Hartes Bioinformatik-Pflaster für IT-Spezialisten

Hartes Bioinformatik-Pflaster für IT-Spezialisten

13. Mai 2005 - Die Zahl der Bioinformatik-Arbeitsplätze ist weit weniger gewachsen als prognostiziert. Gefragt sind heute vor allem Naturwissenschaftler mit IT-Zusatzkenntnissen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2005/10

Bioinformatik wurde 2001, als die erste praktisch vollständige Entschlüsselung des menschlichen Genoms mit grossem Medienrummel abgeschlossen war, zum kommenden Boom-Gebiet der IT erklärt. Inzwischen ist das Erbgut vieler weiterer Organismen bekannt, und die Datenberge wachsen auch wie damals vorhergesehen. Aber hat die Bioinformatik auch neue Arbeitsplätze für IT-Spezialisten geschaffen? InfoWeek hat bei Schweizer Biotech- und Pharmaunternehmen nachgefragt, wie heute die Berufsaussichten sind. Das Fazit: Für IT-Spezialisten wird es zunehmend schwieriger, sich im Bioinformatik-Umfeld zu etablieren. Der Bereich boomt zwar nach wie vor, gesucht werden aber heute hauptsächlich Naturwissenschaftler mit zusätzlichen IT-Kenntnissen und weniger Informatiker. Die IT-Spezialisten können allerdings indirekt profitieren, indem die zentralen
IT-Abteilungen der Pharma- und Biotechunternehmen wachsen.


Auswerten und Simulieren

In der biologischen und medizinischen Forschung fallen seit einigen Jahren riesige Datenmengen aus der Sequenzierung des Erbguts aller möglichen Lebewesen und von Laborrobotern an, die geordnet und ausgewertet werden müssen. Dazu kommt in jüngerer Zeit die Simulation von biologischen Systemen mittels Hochleistungsrechnern, durch die Strukturen von Molekülen oder auch mögliche Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten vorhergesagt werden können. Diese sehr unterschiedlichen Formen der Datenverarbeitung werden zusammen mit den Strukturberechnungen von Molekülen unter dem Begriff Bioinformatik zusammengefasst.




Im Jahr 2002 hatte das Beratungshaus Cap Gemini Ernst & Young eine Studie über die Realität und Zukunftsaussichten der Verarbeitung biologischer Daten im deutschsprachigen Raum verfasst. Die Autoren kamen damals zum Schluss, dass die Zukunftsaussichten für die Schweiz in diesem Gebiet wegen der grossen Dichte an Pharma- und Biotechunternehmen überdurchschnittlich gut seien. Wachstumsraten von über 30 Prozent pro Jahr wurden prognostiziert. Als Hemmschuh könnte sich aber der Arbeitsmarkt erweisen, so die Sorge damals. 80 Prozent der Unternehmen klagten 2002, es sei praktisch unmöglich, entsprechend qualifizierte Mitarbeiter zu finden, und der Bedarf hätte sich gemäss Studie bis 2004 verdoppeln sollen.

 
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