Storage-Konsolidierung bei der GZO

Storage-Konsolidierung bei der GZO

28. Mai 2004 - Ein komplexes Speichernetzwerk auf iSCSI- und NAS-Basis.
Artikel erschienen in IT Magazine 2004/11

Kostentransparenz im Gesundheitswesen soll langfristig beim Sparen helfen - für die IT-Abteilungen der Spitäler bedingt sie zuallererst aber zusätzliche Investitionen. Wie die meisten Schweizer Krankenhäuser stand das Spital Wetzikon, Schwerpunktspital der Gesundheitsversorgung Zürcher Oberland (GZO), im letzten Jahr vor einem Problem: Zusätzlich zum neuen Schweizer Tarifsystem TARMED musste auf Januar 2004 im Kanton Zürich obligatorisch die KTR (Kostenträgerrechnung) eingeführt werden. Deshalb werden neu alle erbrachten Leistungen inklusive Medikamenten und Material patientenbezogen erfasst und den Garanten tarifkonform weiterverrechnet. Bisher beschränkten sich die meisten öffentlichen Krankenhäuser auf das Erfassen von ambulanten, verrechenbaren Leistungen. Im stationären Bereich wurde bis vor wenigen Jahren mit reinen Tagespauschalen abgerechnet.



Seit 2002 läuft in Wetzikon auch die Einführung von PHOENIX, einem medizinischen Informationssystem (MEDIS) für den klinischen Bereich. Diese Arbeitsdaten der Ärzte, der Pflegenden und Paramedizin verhiessen eine weitere massive Zunahme der Datenbestände.



Eckdaten 2003 des GZO-Spitals, Wetzikon


Datenmenge explodiert

«Das ergibt eine enorme Datenmenge, die wir managen müssen. Bei der Leistungserfassung steigt das Datenvolumen rasch um das zehn- bis fünfzehnfache», stellt Martin Zurbrügg, Leiter Informatik am Spital Wetzikon, fest. Im Vergleich mit Grossunternehmen ist die Datenmenge pro Applikation mit unter hundert Gigabyte zwar bescheiden, insgesamt ist sie jedoch beträchtlich, und sie wächst laut Zurbrügg jeden Monat um ein bis anderthalb Gigabyte.




Die neue Lösung sollte zudem nicht nur mehr Kapazität und Leistung, sondern auch höhere Verfügbarkeit bringen, denn die Leistungsdaten werden nun direkt von Pflegepersonal und Ärzten ins System eingegeben. Die Spital-IT übernimmt vielfältige Aufgaben. Im administrativen Zentrum stehen drei Anwendungsbereiche: Das Patientenmanagement-System mit Stammdaten und Abrechnung, Finanz-, Material- und Personalwesen sowie ein Management-Informationssystem. Diese Funktionen übernehmen unterschiedliche Windows-Applikationen mit jeweils eigenen MS-SQL-Server-Datenbanken, die jedoch alle ineinandergreifen. Übergeordnet ist die MEDIS-Anwendung, die diese Applikationen mit den entsprechenden Daten versorgt beziehungsweise Daten daraus bezieht. Weitere solche Applikationen sind das Laborsystem, die Telefonvermittlungsanlage, ein Wahlkostsystem der Küche, das Radiologie-Informationssystem undsoweiter. Um die Koordination der applikationsübergreifenden Transaktionen kümmert sich e*Gate, ein speziell im Gesundheitswesen sehr verbreiteter Integrationsserver von SeeBeyond Technologies. Dazu kommen File-, Exchange- und Printserver, die ebenfalls Speicherbedarf haben.




Nach der Vereinheitlichung der Serverlandschaft machte eine Konsolidierung der Datenbestände also nur schon deshalb Sinn, weil ein zentrales Storage-System einfacher zu verwalten und zu erweitern ist als einzelne Direct-Attached-Disks.

 
Seite 1 von 4

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Vor wem mussten die sieben Geisslein aufpassen?
Antwort
Name
E-Mail
GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER