Netzwerk-Backup leichtgemacht

Netzwerk-Backup leichtgemacht

18. März 2005 - Für ein Online-Backup, das auch gehobenen Ansprüchen genügt, braucht man nicht zwingend komplizierte und teure Programme.
Artikel erschienen in IT Magazine 2005/06

Die Einrichtung und Überwachung von Backups gehört oftmals zu den schwierigeren Aufgaben in einer IT-Umgebung, insbesondere, wenn viele unterschiedliche Systeme zu sichern sind, die teilweise nur über eine Internet-Verbindung erreichbar sind. Die Anschaffung und Einrichtung von passenden Backup-Lösungen wie Amanda oder Arkeia, die mit einem Grossteil der unixoiden Systeme wie Linux oder BSD umgehen können, lohnt sich allerdings bei kleineren Firmen nicht immer. In die Bresche zwischen «kein Backup» und einer professionellen Software kann eine Eigenbaulösung auf Basis von rsync, OpenSSH und einigen Bash-Scripts springen, insbesondere, wenn man auf Online-Sicherungen angewiesen ist, die man im Fehlerfall möglichst schnell zurückspielen können muss.


Ressourcenschonend

Auch wenn bei einer Datensicherung grundsätzlich nur Daten von A nach B kopiert werden, ist der Einsatz von Werkzeugen wie cp zum Duplizieren der Daten innerhalb des Computers oder scp zum Kopieren der Daten übers Netzwerk auf einen anderen Computer nicht sinnvoll. Denn bei jedem Kopiervorgang werden alle Dateien übertragen, auch wenn von einem bis zum nächsten Sicherungsvorgang nur ein kleiner Prozentsatz der Daten geändert wurde. Dies belastet die Ressourcen und verlängert den benötigten Zeitraum für die Datensicherung, was in Zeiten von immer kleineren Backupfenstern möglichst vermieden werden sollte.





Hier setzt rsync an, ein kleines Tool, das aus dem Samba-Projekt hervorgegangen ist (rsync.samba.org), indem es mit einem inkrementellen Filetransfer arbeitet und nur die geänderten Daten überträgt. Das heisst, dass nur beim ersten Sicherungsvorgang das komplette Datenvolumen übertragen wird. Bei jeder weiteren Sicherung werden nur noch die Unterschiede abgeglichen, also hinzugekommene oder veränderte Dateien kopiert und gelöschte Dateien entfernt. Damit lässt sich nicht nur Bandbreite im Netzwerk sparen, sondern auch das Backupfenster klein halten.





Allerdings muss man sich diesen Komfort mit einem permanenten Vorhalten aller Daten auf einem zentralen Server erkaufen, der mit einer entsprechenden Menge Massenspeicher ausgestattet sein muss. Dies ist aber nicht nur als Nachteil zu werten, da auf diese Weise ein Online-Backup verfügbar ist, mit dessen Hilfe sich schnell und einfach übereifrige Löschaktionen rückgängig machen lassen und Daten nach Hardwareausfällen innert kürzester Zeit wieder hergestellt werden können. Auf die im Vergleich zu Festplatten langsamen Tapes muss nur noch zurückgegriffen werden, wenn auch die Daten auf dem Backup-Server korrumpiert sind.





Wer nicht nur den Datenbestand des letzten Sicherungslaufs vorhalten will, kann mit Hilfe von cp den Abzug auf dem Backup-Server «duplizieren», indem zusätzliche Hardlinks angelegt werden, die auf die eigentlichen Daten zeigen und somit nur einmal Platz belegen. Startet man nun rsync und lässt es mit dem duplizierten Abzug arbeiten, löscht oder überschreibt es nur die Hardlinks der geänderten Daten, womit der zweite Abzug der Daten real nur so gross ist wie die veränderten Daten.



Backup-Grundgerüst

 
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Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
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