Microsoft: Konzernteilung abgeschmettert

Das US-Berufungsgericht hat das Urteil aufgehoben, wonach Microsoft aufgeteilt werden soll.
28. Juni 2001

     

Heute um 17.30 wurde der Handel der Microsoft-Aktie gestoppt, nachdem der Kurs innert Minutenfrist um 3 Dollar angezogen hat. Der Grund: Das US-Berufungsgericht hat der Berufung von Microsoft stattgegeben und hat das von Richter Thomas Penfield Jackson im letzten Jahr gefällte Urteil aufgehoben, nach dem der Software-Konzern hätte aufgeteilt werden müssen.
Das siebenköpfige Richtergremium entschied, dass der Fall, mindestens teilweise, von der Vorinstanz neu aufgerollt werden muss. Richter Jackson allerdings wurde wegen seiner tendenziösen Äusserungen gegen Microsoft vor der Presse gerügt und des Falles enthoben.
Das Berufungsgericht hat das Urteil gegen Microsoft nicht vollständig, aber in seinen wesentlichen Teilen aufgehoben. Insbesondere verneinte das Gremium, dass MS durch die Bündelung seines Betriebssystems mit dem Internet-Browser gegen die US-Antitrust-Gesetze (Sherman Act) verstossen habe. Ausserdem wurde, für MS vorerst am wichtigsten, die von Jackson angeordnete Massnahme, die Aufteilung von Microsoft, aufgehoben.
Teilweise aufrechterhalten wurde ein Punkt des ursprünglichen Urteils, nämlich dass MS versuchte, seine Monopolstellung im Betriebssystemmarkt mit anti-kompetitiven Mitteln aufrecht zu erhalten.
Das letzte Wort im MS Antitrust-Fall allerdings wird das oberste Gericht haben, falls der Ankläger, das US Department of Justice, den Fall weiterzieht. (rd)


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