Umschalten statt neu aufsetzen

Umschalten statt neu aufsetzen

7. September 2013 - Von Alain Martinet

Für eine unterbruchsfreie Internetpräsenz stellt der Hosting-Anbieter am besten eine redundante Infrastruktur mit einsatzbereiten Standby-Servern bereit.
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/09
(Quelle: Webstyle)
Der Webauftritt ist heute für viele Unternehmen matchentscheidend. Fällt eine blosse Onlinebroschüre für einige Stunden aus, mag das ja noch kein grosses Problem darstellen. Wenn aber geschäftliche Transaktionen übers Web getätigt werden, wie etwa bei einem Online-Shop, ist jede Minute Downtime Gift fürs Business. Ein oder mehrere Server können durch technischen Defekt oder Softwarefehler ausfallen, im Rechenzentrum kann ein Brand ausbrechen, oder die Stromversorgung klappt nicht mehr. Von Server-Ausfällen weiss zum Beispiel das Schweizer Online-Auktionshaus Ricardo ein Lied zu singen: Als Ende Oktober 2012 an einem Sonntagabend – ein besonders transaktionsintensiver Zeitraum – einige Server ihren Geist aufgaben, liefen viele Auktionen aus, ohne dass weitere Gebote abgegeben werden konnten. Manche Waren wurden deutlich unter Wert verkauft. Ricardo musste erboste Kunden besänftigen und kam in den Genuss unliebsamer Medienpräsenz.


Datensicherung genügt nicht


Jeder seriöse Webhosting-Anbieter sichert deshalb alle Website-Daten seiner Kunden regelmässig, im Normalfall einmal täglich beziehungsweise nächtlich. Idealerweise werden die Backups nicht lokal, sondern in einem örtlich getrennten Serverraum erstellt und gelagert. So steht bei einem Softwareproblem, oder falls der Kunde selbst durch eine Fehlmanipulation einen Datenverlust verursacht hat, wenigstens immer ein tagesaktueller Stand der Daten bereit.
Fallen hingegen ein oder mehrere Webserver komplett aus, wovon beim Shared-Hosting-Modell viele Kunden betroffen sein können, garantiert auch das regelmässigste Backup keine rasche Wiederherstellung der betroffenen Kundenseiten und Webanwendungen. Denn es müssen nicht nur die HTML-, PHP- und anderen Webdateien sowie die Datenbanken zurückgespielt, sondern die gesamte Infrastruktur aus Hardware, Betriebssystem und Konfiguration wiederhergestellt werden.
Die Schwierigkeiten können schon bei der Hardwarebeschaffung beginnen, falls keine Ersatzserver am Lager sind, und gehen mit der aufwendigen Installation von Betriebssystemen und virtuellen Maschinen weiter. Auf jeden Fall ist die komplette Neueinrichtung einer Hosting-Umgebung selbst beim Ausfall eines einzelnen Servers ein komplexer und zeitraubender Vorgang.
 
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