Marktübersicht: Schritt für Schritt zur Individualsoftware

Marktübersicht: Schritt für Schritt zur Individualsoftware

1. Februar 2020 - Die Bedeutung von Individualsoftware hat in den letzten Jahren tendenziell zugenommen, bietet sie doch die Möglichkeit, sich zu differenzieren. Doch wo genau macht Individualsoftware Sinn? Wie findet man den richtigen Entwicklungspartner? Und wie läuft ein Software-Projekt im Idealfall ab? «Swiss IT Magazine» hat sich bei Schweizer Software-Schmieden umgehört und präsentiert in dieser Marktübersicht eine Auswahl von 30 Schweizer Software-Entwicklungsunternehmen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/01
Es ist noch nicht allzu viele Jahre her, da gab es bezüglich des Einsatzes von Softwarelösungen nur ein Zaubermittel: Standardsoftware. Als Argumente wurden vor allem geringere Kosten ins Feld geführt, aber auch eine höhere Qualität der Produkte, ein breiter Support oder die laufende Weiterentwicklung wurden als Vorteile von Software ab der Stange genannt.

Heute aber ist Individualsoftware wieder deutlich höher im Kurs. Dies nicht zuletzt darum, weil Informatik heute längst nicht mehr nur als Kostenfaktor gesehen wird, sondern als Chance, sich mittels Technologie zu differenzieren, und Differenzierung ist mit Standardprodukten nur schwer zu erreichen. So erklärt Renato a Marca de Donatz, COO Business Software bei Löwenfels Partner: «Individualsoftware macht dort Sinn, wo sich ein Unternehmen von der Konkurrenz abheben will. Wenn es nicht zentral ist, dass ich mich im Verkaufsprozess differenziere, dann wähle ich eine Cloud-Lösung. Das geht schnell und ohne viel Aufwand. Allerdings muss ich mich mit dem vorgegebenen Prozess arrangieren. Will sich aber mein Unternehmen genau im Verkaufsprozess von allen Mitbewerbern unterscheiden, dann macht es Sinn, eine individuell auf meine Bedürfnisse angepasste Lösung einzusetzen.»

Keine Entweder-/Oder-Frage

Allerdings ist die Frage nach Standard- oder Individualsoftware keine Entweder-/Oder-Frage. Standardsoftware macht sicherlich überall dort Sinn, wo Standardprozesse abgebildet werden. Zeiterfassung, Buchhaltung, CRM oder ERP sind hier Beispiele. Dazu Laurin Stoll, CEO von Yoo: «In vielen Bereichen existiert gut entwickelte Standardsoftware. Individualsoftware und Software ab der Stange schliessen sich jedoch gegenseitig nicht aus. Die Frage ist nicht ‹build vs. buy› sondern wo ‹buy› und wo ‹build›.» Häufig führe die Kombination zu sinnvollen Ergebnissen, wobei auch bei Individualsoftware einzelne Komponenten dazugekauft werden können, so Stoll. «Individualsoftware ist überall dort erfolgsversprechend, wo sonst viele gelebte und eingefleischte Prozesse in einem Betrieb geändert werden müssen.»

In eine ähnliche Richtung gehen die Aussagen von Thomas Wüst, CEO und Inhaber von Ti&m: «Je individueller die Prozesse, desto sinnvoller auch eine individuelle Entwicklung.» Nach dieser einfachen Formel seien die etablierten und standardisierten Unternehmensprozesse wie Finance und Controlling oder HR nach wie vor prädestiniert für Standardsoftware-Pakete. «Aber Vorsicht: im Zuge der Digitalisierung bleibt in einigen Unternehmen kein Stein auf dem anderen. Neue Geschäftsmodelle spriessen wie Pilze aus dem Boden und generieren neue Bedürfnisse. Als Reaktion entwickeln sich die Softwarearchitekturen immer mehr von monolithischen Blöcken hin zu Service-Netzen, die je nach Bedarf zusammengestellt und bei Bedarf um neue Services erweitert werden.» Diese Entwicklung mache auch vor den Kernfunktionen eines Unternehmens nicht halt, so Wüst, was zur Folge hat, dass die Standardkomponenten wesentlich feingranularer seien und auch nicht mehr unbedingt aus einer Hand kommen müssen.
 
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