Test Center – Vergleichstest mobile Zusatzdisplays

Zusatzdisplays für das Mehr an Displayfläche

Mobile Zusatzdisplays von Dell und AOC. (Quelle: Dell, AOC)

Zusatzdisplays für das Mehr an Displayfläche

(Quelle: Dell, AOC)
2. Oktober 2021 - Sowohl Displayspezialist AOC als auch Dell haben diesen Sommer je ein neues mobiles Zusatzdisplay auf den Markt gebracht – im Falle von Dell handelt es sich dabei gar um eine Premiere. Wir haben die beiden Extra-Screens fürs Notebook getestet.
Artikel erschienen in IT Magazine 2021/10
Display-Fläche kann man eigentlich nie genug haben. Das gilt für den Desktop sowieso, aber auch für die (mobile) Arbeit am Notebook. Gerade angesichts des Home-Office-Trends bieten heute praktisch alle namhaften Hersteller mobile Zweitdisplays an, die via USB ans Notebook gehängt werden können, um die verfügbare Display-Fläche zu verdoppeln. AOC beispielsweise hat diesen Sommer das Portfolio um das 15,6-Zoll-Modell I1601P erweitert, während Dell Technologies unter der Bezeichnung C1422H seinen ersten mobilen Monitor überhaupt lanciert hat – einen 14-Zöller. Wir haben die beiden neuen Display auf die Redaktion bestellt, um sie etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wenig Überzeugendes bei AOC

Das Smart Cover des AOC I1601P, das den Bildschirm schützt, allerdings nirgends einrastet oder festgemacht ist und deshalb händisch platziert werden muss. (Quelle: AOC)
Der I1601P von Monitorspezialist AOC kommt mit einer Bilddiagonale von 15,6 Zoll im Format 16:9 und löst mit 1920 x 1080 Bildpunkten auf. Verbaut hat AOC ein IPS-Panel, das laut Datenblatt eine Helligkeit von 220 Nits, einen Kontrast von 700:1, eine Reaktionszeit von 5 Millisekunden und eine Bildwiederholfrequenz von 60 Hertz besitzt. Den Einblickwinkel gibt AOC mit 160 Grad an, zudem wurde Low-Blue-Light-Technologie integriert, was die Augen schonen soll. So viel zu den nackten Daten.

Im Paket von AOC findet man neben dem Display eine Installations-CD-ROM (welches Notebook besitzt heute eigentlich noch ein CD-Laufwerk?), ein etwas spezielles Kabel (dazu später mehr) und das sogenannte Smart Cover. Dabei handelt es sich um eine magnetische Abdeckung, wie man sie beispielsweise von Tablets kennt, die identisch gross wie das Display ist und somit als Front-Ab­deckung dienen kann. Dabei kann das Cover allerdings nirgends eingehängt oder eingerastet werden, es ist am Anwender, es einigermassen präzise auf das Display zu pappen. Gleichzeitig dient das Smart Cover auch als Ständer für das Display. Es besitzt drei Falze, und mit etwas Fantasie findet man recht schnell heraus, wie es an der Rückseite des Displays angebracht werden muss, um dieses in Position zu halten. Allerdings: So wirklich zu gefallen mag das Konzept nicht. So stört, dass der Teil des Covers, der die Unterseite des Displays umschliessen soll, mit zirka 1 Zentimeter zu kurz ausgefallen ist, so dass der Magnet nicht sauber am Display hält und sich dadurch das Cover immer wieder flach auf den Tisch zurücklegt. Das Display bleibt zwar auch so in Position, aber wirklich elegant ist das nicht. Kommt hinzu, dass das Konzept auch nicht wahnsinnig flexibel ist, was den Winkel angeht, in dem man das Display aufstellen kann. Der empfohlene Aufstellwinkel liegt bei 5 bis 25 Grad, und gerade wer den Monitor gerne flacher positioniert hätte, wird enttäuscht, weil diese Möglichkeit im Querformat mit dem Smartcover gar nicht gegeben ist. Im Hochformat läge ein etwas steilerer Winkel drin, allerdings läuft man recht schnell Gefahr, dass der Magnet des Smart Covers nicht mehr genügt, um das Gewicht des Monitors zu halten.

Querformat und Hochformat? Ja, der I1601P kommt mit Pivot-Funktion. Schade allerdings, dass das Display nicht selbst merkt, ob es im Hoch- oder Querformat steht und dass sich auch kein entsprechender Button zum Umschalten findet oder zumindest eine Option im On-Screen-Menü. Vielmehr muss man zuerst die sogenannte i-Menü-Software von AOC installieren – in unserem Fall ein abenteuerliches Unterfangen. Die Software fände sich an sich auf der mitgelieferten CD-ROM, mangels Laufwerk wählen wir aber den Weg über den Download via AOC-Website. So kommen wir zu einem Stück Software, die nicht nur altertümlich ausschaut, sondern auch schlicht nicht funktioniert. Wählt man zum Beispiel die Pivot-Funktion, wird nicht nur das Bild des externen Displays gedreht, sondern auch dasjenige des Monitors – inklusive Maussteuerung, womit das Rückgängigmachen zum Geschicklichkeitsakt wird. Via AOC-Pressdienst stellt sich heraus, dass der Hersteller auf der Produkteseite eine alte Version zum Download bereitgestellt hat. Eine neuere Version funktioniert dann tatsächlich etwas besser, gewinnt bezüglich Usability aber auch keinen Blumentopf. Zumindest aber passt sich die Ausrichtung des Displays – wenn die neue Software installiert ist und so lange sie als Prozess im Hintergrund läuft – automatisch an, wenn man es dreht. Und doch erachten wir es als unnötig, eine Software installieren und im Hintergrund laufen lassen zu müssen, nur um eine grundlegende Funktion eines Displays verwenden zu können.

Mit ein Grund, warum AOC auf die Software setzt, dürfte daran liegen, dass sich am AOC-Display genau ein Button befindet, der für sämtliche Steuerungsbefehle dienen muss – also nicht nur fürs Ein- und Ausschalten, sondern auch für die Navigation auf dem On-Screen-Menü respektive die Einstellmöglichkeiten. Naturgemäss geht das aber mehr schlecht als recht. Will man beispielsweise den Kontrast ändern, drück man zwei Mal den Power-Button, um auf dem Kontrast-Symbol zu landen. Dann wartet man einen Augenblick, bevor automatisch ein Balken von 0 bis 100 erscheint. Jetzt kann man wiederum den Button drücken, worauf der sich der Wert nach oben verändert. Will man also den Kontrast von 50 auf 60 verändern, drückt man zehn Mal den Button. Entscheidet man sich dann doch für 50, muss man die 100er-Zahlenreihe einmal durchlaufen lassen, wobei man zumindest auf dem Knopf bleiben kann, um den Prozess zu beschleunigen. Macht man einige Sekunden gar nichts, verschwindet das Menü wieder. Das alles funktioniert schon, ist aber wenig komfortabel. Gleichzeitig muss man festhalten, dass man Bildschirmeinstellungen üblicherweise auch selten verändert. Was aber wirklich fehlt ist, dass die Pivot-Funktion nicht via On-Screen-Menü gewählt werden kann; hier ist die erwähnte i-Menü-Software ein Muss.
 
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