Der Cyberangriff: Ein unterschätztes Risiko

Der Cyberangriff: Ein unterschätztes Risiko

30. April 2022 - Die Zahl der Attacken im Internet nimmt stetig zu und mit ihnen auch die Anzahl der Schadenfälle. Durch den digitalen Wandel der Wirtschaft sollte die Cyberversicherung bei den meisten KMU als genauso wichtig bewertet werden wie die klassischen Versicherungen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2022/05
Kaum greifbar und doch real: Cyberangriffe werden immer häufiger zum Problem für Unternehmen. Doch was bedeutet ein Cyberangriff eigentlich? Unter dem Begriff versteht man den gezielten Angriff auf ein oder mehrere Informationssysteme mit dem Ziel, die IT-Systeme zu beeinträchtigen. Was den Cyberangriff so gefährlich macht, ist die Unvorhersehbarkeit und Unkontrollierbarkeit des Angriffs. Denn dieser findet ausschliesslich im virtuellen Raum statt und schleicht sich durch Schad- oder Spähsoftware via Trojaner, Viren oder Würmer in Unternehmen ein. Zum einen bleiben die Angriffe so häufig über einen längeren Zeitraum unbemerkt, zum anderen sind die Abwehr- und Rückverfolgungsmöglichkeiten sehr begrenzt – häufig sogar überhaupt nicht vorhanden. Regelmässig wurde in den letzten Jahren von Cyberkriminalität berichtet: Accounts und Systeme werden gehackt, Passwörter gestohlen und Login-Daten beim Online-Banking abgefangen. Durch diese immer weiter fortschreitende Kriminalität im Internet entsteht den Betroffenen häufig ein grosser Schaden. Doch wen betrifft solch ein Angriff und wie häufig kommt das überhaupt vor? Können und sollten sich Unternehmen vor Cyberattacken schützen?

Das Ausmass der Cyberkriminalität

In der Theorie kann jeder Computer, der mit einem Netzwerk verbunden ist, zum Opfer einer Cyberattacke werden. Privatpersonen sind davon jedoch weniger häufig betroffen als Unternehmen, was schlichtweg daran liegt, dass Cyberkriminalität bei Privatpersonen weniger lukrativ ist. Ein Cyberangriff auf Unternehmen liefert deutlich mehr Informationsgehalt, denn KPIs, Kundendaten, Mitarbeiterdaten, Finanzdaten und weitere sensible Unternehmensdaten werden heutzutage digital abgelegt – und sind damit bei einem Cyberangriff ungeschützt für Kriminelle zugänglich und einsehbar. Für Unternehmen kann ein Cyberangriff daher schnell zum Wettbewerbsnachteil werden und die Funktionsweise des kompletten Unternehmens lahmlegen – wodurch ein unvorhergesehener wirtschaftlicher Schaden für die Organisationen entsteht. Um das mit Zahlen zu untermauern: Ein erfolgreicher Hacker-Angriff auf ein Grossunternehmen verursacht einen durchschnittlichen wirtschaftlichen Schaden von rund 1,98 Millionen Franken. Bei KMU liegt der Durchschnittswert immerhin bei 73’000 Franken.

Auch wenn Cyberkriminalität bereits allseits bekannt ist, wird das Ausmass der Angriffe viel zu oft unterschätzt. Denn Cyberbedrohungen gehören zu den grössten Sicherheitsrisiken des 21. Jahrhunderts. Ein Grund dafür: Die Cyberkriminalität geht mit der steigenden Digitalisierung der Geschäftsprozesse einher. Und genau hier liegt auch das Problem. Um wettbewerbsfähig zu sein oder zu bleiben, stellen viele Unternehmen auf digitale Prozesse um und sind damit bereits derart ausgelastet, dass die Angreifbarkeit dieses Wandels in Vergessenheit gerät und schlichtweg unterschätzt wird. Doch eins kann heute schon prognostiziert werden: Cyberkriminalität ist kein Trend, sondern ein ernstzunehmendes Risiko, das zum digitalen Zeitalter heute und morgen dazugehören wird. Besonders für KMU stellt in der Schweiz die Cyberkriminalität ein erhöhtes Risiko dar. Doch warum ist das so? Und wie können die Präventivmassnahmen aussehen?
 
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