Lernen mit und ohne Software

Lernen mit und ohne Software

4. Juni 2011 -
Artikel erschienen in IT Magazine 2011/06
Urs August Graf, CIO Steag.
Schulungslösungen für Mitarbeitende und Endkunden von Unternehmen sind seit über 35 Jahren das Metier von Steag & Partner. Gekennzeichnet war diese Zeit auch durch eine kontinuierliche Veränderung der Ausbildungsmethoden und Materialien. Während früher fast ausnahmslos Frontalunterricht und Papier zum Einsatz kamen, basieren heutige Lösungen oft auf multimedialen Materialien, die als Web-based Trainings (WBT) im Browser stattfinden. Steag hat vor mehr als zehn Jahren diesen Trend aufgenommen und den «e-tutor» entwickelt. Die Web-basierte Lernplattform, auch Learning Management System (LMS) genannt, ermöglicht es Ausbildenden, ohne technische Grundkenntnisse E-Learning-Kurse zu entwickeln, den Lernenden bereitzustellen, zu administrieren und auszuwerten.
Vor allem mittelgrosse und grosse Unternehmen, die geografisch dezentral organisiert sind und mehrsprachige Mitarbeitende/Endkunden haben, profitieren von einer solchen Lösung: Trainingsinhalte lassen sich orts- und zeitunabhängig vermitteln, beliebig in der Durchführung multiplizieren und mehrsprachig bereitstellen. Dem Ausbildenden kommt dabei nach wie vor eine wichtige Rolle zu. Allerdings nicht mehr ausschliesslich in Form des «9-to-5 Klassenlehrers», sondern vielmehr in der Gestalt eines Lernbegleiters. Via Blended-Learnings, die sich aus E-Learning- und Präsenztraining-Anteilen zusammensetzen, coachen Trainer eine Klasse über mehrere Schulungsmassnahmen. Das Aufgabenspektrum für Ausbildende wird so eher grösser. «Wir sprechen diese Situation bei Kunden proaktiv an, wenn wir feststellen, dass von Seiten der Trainerschaft Skepsis oder gar Ängste aufkommen», so Urs August Graf, CIO und zusammen mit seinem Bruder Marcus Inhaber von Steag.

Ausbildung ist Führungsverantwortung

Moderne Technologien garantieren alleine aber noch keinen Erfolg, warnt Graf. Zentral ist der Trainigserfolg. Leider erkennen viele Führungskräfte nach wie vor nicht den Zusammenhang zwischen Schulung und Erreichung unternehmerischer Ziele. Die Ausbildung von Mitarbeitenden gehört zur Führungsverantwortung der Linemanager und kann nicht an die HR-Abteilung delegiert werden. Deshalb muss das Management hinter den Schulungsbemühungen stehen und den Mitarbeitenden entsprechend Lernzeiten einräumen.
Gewandelt hat sich im Lauf der Jahre auch die Bereitstellung der Lernplattform «e-tutor». Obwohl nach wie vor Server in Intranets installiert werden, setzen viele Kunden auf «Software/Platform-as-a-Service» (SaaS/PaaS). Grosser Wert liegt dabei auf der Datenspeicherung in der Schweiz, weshalb mit einem professionellen Zürcher Datacenter zusammengearbeitet wird.
Das Learning Management System «e-tutor» ist seit zehn Jahren auf dem Markt und wird zurzeit einem «Face-lifting» unterzogen. Angefangen von der technologischen Architektur über die bereitgestellten Funktionen bis hin zu einer neuen Benutzeroberfläche, entwickelt das interne Entwicklungsteam von Steag den «e-tutor ng» (next generation).
Ein Trend der bislang eher aussen vor steht, ist dagegen Social Media: «Es ist zwar nicht sehr cool, sich kritisch gegen Social Media zu äussern, aber ich habe bis heute noch keine wirkliche Killer-Anwendung für betriebliches E-Learning gesehen», meint Graf. Der Faktor des zeitoptimierten Schulens und Lernens spielt dabei sicher eine Rolle. Gegenüber geführten Schulungsangeboten verfügen Mitarbeiter meist über weit weniger Kompetenz in explorativem, ungeführtem Lernen. Bisher zumindest.
urs.graf@steag.ch

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