Bis 600 Millionen für E-Voting

Bis 600 Millionen für E-Voting

9. November 2007 - Dass die Schweizer Bevölkerung das Parlament 2011 per E-Voting wählt, hält die Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz für unrealistisch.
Artikel erschienen in IT Magazine 2007/20

Die flächendeckende Einführung von E-Voting würde die Schweiz 400 bis 600 Millionen Franken kosten. Dies erklärte Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz im einem Interview gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Einen wesentlichen Anteil des Geldes würde dabei die Harmonisierung der Stimmregister verschlingen. Diese werden nach kantonalem Recht geregelt, weshalb laut Huber-Hotz E-Voting-Systeme nicht einfach von einem Kanton auf den anderen übertragen werden können.


Bislang werden die E-Voting-Systeme, mit denen Tests in den Kantonen Genf, Neuenburg und Zürich durchgeführt werden, ausschliesslich für Abstimmungen verwendet. Am 25. November werden in drei Zürcher Gemeinden erstmals die Stichwahlen für den Ständerat auch elektronisch durchgeführt. Zürich will das Pilotprojekt im nächsten Jahr ausweiten, sodass 10 Prozent der Stimmbevölkerung ihre Stimme elektronisch abgeben können – einen grösseren Anteil verbieten die Test-Richtlinien des Bundes. Im nächsten Jahr soll es ebenfalls erste Tests mit der Stimmabgabe von Auslandsschweizern geben. Die Vorbereitungen dafür sollen laut Huber-Hotz aber erst im Kanton Neuenburg weit fortgeschritten sein


Dass die Schweizer Bevölkerung 2011 das Parlament elektronisch wählt, hält die Bundeskanzlerin für unrealistisch. Man könne über elektronische Wahlen auf nationaler Ebene erst diskutieren, wenn ein grosser Teil der Kantone
E-Voting ermögliche. Nebst den drei Pilotkantonen interessieren sich bislang aber nur Bern, St. Gallen und Waadt für die elektronische Stimmabgabe.


Server-Probleme geklärt

Nach 2003 kam es bei den Wahlen vom 21. Oktober wieder zu einer Server-Panne beim Verwaltungsrechenzentrum St. Gallen (VRSG), was für Verzögerungen bei der Stimmenauszählung der Kantone St. Gallen, Thurgau und Zürich sorgte. Laut VRSG haben sich die verschiedenen parallel betriebenen Systeme gegenseitig «negativ beeinflusst». Dies habe dafür gesorgt, dass sie kontinuierlich langsamer wurden und auf die Backup-Systeme umgestellt werden musste.

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