Mit E-Mails Geld verdienen

Mit E-Mails Geld verdienen

14. Juni 2015 - Ningo.me setzt auf ein neuartiges Konzept: die Bezahlung für elektronische Kommunikation. Kunden erhalten Geld, wenn andere ihnen Mails schreiben.
Artikel erschienen in IT Magazine 2015/06
Mit Ningo.me wird die E-Mail-Flut reduziert und es lässt sich gleichzeitig Geld verdienen. (Quelle: Ningo.me)
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier – dieser Umstand macht es Innovationen teils schwer, sich durchzusetzen. Einer, der dieses Problem nur allzu gut kennt, ist Luzi Schucan, Gründer und Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens Schucan. Das Start-up betreibt den E-Mail-Weiterleitungsdienst Ningo.me, der auf ein neuartiges Konzept setzt: die Bezahlung für elektronische Kommunikation. Das bedeutet, Kunden können eine Gebühr verlangen, damit andere Anwender ihnen E-Mails zustellen dürfen. Ningo.me war bei seinem Launch Schucans Angaben nach der weltweit erste solche Dienst.
«Ningo.me hat für Nutzer zwei Vorteile: Einerseits lässt sich die E-Mail-Flut deutlich eindämmen, da nur Nachrichten von Personen eintreffen, die tatsächlich bereit sind, etwas zu bezahlen, um mit einem in Kontakt zu treten. Andererseits lässt sich damit Geld verdienen», erklärt Schucan. Und er führt aus: «Um über Ningo.me E-Mails empfangen zu können, muss man ein Konto bei uns eröffnen. Mit diesem Konto können anschliessend beliebig viele E-Mail-Adressen aufgesetzt werden. Für jede dieser Adressen kann wiederum ein Betrag festgelegt werden, den Absender bezahlen müssen, damit die Nachricht übermittelt wird.» So kann ein Spezialist seinen Kunden beispielsweise seine Dienste anbieten, ohne dass für beide Seiten ein allzu grosser Aufwand entsteht. Der Kunde zahlt statt einen Stundensatz beispielsweise 20 Franken dafür, dass sich der Spezialist maximal 15 Minuten Zeit nimmt, um die Nachricht zu studieren und eine passende Antwort zu liefern.


Hürden bei der Bezahlung

Als Bezahllösung hat sich das Start-up für Paypal entschieden. «Ursprünglich hatten wir eine komplett eigene Bezahllösung entwickelt, welche auch Micro-Payments erlaubt hätte. So wäre beispielsweise ein Porto von 5 Rappen pro E-Mail möglich gewesen. Dies hat sich aber als blauäugig herausgestellt. Wir hätten hierfür aufgrund der strengen Regulierungen im Finanzmarkt praktisch eine Bank gründen müssen», berichtet Schucan, weshalb man sich überhaupt dafür entschieden hat, die Abwicklung der finanziellen Prozesse auszulagern. Paypal hat schliesslich das Rennen gemacht, da es sich dabei seiner Ansicht nach um die einzige Lösung handelt, die weltweit verbreitet ist und die Auszahlung an Endbenutzer erlaubt. Micro-Payments sind mit Paypal aber nicht möglich, da die Gebühren des Anbieters die Einnahmen der Ningo.me-Nutzer bei zu kleinen Beträgen übersteigen und deshalb im ungünstigsten Fall die Empfänger der E-Mails zur Kasse gebeten werden. Aus diesem Grund musste Ningo.me für die Übermittlung von E-Mails einen Mindestpreis von 70 Rappen festlegen.
Paypal birgt aber noch eine weitere Schwierigkeit: Viele Kunden, welche über ein Paypal-Konto verfügen, können mit diesem zwar bezahlen, aber kein Geld empfangen. «Um festzustellen, ob unsere Kunden in der Lage sind, Geld zu empfangen, muss erst eine Transaktion durchgeführt werden. Wir übermitteln daher allen Neukunden zu Beginn einen Rappen. Ist das Feature für das Empfangen von Geldbeträgen bei ihnen nicht aktiv, erhalten wir anschliessend eine Fehlermeldung», berichtet Schucan.
 
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