Intel mit Billig-P4 und AMD-Strategie

Intel bestätigt Spekulationen über einen 64-Bit-Desktop-Prozessor.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2004/03

     

Intel-Manager Paul S. Otellini hat in einem Interview bestätigt, dass Intel kommende Desktop-Prozessoren mit 64-Bit-Fähigkeiten ausstatten wolle. Er nannte zwar noch keinen Termin für die Erweiterung, auch sonst hüllte er sich eher in Schweigen. Doch lassen einige Fakten bereits abschätzen, wohin die Desktop-Reise geht. So soll es sich um eine AMD64-kompatible Befehlssatzerweiterung handeln, die Intel unter dem Codenamen «Yamhill» entwickelt. Man vermutet sogar, dass diese bereits im Kern der aktuellen Pentium-4-Variante «Prescott» eingebaut ist, aber ähnlich wie HyperThreading bei früheren Modellen noch deaktiviert ist. Da angeblich am Intel Developer Forum Mitte Februar wichtige Enthüllungen auf dem Plan stehen, geht man davon aus, dass Intel «Yamhill» dann der Öffentlichkeit vorstellen wird. Dies ist angesichts des durchschlagenden Erfolgs von AMDs 64-Bit-Prozessorlinie Opteron und der nach wie vor schlechten Akzeptanz von Intels bisherigem 64-Bit-Konzept mit dem Itanium 2 gar nicht so unwahrscheinlich, auch wenn Intel den Itanium damit wohl selber weiter in Bedrängnis bringt.




Realer als «Yamhill» ist dagegen heute Intels Pentium 4 mit dem «Prescott»-Kern. Der neue Kern ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger «Northwood» nicht schneller, dafür aber dank 90-Nanometer-Strukturen um etwa ein Viertel billiger. Die schnellste Version im bekannten Sockel-478-Gehäuse erreicht eine Taktfrequenz von 3,4 GHz. Auch sonst setzt «Prescott» neue Massstäbe: Die Verlustleistung bei den Topmodellen soll bei über 100 Watt liegen.




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