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Pixel 11 Pro XL: Viel Smartphone, wenig Neues
Quelle: Google

Neues Google-Smartphone im Test

Pixel 11 Pro XL: Viel Smartphone, wenig Neues

Das Google Pixel 11 Pro XL überzeugt mit starker Kamera, zahlreichen KI-Funktionen und gewohnt hoher Qualität. Gegenüber dem Vorgänger bleiben die Fortschritte allerdings überschaubar – und ausgerechnet das vermeintliche Highlight enttäuscht.
21. August 2026



Bei Googles Smartphones ist es nicht anders als beim Gros der übrigen Premium-Modelle: Bei einer neuen Generation muss man die Unterschiede zum Vorgänger inzwischen oft mit der Lupe suchen. Das ist auch beim Google Pixel 11 Pro XL so. Während das Einstiegsmodell der diesjährigen Familie, das Google Pixel 11, zumindest mit einer deutlich dezenteren Kameraleiste aufwarten kann, gleicht das Pixel 11 Pro XL dem Pixel 10 Pro XL wie ein Ei dem anderen – vor allem wenn man es wie wir in derselben Farbe vor sich liegen hat. Rückseite, Verarbeitung, Display mit Punchhole-Kamera, mächtiger Kamerabalken auf der Rückseite – alles schon gesehen. Erst beim genaueren Hinsehen bemerken wir, dass der Rahmen seitlich und oben nicht mehr glänzend poliert ist, sondern matt. Und die Kameraleiste besteht nun vollständig aus Glas und kommt neu mit einer LED, die Google HiLight nennt. HiLight ist eines der neuen Features, die Google dem Pixel 11 Pro XL verpasst hat. In der aktuellen Iteration enttäuscht die LED aber eher. Denn im Wesentlichen kann die LED auf der Rückseite derzeit kaum mehr, als bei umgedrehtem Telefon in einer von fünf vordefinierten Farben zu leuchten, wenn jemand anruft, und mittels hübschem Farbverlauf anzeigen, wenn man mit der integrierten Gemini-KI plaudert. Google wird hier wohl noch weitere Funktionen nachliefern, doch was mit LEDs bei umgedrehtem Telefon alles möglich ist, hat Nothing mit seinen Glyphen eindeutig besser vorgemacht.

Wenig Neues unter der Haube

Einige Neuerungen finden sich unter der Haube, etwa der neue Tensor-G6-Chip, der schneller und effizienter als sein Vorgänger arbeitet, ohne dass sich daraus im normalen Alltag ein spürbarer Leistungssprung ergibt. Bei der Einstiegsversion mit 256 GB wurde dagegen beim Arbeitsspeicher abgespeckt: Sie kommt nur noch mit 12 statt wie beim Vorgänger mit 16 GB RAM – die Speicherkrise lässt grüssen. Das Display beim Pixel 11 Pro XL ist zudem bis zu 3600 Nits hell (bislang waren es bis zu 3000 Nits), doch auch das sieht man von blossem Auge kaum – hell und qualitativ hervorragend sind sie beide. Auch der M3-Security-Chip und die Kratzfestigkeit des Displays sollen verbessert worden sein – beides konnten respektive wollten wir allerdings nicht auf die Probe stellen. Das 5-fach-Teleobjektiv schafft nun bis zu 120-fachen digitalen Zoom (anstatt 100-fach beim Vorgänger). Auch die Ladegeschwindigkeit wurde verbessert. Nach 30 Minuten soll der Akku zu 75 Prozent gefüllt sein, während laut Google 15 Minuten Laden für 15 Stunden Nutzung reichen sollen. Kabellos sind nun bis zu 25 Watt möglich. Dass das Pixel 11 Pro XL ziemlich flink lädt, können wir bestätigen. Die Aufzählung zeigt: Wirklich packende neue Features fehlen zumindest hardwareseitig.

Neue Tricks für die Kamera

Seitens Software – insbesondere was die Kamera angeht – schaut es derweil etwas besser aus. Hier finden wir zwei neue Funktionen, die zumindest eine Erwähnung wert sind. Da wäre zum einen Magic Capture. Magic Capture zeichnet eine Szene als Video auf und lässt die KI gleichzeitig geeignete Momente erkennen und daraus automatisch Fotos erstellen. Das Ganze ist prädestiniert für Aufnahmen von Kindern oder Tieren, aber auch für Sportszenen und andere dynamische Situationen und funktioniert ziemlich gut. Im Test generiert Magic Capture aus einem fünfsekündigen Video eines Kindes auf Knopfdruck drei Schnappschüsse, die wir manuell wohl kaum so erwischt hätten. Gleichzeitig merkt man, dass das Telefon arbeiten muss, wird doch die Rückseite merklich warm. Die zweite Neuerung sind anpassbare Kamera-Looks, um die grundsätzlich eher kühl gehaltene Stimmung der Pixel-Kameras bereits vor dem Abdrücken anzupassen. Ergänzend zum Standard-Look gibt es drei weitere Presets: Natural, Shadow und Vanilla, die sich als Standard festlegen lassen. So richtig begeistern vermag uns die Funktion aber nicht, vor allem, weil sie etwas umständlich zu erreichen und letztlich eher für ambitioniertere Fotografen ist. Apple mit seinen Kamerastilen oder auch Nothing mit seinen Kamera-Presets haben dies deutlich komfortabler und für Laien attraktiver aufbereitet.


Zu erwähnen sind auch noch Instant Night Sight sowie der 120-fache Pro Zoom. Instant Night Sight sorgt dafür, dass man die Kamera bei schlechten Lichtverhältnissen nur noch einen Moment stillhalten muss, um ein gut ausgeleuchtetes Foto zu erhalten, was hervorragend funktioniert und eine gelungene Verbesserung ist. Der Pro Zoom mit Faktor 120 setzt unter anderem auf generative KI, um bei maximaler Vergrösserung fehlende Details zu rekonstruieren. Das funktioniert manchmal besser, manchmal schlechter – vor allem bei Schrift bekundet die KI Mühe.

KI, wohin man schaut

Die neue Creator Suite ergänzt die Kamera unter anderem um Teleprompter, Audiopegelanzeige sowie Werkzeuge für Storyboards und einfache Videoprojekte. Und natürlich ist das Google Pixel 11 Pro XL vollgepackt mit KI. Das zeigt sich bereits bei der Inbetriebnahme, bei der man als Erstes von Gemini Intelligence begrüsst wird. Man kann, wie bereits beim Vorgänger, mit dem Chatbot Gemini plaudern wie man mit einer Person plaudern würde. Ebenfalls an Bord sind der Bildgenerator Nano Banana und der Videogenerator Omni. Letzterer erwies sich in einem kurzen Test als durchaus potent, setzt allerdings ein kostenpflichtiges Gemini-Abo voraus. Ein sechsmonatiges Probeabo ist beim Gerätekauf enthalten. Daneben gibt es eine Fülle weiterer KI- und Assistenzfunktionen, angefangen von Live-Übersetzungen, dem Diktier-Tool Rambler, Circle to Search in der Kamera-App bis hin zu diversen Assistenten, die einem das Leben oder zumindest das Erstellen von Einkauflisten und Restaurant-Reservationen einfacher machen sollen – wenn man sie denn verwenden möchte oder verwenden kann, denn gewisse ortsbasierte KI-Features stehen hierzulande noch nicht bereit.

Quicktest

Das Google Pixel 11 Pro XL (ab 1249 Franken) ist ein hervorragendes Smartphone und gleichzeitig etwas enttäuschend, wenn man das Gerät mit dem Vorgängermodell vergleicht. Dass Google HiLight, eine farbige LED auf der Rückseite, als eines der Highlights der neuen Generation anpreist, spricht Bände. Googles Gemini-KI ist omnipräsent, was auch nerven kann. Gleichzeitig sind natürlich geführte Sprachkonversationen mit der KI – obwohl nicht neu – auch heute noch faszinierend, genauso die Fähigkeiten von Nano Banana oder Omni. Darum: Wer ein potentes, vor Features strotzendes, wenn auch etwas technisch aufgemachtes Top-Smartphone sucht, soll zuschlagen. Wer den Vorgänger besitzt, hat dagegen kaum einen Grund zum Wechsel. Und wer ein möglichst unkompliziertes Smartphone sucht, dürfte mit der schieren Fülle an KI-Funktionen und technischen Spielereien eher überfordert sein.


Info: store.google.com/ch
Wertung: 5 von 6 möglichen Sternen


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