"Das EPDG setzt auf internationale Standards und ermöglicht so modulare Weiterentwicklungen."

"Das EPDG setzt auf internationale Standards und ermöglicht so modulare Weiterentwicklungen."

4. Februar 2017 - Interview: Fridel Rickenbacher

Adrian Schmid ist Leiter von eHealth Suisse, einer Kompetenz- und Koordinationsstelle ­zwischen dem Bund und den Kantonen. Er ist sich bewusst, dass auf dem Weg zum ­elektronischen Patientendossier (EPDG) viele Herausforderungen zu bewältigen sind. eHealth Suisse wird den Prozess fachlich und koordinierend begleiten.
Artikel erschienen in IT Magazine 2017/01
Wie schätzen Sie das Bundesgesetz zum EPDG und zu E-Health ein?
Adrian Schmid: Das EPDG gibt den notwendigen Rahmen, damit in der Schweiz ein vernetztes elektronisches Patientendossier entstehen kann. Die Rollenteilung zwischen Bund und Kantonen ist festgelegt: National steht der rechtliche Rahmen zur Verfügung, die Kantone kümmern sich als Verantwortliche für die Gesundheitsversorgung um die Verbreitung in ihrer Versorgungsregion. Wir sind überzeugt, damit ein Umsetzungskonzept zu haben, das sehr gut zur föderalen Struktur der Schweiz passt.

Wie beurteilen Sie die öffentlichen Debatten in der Schweiz?
Nach der sehr deutlichen Zustimmung zum EPDG im National- und Ständerat sind alle Akteure dabei, sich auf die Umsetzung vorzubereiten. Im Frühjahr 2017 soll das EPDG gemäss der aktuellen Planung in Kraft treten, das wird noch einmal einen kräftigen Schub auslösen.
Serie EPDG
Am 29. Juni 2016 wurde die Anhörung des Ausführungsrechts zum Bundes­gesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG) abgeschlossen. 2017 soll das Gesetz in Kraft treten. Es stellt grund­legende Weichen für die Digitalisierung des Schweizer Gesundheits­wesens. Das swissICT Magazin beleuchtet in einer Serie Technologie- und Security-­Aspekte des Gesetzes aus unter­schiedlichen Blickwinkeln. In dieser Ausgabe beleuchten wir das Thema aus der Perspektive von eHealth Suisse als Koordinationsorgan von Bund und Kantonen. Die Organisation wurden 2008 gegründet als eine der ersten Massnahmen bei der Umsetzung der «Strategie E-Health Schweiz». Sie hat die Aufgaben, die digitale Vernetzung im Gesundheits­wesen zusammen mit allen Akteuren zu koordinieren.
Wie ist Ihre Organisation zusammengesetzt und organisiert? Wie interdisziplinär sind die externen Akteure aufgestellt, welche Sie koordinieren?
Die Gremien von eHealth Suisse haben seit 2008 schrittweise das fachliche Konzept für das E-Patientendossier erarbeitet. Alle Akteure haben in den relevanten Arbeitsgruppen mitgearbeitet. Wir haben uns immer darum bemüht, auf die Anliegen der Patientenorganisationen, der Behandelnden oder der Anbieter von technischen Lösungen einzugehen. Dies ist vermutlich mit ein Grund, dass die politische Diskussion im Parlament vergleichsweise reibungslos verlaufen ist.

Wie weit fortgeschritten ist der Prozess? Was sind die aktuellen Herausforderungen bei der Koordinations-Aufgaben des EPDG auf Bundes-Ebene?
Es gibt einen Einführungsplan zur Einführung des EPDG, den wir zusammen mit dem Bundesamt für Gesundheit ständig überprüfen und bei Bedarf anpassen. Nach dem Inkrafttreten des EPDG im Frühjahr 2017 sollte sich die zukünftige Landschaft der dezentralen "Stamm­gemeinschaften" und "Gemeinschaften" relativ rasch klären. Insbesondere für die Kantone und die Behandelnden ist diese Orientierung sehr wichtig. Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass die ersten zwei dezentralen "Gemeinschaften" zirka Mitte 2018 zertifiziert sind und über die zentralen Abfragedienste des Bundes erstmals Dokumente austauschen können. Damit wird das «operative EPDG» in der Schweiz technisch etabliert sein. Wir sind uns aber bewusst, dass der Weg dorthin über viele Herausforderungen und Hürden führen wird. Wir als Kompetenz- und Koordinationsstelle von Bund und Kantonen werden uns bemühen, diesen Weg so gut wie möglich fachlich und koordinierend zu begleiten.
 
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