung weiterentwickeln und dabei KI als integralen Bestandteil der Weiterbildungen berücksichtigen.

Individuelles Profil statt starrem Programm

Der MAS Web for Business richtet sich denn auch nicht an ein einziges Berufsprofil. In der Vergangenheit waren laut Geuss viele Teilnehmende Web­entwickler – sowohl Quereinsteiger als auch erfahrene Informatiker –, die ihr Wissen verbreitern und beispielsweise um Data Science oder Cloud Computing ergänzen wollten. Künftig sollen verstärkt auch erfahrene Softwareentwickler und angehende Cybersecurity-Spezialisten angesprochen werden. Aufgefangen wird diese breite Zielgruppe durch den modularen Aufbau des MAS. Schwerpunkte können in Web Engineering, IT- und Cybersecurity sowie Softwareentwicklung gesetzt werden. Darüber hinaus lässt das sogenannte Flex-Modell auch die Integration eines fachfremden CAS zu, beispielsweise aus den Bereichen Leadership oder Change Management.

Bei der Auswahl der passenden Module unterstützt die FFHS die Studierenden individuell. «Ich frage immer danach, wo meine Studierenden mit ihrer Weiterbildung hinmöchten und wo sie sich zukünftig sehen», erklärt Markus Geuss. Dabei werde in der Beratung auch darauf geachtet, dass die fachlichen Voraussetzungen für die jeweiligen CAS vorhanden sind.


Inhaltlich liegen die Schwerpunkte des MAS auf der Entwicklung moderner, sicherer und intelligenter Software- und Weblösungen. «Im Zentrum stehen Software und Web Engineering, Cybersecurity und Forensics, Cloud-Technologien sowie AI Engineering», so Geuss. Gleichzeitig sollen technische Fachkräfte lernen, ihre Arbeit im wirtschaftlichen Kontext zu betrachten. Er höre in Gesprächen mit Vertretern der Schweizer Wirtschaft zunehmend, dass Entwickler nicht nur gute Software produzieren, sondern deren Einsatz auch im Zusammenhang mit Geschäftsprozessen, Kundenbedürfnissen und dem konkreten Nutzen für das Unternehmen verstehen sollen, so der Studienleiter. Gefragt seien damit zunehmend Personen, die zwischen Technik und Betriebswirtschaft vermitteln können.

Wie unterschiedlich ein persönliches Profil innerhalb des MAS aussehen kann, zeigen zwei CAS exemplarisch: IT Security und Advanced Cloud Computing.

Security – technisch und organisatorisch

Das CAS IT Security richte sich an Interessierte, die den Einstieg in die IT-Security suchen, dabei aber nicht nur die technische Seite kennenlernen, sondern auch verstehen möchten, wie Cybersecurity in Unternehmen gemanagt wird. Das CAS verbindet dabei Informationssicherheitsmanagement mit technischen Grundlagen und praktischen Anwendungen. Behandelt werden Risikoanalysen, Sicherheitskonzepte und Security Frameworks ebenso wie Netzwerk-, System- und Web-Sicherheit. Dazu kommen praktische Übungen im Hacking Lab. Gedacht ist das CAS für all jene Personen, die IT-Security ganzheitlich verstehen möchten, wobei keine vertiefte Informatikausbildung vorausgesetzt wird.


Dabei geht es bewusst nicht nur darum, Angriffe technisch zu verhindern. «IT-Security lässt sich heute kaum noch in einzelne Bereiche trennen», erklärt Geuss. «Unternehmen müssen Sicherheit organisatorisch denken, gleichzeitig aber auch verstehen, wie moderne Anwendungen, Cloud-Infrastrukturen und konkrete Angriffe funktionieren.» Deshalb kombiniere die FFHS klassische Informationssicherheit mit aktuellen technischen Themen und der Frage, wie auf Sicherheitsvorfälle reagiert werden muss. Nach Abschluss sollen die Teilnehmenden Sicherheitsrisiken systematisch beurteilen, Schutzmassnahmen und Sicherheitskonzepte entwickeln und technische Sicherheitsfragen fundiert einordnen können.

Cloud für Fortgeschrittene

Während beim CAS IT Security der Einstieg auch ohne vertiefte Informatikausbildung möglich ist, richtet sich das CAS Advanced Cloud Computing explizit an Personen mit Erfahrung. «Wir beginnen nicht bei den Grundlagen», stellt Markus Geuss klar. Die grosse Mehrheit der Teilnehmenden arbeite bereits seit mehreren Jahren als Cloud Engineer. Im Zentrum des CAS stehen moderne Cloud-native Architekturen und deren praktische Umsetzung. Behandelt werden unter anderem Microservices, Container, Serverless Computing, Autoscaling und CI/CD sowie Cloud Security, Automatisierung und Governance. Vieles davon wird in praktischen Labs insbesondere auf AWS umgesetzt.

Vorausgesetzt werden grundlegende Kenntnisse im Cloud Computing und im Umgang mit Windows- oder Linux-Servern sowie elementare Programmier- beziehungsweise Scripting-Kenntnisse. Darauf aufbauend entwerfen und implementieren die Studierenden selbst verteilte und skalierbare Cloud-native Architekturen und automatisieren deren Bereitstellung und Betrieb.


Gleichzeitig biete das CAS viel Raum für eine individuelle Vertiefung, so Geuss. Die Teilnehmenden können sich beispielsweise mit Machine Learning und der Implementierung von LLMs, IoT, Security oder DevOps auseinandersetzen. «Gerade im Cloud Computing sind die Anwendungsfelder sehr breit und entwickeln sich schnell weiter», begründet Markus Geuss diese Offenheit. Nach einer gemeinsamen Basis zu Cloud-Architekturen und -Technologien bearbeiten die Studierenden eigene Fallstudien und Vertiefungsthemen, deren Erkenntnisse wiederum mit der Gruppe geteilt werden.

Praxis aus der Wirtschaft

Der Praxisbezug beschränkt sich nicht auf die beiden CAS. Wesentlich sei auch die Zusammensetzung des Lehrkörpers. Die Mehrheit der Dozierenden kommt laut Geuss aus der Wirtschaft und bringt entsprechende Berufserfahrung in die Weiterbildung ein. Zusätzlich arbeitet die FFHS derzeit daran, Austauschforen für Alumni ihrer CAS-, DAS- und MAS-Programme aufzubauen. Damit soll der fachliche Austausch auch nach Abschluss der Weiterbildung über Unternehmensgrenzen hinweg weitergehen.

Organisatorisch folgen die CAS dem Bologna-System und umfassen jeweils 10 ECTS beziehungsweise rund 300 Arbeitsstunden. Ein DAS umfasst in der Regel 30 ECTS und der komplette MAS 60 ECTS. Für Quereinsteiger, die ein zusätzliches Passerelle-CAS wie Web Fundamentals benötigen, kann das DAS 40 ECTS umfassen, wobei die zusätzlichen Punkte an den MAS angerechnet werden. Der komplette MAS inklusive Master-Thesis dauert regulär drei Jahre. Der Unterricht findet mit wenigen Ausnahmen an einem Samstag pro Monat in Zürich und gelegentlich in Bern statt. Das Blended-Learning-Modell der FFHS sieht vor, dass 80 Prozent des Studiums zeitlich und örtlich flexibel absolviert werden können. Die übrigen 20 Prozent finden als Unterricht vor Ort oder online statt. Nach Erfahrung der FFHS lässt sich ein CAS mit 10 ECTS auch mit einer Vollzeitstelle vereinbaren.


Für die reguläre Zulassung wird ein Bachelor- oder Masterabschluss, ein eidgenössisches Diplom, ein eidgenössischer Fachausweis oder ein HF-Diplom vorausgesetzt. Für einzelne CAS können zusätzliche fachliche Anforderungen gelten. Wer keinen tertiären Bildungsabschluss, dafür aber einschlägige mehrjährige Berufserfahrung mitbringt, kann eine Zulassung sur dossier beantragen.

Gefragt sind Kombinationen

Die modulare Ausrichtung des MAS dürfte nicht zuletzt angesichts der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt interessant sein. «Speziell hier in der Schweiz sehen wir derzeit eine starke Nachfrage nach Fachkräften, die Softwareentwicklung, Cloud und Security nicht isoliert beherrschen, sondern miteinander verbinden können», berichtet Markus Geuss. Gefragt seien etwa KI-gestützte Web- und Softwareentwicklung, Cloud-native Architekturen, Automatisierung und Dev­Ops sowie Cybersecurity, zunehmend ergänzt durch AI Engineering.


Entsprechend unterschiedlich fallen die möglichen Karrierewege aus. Je nach Vertiefung arbeiten Absolventinnen und Absolventen etwa als Software oder Cloud Engineer, DevOps Engineer, Security Specialist, Solution Architect oder IT-Consultant. Andere entwickeln sich stärker in Richtung Schnittstellen- und Führungsfunktionen und übernehmen Aufgaben als Technical Project Lead, Product Owner oder Verantwortliche für IT- und Security-Themen. Die Nachfrage nach Absolventen des MAS bezeichnet Geuss als nach wie vor hoch – insbesondere bei Personen, die sich mit der Weiterbildung ein zweites berufliches Standbein schaffen. «Deshalb kommen auch viele unserer Studierenden bereits mit einer klaren Karriereperspektive, um sich weiterzubilden», so Markus Geuss.

Die FFHS

Die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) ist an fünf Standorten präsent: Zürich (Bild), Brig, Bern, Basel und St. Gallen. Die Hochschule gliedert sich in drei Departemente und zählt rund 3200 Studierende. Im Departement Informatik lehren aktuell rund 150 Dozierende. Das Studienangebot der FFHS im Bereich Informatik ist breit gefächert und reicht vom Bachelor of Science in Informatik, Cybersecurity, Wirtschaftsinformatik und neu auch Visual Computing and Game Engineering bis hin zum Master of Science in Wirtschaftsinformatik. Ergänzt wird das Angebot durch diverse MAS-Programme wie Data Science, Web4Business oder Business & IT-Consulting sowie eine Vielzahl spezialisierter CAS-Lehrgänge, etwa in den Bereichen AI Engineering, AI-assisted Software Engineering und vielen mehr.


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