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Online-Datenbank mit Tabellenkalkulations-Interface

Online-Datenbank mit Tabellenkalkulations-Interface

(Quelle: Seatable)
3. April 2021 - Seatable ist eine leichtgewichtige Online-Datenbank mit einer Tabellenkalkulationsoberfläche. Mit APIs und SDKs kann Seatable zudem schnell an eigene Anwendungsfälle angepasst werden.
Artikel erschienen in IT Magazine 2021/04
Vom deutschen Start-up Seatable kommt eine Spread­sheet-Lösung mit dem gleichen Namen, die durchaus spannend anmutet. Seatable bezeichnet seine Online-Tabellenkalkulationslösung als «Software für kollaboratives Informationsmanagement», mit der sich Daten aller Art erfassen, organisieren und auswerten lassen sollen. Die Datenerfassung erfolgt dabei über ein Webinterface und individuell anpassbare Webformulare.

Die Online-Datenbank wird vom Sea­file-Team entwickelt. Bei Seafile handelt es sich um eine Open-Source-Lösung zum Synchronisieren und Freigeben von Dateien, die dabei hilft, unstrukturierte Daten zu verwalten. Die ursprüngliche Idee der Entwickler war es, Seafile um eine Online-Collaboration-Table-Funktion zu erweitern. Später entwickelte sich das Ganze zu einem separaten Projekt.

Nebst einer in Deutschland gehosteten Cloud-Version wird Seatable auch als Community Edition für die Installation per Docker auf dem eigenen Server angeboten. Von Privaten und Kleinunternehmen kann Seatable CE kostenlos genutzt werden, und das auch gewerblich und ohne Benutzerlimit. Die Cloud-Version ist ebenfalls kostenlos für bis zu maximal 25 User zu haben, jedoch gibt es Beschränkungen bezüglich Speicherplatz für Anhänge (1 GB) oder der Zeilen pro Account. Die Plus-Version von Seatable gibt es für 7 Franken pro User und Monat, die Enterprise-Version für 14 Franken pro User und Monat.

Der Vergleich mit Excel

Es gibt wohl kaum Computernutzer, die noch nie Excel verwendet haben. Als Ausgangspunkt macht es also durchaus Sinn, Excel beziehungsweise dessen Web-Version Excel Online für die Beschreibung von Seatable zu verwenden.

Zunächst einmal die Gemeinsamkeiten: In Excel genauso wie in Seatable können Daten in einer oder mehreren Tabellen organisiert respektive strukturiert werden. Anhand von Formeln lassen sich Ergebnisse berechnen und per Filter, Pivot-Tabellen und Diagrammen lassen sich diese auswerten. Die Online-Version von Excel bietet gegenüber der Desktop-Version ausserdem ein paar praktische Collaboration-Funktionen wie Tabellenfreigaben und die Co-Bearbeitung mit mehreren Benutzern. Als Cloud-Lösung gibt es auch eine Webformular-Funktion, über die sich Daten per Umfragen erfassen lassen. All das kann Seatable auch. Doch damit hat man bei Seatable erst an der Oberfläche gekratzt.

Während die Bedienung zwar ähnlich wie bei Excel ist, lassen sich anders als beim Microsoft-Pendant in einer Seatable-Tabelle nebst Text, Zahlen und Formeln auch Dateien, Schlagworte, Checkboxen, Mitarbeiter sowie Verknüpfungen zu anderen Datensätzen erfassen. Zur Organisation der Daten stehen rund 20 Spalten­typen sowie Filter-, Sortierungs- und Gruppierungsfunktionen zur Verfügung. Neben Pivot-Tabellen und Diagrammen bietet Seatable zudem anwendungsorientierte Visualisierungen wie Gantt Charts, eine Galerie- und Kartenansicht, und als Kollaborationstool unterstützt Seatable auch den Austausch von Daten innerhalb eines Teams und mit Dritten. Der direkte Vergleich mit reinen Spreadsheet-Anwendungen wie Excel ist also tatsächlich nicht wirklich sinnvoll, da Seatable sich nicht als reine Tabellenkalkulation versteht und auch teils ganz andere Anwendungsfälle abdecken kann, als es etwa Excel tut.

So bietet Seatable eben auch die Möglichkeit, alternative Datentypen abzulegen. Dazu kommen auch ganz eigene Funktionen, um diese auszuwerten. Positionsdaten oder Adressen können etwa auf einer Karte, Bilder in einer Galerie sowie Termine auf einem Kalender oder in einem Zeitleistendiagramm angezeigt werden. Gibt es Anwendungsfälle, bei denen Seatable nicht besser ist? Ja, die gibt es sicher. Finanzielle Modellierungen und Simulationen sind etwa zwei solche Fälle. In diesen spielt Excel seine Stärken als klassische Tabellenkalkulation aus. In anderen Fällen, bei denen es mehr um die Organisation, Verwaltung und Strukturierung von Daten geht, kann Seatable aber seine Vorteile gekonnt ausspielen, und das besonders aus einem Grund: der ähnlichkeit mit relationalen Datenbanken.
 
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