Editorial

Editorial: Alles neu macht der Juli


Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2013/09

     

Ich blicke auf einen einigermassen aufregenden Sommer zurück – zumindest IT-technisch. Mehr oder weniger alles ist neu, wenn ich heute meinen Büro-PC aufstarte. Anstatt dem vertrauten, blauen Windows-7-Desktop empfangen mich nach dem Booten nun bunte Windows-8-Kacheln. Im Gegensatz dazu flimmert mir tristes Office-2013-Grau entgegen, wenn ich Outlook, Word oder Excel starte. Zwei Monate mit neuer Software – Zeit, Bilanz zu ziehen.
Das Fazit zu Windows 8 lautet: Toll. Ich kann nicht verstehen, warum drei Viertel der IT-Welt über einen fehlenden Start-Button und einen nicht vorhandenen Desktop-Boot-Modus – beides kommt übrigens mit Windows 8.1 in Bälde – jammert. Jahrelang hiess es, Microsoft baue veraltete User Interfaces und überhaupt sei der ganze Konzern mit all seinen Produkten verstaubt. Mit Windows 8 wurde in Redmond ein modernes, performantes, stabiles und optisch ansprechendes Produkt gebaut, mit dem sich Microsoft von den Fesseln früherer Betriebssysteme gelöst hat, ohne dabei die eher veränderungsresistenten Nutzer zu vergessen. Wer nämlich will und die Windows-8-Kacheln einfach als überdimensionales Startmenü sieht, kann mit dem neuesten Windows fast ganz so wie mit Windows 7 arbeiten. Ja, Veränderungen tun weh. Aber Veränderungsresistenz in der IT-Branche – die sich selbst so schnell und so stetig verändert – gibt mir ernsthaft zu denken.

Etwas weniger überschwänglich dafür mein Lob zum neuen Office, dem auch der Schwerpunkt dieser Ausgabe gewidmet ist. Denn Office 2013 ist in erster Linie eines: Trist. Da macht Microsoft ein quietschbuntes, super-individualisierbares Betriebssystem, um dann ein Office-Paket hinterher zu schieben, das bezüglich Aussehen – ohne Scherz – die «Design»-Optionen «Weiss», «Hellgrau» und «Dunkelgrau» bietet. Das Design soll wohl weniger ablenken, den Blick auf das Wesentliche lenken. Als Option ist das vertretbar, aber als Default-Einstellung eine mittelgrosse Katastrophe, die einem so ziemlich allen Spass an seiner neuen Office-Installation nimmt. Ansonsten kann das neue Büro-Paket nämlich mit einigen spannenden Neuerungen und Verbesserungen aufwarten (siehe Tipps- und Tricks-Artikel auf Seite 44).
Viel Lob verdient Microsoft dafür ob der Produkt- beziehungsweise Lizenzierungsvielfalt, die begeistert (mehr zu diesem Thema auf Seite 35). Für ein paar Franken im Monat habe ich jetzt beispielsweise Office 365 und kann damit immer den aktuellsten Office Release nicht nur auf dem Rechner im Geschäft, sondern auch auf meinem Notebook, auf dem Surface Tablet und auch auf weiteren Geräten – wenn ich denn noch welche hätte – nutzen. Wem das nicht passt beziehungsweise wer keine monatlichen Gebühren bezahlen will, kann aber auch wie gewohnt seine Paketversion im Retail erwerben, die dann auf einem PC installiert werden kann, oder aber er kann seine bestehende On-Premise-Office-Variante oder mit Office 365 Small Business nur die neuesten E-Mail-Dienste zusammen mit weiteren Online-Diensten nutzen, und und und… Das Ganze nennt sich «dem Kunden die Wahl lassen» und sollte vielleicht auch mal von Adobe in Betracht gezogen werden.
Adobe verkauft seine Software bekanntlich ja nur noch im Abo und schert sich relativ wenig darum, was die User allenfalls möchten. Übrigens: Auch von Adobe haben wir in diesem Sommer neue Software in Betrieb genommen, und uns dabei sogar einen Adobe-Partner zur Seite geholt. Meine Erfahrung rund um dieses Thema allerdings ist leider nicht druckreif…
(mw)


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