Studie: Agile Software-Entwicklung ist mehr als Scrum
Quelle: swissagilestudy.ch

Studie: Agile Software-Entwicklung ist mehr als Scrum

Von Andreas Meier und Prof. Martin Kropp

Die «2. Swiss Agile Study» bestätigt den Trend zur agilen Software-Entwicklung in der Schweiz. Die von swissICT unterstützte Studie zeigt, wo IT-Profis die Erfolgsfaktoren sehen und wo Herausforderungen.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2015/03

     

Seit der «1. Swiss Agile Study» der ZHAW und FHNW sind zwei Jahre vergangen. Die erneute Erhebung, die «2. Swiss Agile Study» belegt zwei Trends. Erstens: Bereits mehr als zwei Drittel der teilnehmenden IT-Unternehmen in der Schweiz praktizieren agile Software-Entwicklung (2012: 51%, 2014: 70%). Zweitens: Scrum ist erneut die am weitesten verbreitete agile Software-Entwicklungsmethode (2012: 51%, 2014: 59%). Auf Rang zwei, mit grossem Abstand, folgt Lean/Kanban mit 9%, gefolgt von RUP (Rational Unified Process) und V-Modell mit je 5%.


IT-Unternehmen tendenziell kritischer
Weiterhin sind die agilen IT-Unternehmen (2012: 84%, 2014: 78%) zufriedener oder viel zufriedener mit ihrer Vorgehensweise als klassisch vorgehende (2012: 62%, 2014: 55%). Überraschenderweise hat die Zufriedenheit der IT-Unternehmen generell etwas abgenommen und nähert sich der Einschätzung der IT-Professionals an.

Generell höhere Qualität der Software


Als grösste bzw. wesentlichsten Verbesserungen schwingt nach wie vor der Umgang mit sich ändernden Prioritäten (2012: 89%, 2014: 96%) klar oben aus. Es folgen der Entwicklungsprozess als solcher (2012: 80%, 2014: 78%) und die Time-to-Market (2012: 76%, 2014: 82%). Interessant ist, dass heute ein Drittel der IT-Unternehmen angeben, die Anwendung agiler Entwicklungsmethoden beeinflusse die Projektkosten positiv (2012: 29%, 2014: 34%). Noch deutlichere Fortschritte sind bei der Software-Qualität (2012: 51%, 2014: 60%) und der Software-Wartbarkeit (2012: 35%, 2014: 47%) festzustellen.


Continuous Integration wird immer wichtiger

Nach den wichtigsten technischen Praktiken (Engineering Practices) für den Erfolg agiler Projekte befragt, geben die IT-Unternehmen weiterhin Coding Standards (2012: 83%, 2014: 80%) und Unit Testing (2012: 76%, 2014: 87%) an. Eine markante Bedeutungszunahme von 48% zu aktuell 81% hat Continuous Integration erfahren. Diese Zahlen korrelieren stark mit der immer weiter verbreiteten Anwendung der technischen Praktiken in den IT-Unternehmen (s. Abb.).

Engineering Practices als Erfolgsfaktoren
Es scheint sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass Scrum alleine nicht genügt, agile Projekte erfolgreich umzusetzen. Eine konsequente Anwendung der Engineering Practices sind entscheidende Erfolgsfaktoren und bilden quasi das Fundament, auf dem Scrum oder andere agile Vorgehensweisen aufbauen.


Fazit: Die Software-Entwicklung wird hierzulande zwar agiler, aber deren Potenzial wird noch nicht voll ausgeschöpft.

Andreas Meier ist Dozent für Informatik an der ZHAW, Prof. Martin Kropp, Dozent für Informatik an der FHNW


«2. Swiss Agile Study»

Die Studie wurde im Rahmen eines von der Hasler Stiftung geförderten Forschungsprojektes durchgeführt. Leitung: Andreas Meier (ZHAW) und Martin Kropp (FHNW) in Zusammenarbeit mit swissICT, ICTnet und SWEN.
Die Umfrage richtete sich an agil und klassisch vorgehende Anwender. Es wurden 1462 IT-Unternehmen und rund 4000 IT-Professionals in der Schweiz angeschrieben. Teilgenommen haben 101 IT-Unternehmen und 128 IT-Professionals.
Der vollständige Bericht zur «2. Swiss Agile Study» mit den detaillierten Zahlen und Fakten wird ab Ende April 2015 unter www.swissagilestudy.ch erhältlich sein.



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