Freelancer integrieren - Herausforderungen und Lösungen

Freelancer integrieren - Herausforderungen und Lösungen

3. September 2022 - Die erste Herausforderung ist es, überhaupt einen passenden Freelancer zu finden. Ist die erste Hürde geschafft, steht die nächste bereits bevor: Wie integriert man den Freelancer richtig ins Team? Und was kann dabei falsch laufen?
Artikel erschienen in IT Magazine 2022/09
Früher wurden Freelancer von Unternehmen als notwendiges Übel betrachtet. Sie wurden in die Firma geholt, wenn Mitarbeitende fehlten oder das eigene Team Unterstützung benötigte. Aber eigentlich spielten sie immer die Feuerwehr. Schliesslich hätte die Personalleitung lieber alle Positionen mit festangestellten Mitarbeitenden besetzt. Hinzukommt, dass Freelancer mehr verdienten als Angestellte, was schnell zu Neid und Missgunst in den Teams führte.

Durch den Fachkräftemangel hat sich der Blick auf Freelancer stark verändert. Heute sind Freelancer der Rettungsring für Unternehmen und Angestellte. Sie unterstützen bei Projekten, liefern wertvolles Know-how und bringen frischen Wind in die Teams. Manchmal läuft das so gut, dass Freelancer über Jahre für Unternehmen arbeiten oder sich sogar irgendwann fest anstellen lassen.

Ob ein Freelancer im Unternehmen effizient arbeiten kann und vom Team akzeptiert wird, hängt von den Gegebenheiten vor Ort ab und wie mit diesen umgegangen wird.

Wie sind die Voraussetzungen für die Freelancer?

Der Einsatz eines Freelancers kann je nach Unternehmen, Branche oder Einsatz völlig unterschiedlich sein:

- Die Team-Ergänzung: Hier trifft der beauftragte Freelancer auf ein bereits bestehendes Team mit festen Strukturen und Verantwortlichkeiten. Meistens ist ein Mitarbeiter ausgefallen oder es steht so viel Arbeit an, dass Unterstützung von aussen benötigt wird. Für den Externen ist es jetzt wichtig, dass er wie ein Angestellter in das Team integriert wird. Das sollte von Anfang an klar kommuniziert werden. Freelancer, die das kollegiale Miteinander scheuen oder nur remote arbeiten, sind hier nicht die richtige Besetzung.

- Das eigenständige Team aus Freelancern: Oft stehen so viele Projekte an, dass ein eigenständiges Team aus Freelancern gebildet werden muss. Da alle Beteiligten meist neu sind und die gleichen Voraussetzungen vorfinden, kommt es selten zu Konflikten. Wichtig ist nur, dass zumindest ein Festangestellter das Team leitet, um als Ansprechpartner und Vermittler fungieren zu können. So kann das Risiko ausgeschlossen werden, dass die Freelancer völlig eigenständig Entscheidungen treffen, die nicht im Sinne des Unternehmens sind.

- Der Remote-Freelancer: Manchmal erlauben Unternehmen, dass der Freelancer nicht vor Ort sein muss, sondern das Unternehmen aus dem Home Office unterstützt. In diesem Fall erhält der Externe genaue Arbeitsanweisungen, die abgearbeitet werden müssen. Eine Team-Einführung oder -Bindung findet meist nicht statt. Durch die Coronapandemie hat sich dieses Arbeitsmodell in vielen Unternehmen etabliert. Viele Software-Entwickler sind inzwischen nicht mehr bereit, vor Ort zu arbeiten, und ziehen die Remote-Version vor. Gerade bei dieser Art von externer Unterstützung ist es wichtig, mit dem Freelancer darüber zu sprechen, wie das Zuarbeiten funktionieren soll.
Vorteile von Freelancern
Der Einsatz von Freelancern bietet Vorteile für Unternehmen und Angestellte.
- Freelancer sind Kollegen auf Zeit und damit keine Konkurrenz um Stellen – das bedeutet weniger Konflikt und Missgunst.
- Externe Mitarbeitende möchten keine Karriere im Unternehmen machen und buhlen deshalb nicht um Anerkennung und Lob.
- Freelancer sind nur eingeschränkt bei strategischen Entscheidungen involviert – die letzte Entscheidung bleibt bei den Angestellten.
- Dank der zusätzlichen Unterstützung werden Mitarbeitende entlastet – und das heisst weniger Überstunden und Stress.
 
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