CIO-Interview: «Die IT soll als Enabler und als Pionier agieren»

CIO-Interview: «Die IT soll als Enabler und als Pionier agieren»

1. Oktober 2022 - Die IT-Abteilung von V-Zug war die letzten vier Jahre mit der Einführung von SAP S/4 und dem Auslagern der Infrastruktur beschäftigt, um agiler zu werden und die Digitalisierung unterstützen zu können.
Artikel erschienen in IT Magazine 2022/10
CIO-Interview: «Die IT soll als Enabler und als Pionier agieren»
Jean-Claude Flury, CIO, V-Zug (Quelle: V-Zug)
"Swiss IT Magazine": Wenn ich heute meinen Backofen aufstarte, habe ich das Gefühl, ich könnte auf dem Gerät auch gleich meine Bürokorrespondenz erledigen. Wie viel IT steckt in modernen Haushaltsgeräten von V-Zug?
Jean-Claude Flury:
Elektronik steckt sehr viel in den Geräten, und das schon seit vielen Jahren. Die Frage ist vielmehr die, wie viel Technik der Kunde in den Geräten möchte, was vom Markt aufgenommen wird. Um beim Beispiel des Backofens zu bleiben: Wir wissen aus Erfahrung, dass die Kunden primär ein paar wenige Funktionen ihres Ofens nutzen. All die anderen wunderbaren Dinge, die die Geräte können, werden seltener verwendet. Nichtsdestotrotz entwickeln wir die Geräte weiter, denn einerseits gehen wir davon aus, dass unsere Nutzer in den kommenden Jahren immer affiner auf Technologie werden und die Interaktion über eine App ganz normal wird. Andererseits gibt es genug Beispiele in anderen Industrien, die von der plötzlichen Veränderung überrumpelt wurden. Darum gilt es für uns als Industrieunternehmen mit einer langen Tradition, immer am Ball zu bleiben.

Meine Frage zielt auch dahin, inwieweit Sie und Ihr Team in die Produktentwicklung involviert sind. Geschieht diese völlig losgelöst vom IT-Team?
Nein, denn ohne IT-Abteilung würde in unserem Unternehmen wenig funktionieren – das gilt auch für die Produktentwicklung, für die wir das Backend zur Verfügung stellen. Direkt in die Entwicklung von Software auf den Geräten sind wir allerdings nicht involviert. Darum kümmert sich unsere Engineering-Abteilung. Wir stellen wie gesagt den Backbone bereit und sind ausserdem im Bereich Vernetzung – sprich beim Übergang auf die App – involviert. Ausserdem ist die IT Teil des Digital Transformation Teams, in dem unter anderem digitale Innovationen angestossen werden.

Denken Sie, dass die Verknüpfung von IT und Produktentwicklung künftig noch enger werden wird?
Das wird sicher passieren. Denken Sie an ein Smartphone oder ein modernes Auto. Die Software steuert alles und kann sogar neue Funktionen mitbringen. Die beiden Welten sind in den letzten Jahren bereits zusammengewachsen, schon heute kann man auf jedes V-Zug-Gerät via App zugreifen. Und dieses Zusammenwachsen muss und wird künftig noch deutlich weitergehen.

Wie ist denn Ihre IT-Abteilung, Ihr Team, heute organisiert?
Neben den Stabstellen Architektur, Security und Data Management zählen wir in der IT heute drei Hauptteams, wovon sich zwei – das Integration Competency Center und eSolutions – hauptsächlich um Geschäftsapplikationen und Prozessoptimierung kümmern. Wir haben grosse Teile unserer IT-Infrastruktur vor vier Jahren im Rahmen eines Outsourcing-­Projekts zu einem Provider ausgelagert. Die Steuerung der ausgelagerten Services geschieht durch das dritte Team, Business Services & Projects.

Wie viele Leute arbeiten unter Ihnen?
Inklusive Lernende sind es knapp 50 Mitarbeitende.

Sie haben das Outsourcing angesprochen. Was wurde alles ausgelagert?
Ausgelagert wurde die klassische technische Backend-Infrastruktur, also sämtliche Hardware – inklusive zwei Rechenzentren, die wir früher vor Ort betrieben. Ebenfalls haben wir die gesamte Netzwerkinfrastruktur ausgelagert, sowie die Bereitstellung der Arbeitsplätze und den User Helpdesk.

Dieses Outsourcing wurde durch Sie angestossen?
Initiiert wurde das Projekt noch vor meiner Zeit. Das Outsourcing der Infrastruktur ist nebst der Einführung von SAP S/4HANA eines der zwei ganz grossen Projekte, die uns die letzten vier Jahre beschäftigt haben. Entsprechend gross war die Transformation, die unser Unternehmen in den letzten Jahren durchgemacht hat, und auch nach vier Jahren sind wir zum Teil noch mit diesen Veränderungen beschäftigt.
 
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