Seitenblick - Alles i.O. im Netz?

Seitenblick - Alles i.O. im Netz?

6. Juli 2013 -
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/07
(Quelle: Swiss ICT Magazin)
«Jo, ich has au, s iO». Ja, ich habe sie auch installiert, die neu App von Swisscom. Der neuste Streich des Marktführers kommt etwas spät. Whatsapp, Skype, Messenger, iMessage tun seit Jahren ihren Dienst. Trotzdem bin ich neugierig. Verlockend scheint das Angebot. Offen, nicht nur für Swisscom Kunden, gratis, der Datenschutz wird gross geschrieben. Also alles i.O. ?
Nicht ganz. Was wir hier erleben ist die vertikale Integration im Internet. Dank Breitband können viele klassische Telco-Dienste von Drittanbietern übernommen werden. Die Marge des ehemaligen Monopolisten und heutigen Oligopolisten gerät unter Druck. Mehrwertdienste müssen also her. Mehrwert bezieht sich dabei auf Kundennutzen - meint aber mindestens ebenso die Gewinnmarge des Providers. Das ist legitim, so lange dies nach marktwirtschaftlichen, wettbewerbsrechtlich fairen und nicht diskriminierenden Methoden erfolgt.
Damit sind wir mitten im Thema der Netzneutralität. Schleichend werden eigene Dienste und solche von Partnern auf den Netzen der Provider privilegiert behandelt. Meist geschieht dies zwar noch über ökonomische Anreize für die Kunden, ohne dass Dienstleistungen von Wettbewerbern technisch behindert werden. Der Schritt dahin ist aber klein. Stellen wir uns einfach mal vor, dass eine Whatsapp Message nicht mehr oder nur verzögert ankommt oder dass Gespräche über Skype eine hohe Latenz aufweisen, während über iO fast normales Telefonieren möglich ist. Genau dies wird geschehen, wenn man die Märkte, die den Charakter von natürlichen Monopolen haben, sich selbst überlässt.
 
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Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
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