Nachhaltiger Informatikunterricht

Nachhaltiger Informatikunterricht

4. März 2012 - Prof. Dr. Juraj Hromkovic, Informationstechnologie und Ausbildung, ETH Zürich, juraj.hromkovic@inf.ethz.ch

Der britische Bildungsminister Gove nennt den ICT-Unterricht, der auf dem Erlernen des Umgangs mit Softwaresystemen wie Word und Excel beruht, einen Mist, der langweilig für die Lehrpersonen sowie für die Klassen ist und verbannt ihn aus der Schule. Stattdessen sollen Programmieren und wissenschaftliche Grundkonzepte der Informatik unterrichtet werden.
Artikel erschienen in IT Magazine 2012/03
Juraj Hromkovic (Quelle: Swiss ICT Magazin)
Gove spricht zusätzlich von einem grossen wirtschaftlichen Schaden als Folge dieses minderwertigen ICT-Unterrichts. Wie Umfragen zeigen, halten ihn nur zwei Prozent der Jugendlichen für nützlich, niemand empfindet ihn als spannend. Keine Rede von intellektueller Herausforderung. Ein Grund, Informatik und benachbarte technische Disziplinen als uninteressant fürs Hochschulstudium einzustufen.
Die Fachleute wissen es schon lange, dass ein Kurswechsel unvermeidbar ist. Informatik spielt in der kommenden Wissensgesellschaft eine ähnliche Rolle wie die Mathematik während der technischen Revolution. Sie nicht zu unterrichten bedeutet, auf eine wichtige Dimension in der Entwicklung der konstruktiven mathematisch-technischen Denkweise der neuen Generation zu verzichten. Erfahrungen in anderen Ländern zeigen, dass Informatikunterricht ab acht Jahren sehr fruchtbar ist.

Programmieren im engeren Sinn bedeutet nicht nur zu lernen, die Technik zu steuern, sondern schult auch, den Maschinen eindeutig und prägnant das gewünschte Verhalten mitzuteilen. Somit fördert es wichtige Kommunikationskompetenzen. Programmieren im weiteren Sinn fördert die konstruktive Lösungssuche für eine grosse Problemvielfalt, es fügt die grundlegenden Konzepte der technischen Wissenschaften wie modularer Entwurf, Testen und Verifikation bei.
An Maturitätsschulen trägt Informatikunterricht wesentlich zum Verständnis unserer Welt sowie zur Hochschulreife bei.
 
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