Start-up B-Rayz: Brustkrebsdiagnostik neu gedacht

Start-up B-Rayz: Brustkrebsdiagnostik neu gedacht

4. Dezember 2021 - Die Medtech-Software B-Box von B-Rayz spürt dank AI-Bilderkennung Brustkrebs auf. Die Lösung kann aber noch viel mehr und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz für alle Beteiligten – vom Spezialisten-Team bis zum Patienten.
Artikel erschienen in IT Magazine 2021/12
Die beiden Physiker Cristina Rossi und Alexander Ciritsis stellen als CEO und CTO die operative Leitung von B-Rayz. (Quelle: B-Rayz)
Radiologen haben einen zehrenden Job: Hunderte, ja Tausende Mammographiebilder durchsehen und dabei den einen kleinen Fehler finden, der ein Menschenleben kosten kann. Und wenn die Diagnose dann steht, folgt oft eine lange Behandlungsphase, in der eine Vielzahl von Beteiligten zusammenarbeiten und für das Patientenwohl sorgen müssen. Das ist enorm aufwendig, weshalb die Medtech-Brache mit technologischen Hilfsmitteln daran arbeitet, Last von den Schultern des Ärzte- und Radiologiefachpersonals zu nehmen.

Eines dieser Medtech-Unternehmen heisst B-Rayz, ist in Zürich stationiert und beschäftigt sich spezifisch mit der Früherkennung von Brustkrebs, Brustkrebsuntersuchungen und -behandlungen. «Unsere Mission ist die Digitalisierung der Breast Unit, einer hochspezialisierten Einheit der Radiologie, die sich mit Brustkrebserkrankungen und deren Erkennung beschäftigt», so Cristina Rossi, Physikerin am Unispital Zürich und CEO von B-Rayz. Auch, so Rossi, geht es bei B-Rayz nicht nur um technische Hilfsmittel zur Brustkrebserkennung, sondern zusätzlich um das Management der gesamten Behandlung, wenn ein Tumor gefunden wird.

Für diese Aufgabe greift B-Rayz tief in die technologische Trickkiste, wie Rossi ausführt: «Unsere Technologie stützt sich auf hochentwickeltes Deep Learning und erlaubt der Breast Unit, reibungslos durch eine Behandlung zu gehen und eine bessere Diagnose anbieten zu können.» Zusammengefasst: B-Rayz will für bessere Diagnosen, effizientere und angenehmere Behandlungsprozesse und dank modernen Arbeitsmitteln auch für motiviertere Mitarbeiter sorgen.

Künstliche Intelligenz, aber eben nicht nur

Im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern, die oft nur die AI-gestützte Bildanalyse anbieten, geht B-Rayz noch ein Stück weiter und bietet gleich eine ganze Software-Suite an, die auch den Behandlungsweg mit einbindet. «Das unterscheidet uns auch stark von der Konkurrenz», so Rossi. «Die künstliche Intelligenz ist bei der Diagnose ein sehr wichtiger Teil, aber wir sind der Ansicht, dass das nicht das einzige sein darf.» Es brauche bei der Behandlung ein Team, das zusammen für die Patienten arbeitet. Und innerhalb dieses Behandlungskonstrukts gibt es neben klinischen auch zahlreiche administrative Aufgaben. «Das muss alles gut zusammenarbeiten», so die Geschäftsführerin. Die Bild­erkennungs-AI selbst unterstützt das Personal übrigens nicht nur bei der Diagnose, sondern übernimmt auch weitere Aufgaben, wie etwa die Qualitätssicherung. Die Kontrolle der Mammographiebilder, die scharf und gut geknipst sein müssen, ist ein offenkundig unbeliebter Task für die Ärzte, den die AI ebenfalls erledigen kann.

Auch kann das System den beteiligten Fachkräften gezieltes Feedback zurückgeben. Rossi nennt ein Beispiel: «Die medizintechnische Assistenz (MTA) etwa, die nahe an den Patienten ist, die Mammographie-Aufnahmen und die nachgelagerten Ultraschalluntersuchungen mit ihnen macht, braucht Feedback, ob die Aufnahme gut ist.» Auch hier hilft die AI. Weiter generiert B-Rayz auch ­automatisierte Reports oder gesammelte Informationen zu den Behandlungen, die für das Reporting benötigt werden. Rossi fasst zusammen: «Was wir machen, ist eine komplette Digitalisierung des ganzen Prozesses.»
 
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