Symantec Ghost 7.0: Klonen, was das Zeug hält

Mit der inkrementellen Backup-Funktion und der Migration von User- Einstellungen mausert sich Ghost 7.0 zum umfassenden Cloning-Tool.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2001/23

     

Wer schon einmal mit einem Harddisk-Cloning-Tool gearbeitet hat, wird wohl kaum mehr darauf verzichten wollen, darin sind sich Systemverantwortliche landauf, landab einig. Neben DriveImage von PowerQuest hat sich in diesem Softwarebereich vor allem Symantec mit Ghost hervorgetan, das seit kurzem in der stark erweiterten Version 7 erhältlich ist. Ursprünglich machte sich das Tool allein im Image-Klonen stark. Mit dem vorliegenden Update bewegt sich Ghost aber auch in Richtung File- und Software-Distribution sowie Datensicherung.



Bei den Basisfunktionen hat sich in der jüngsten Version nicht viel geändert: Ghost bietet mit der sogenannten Multicasting-Technologie ein Verfahren, mit dem sich Partitionen einzelner Clients von einer Konsole aus in ein Image kopieren lassen, das dann wiederum vom Server aus auf weitere Clients kopiert werden kann. Um die einzelnen Clients zuerst startklar zu machen, wird über einen Assistenten eine Boot-Disk generiert, womit der Arbeitsrechner von der Multicast-Applikation angepeilt werden kann. Beim Multicasting über ein 100-Mbps-Ethernet mit aktivierter einfacher Komprimierung erzielten wir Datendurchsätze von rund 2,8 MB pro Sekunde. Oder anders ausgedrückt: Eine 1,1-GB-Partition liess sich so innert 6,5 Minuten in ein noch 740 MB grosses Ghost-Image klonen.




Beim Boot-Disk-Assistenten zeigen sich die ersten erwähnenswerten Neuerungen. Der Wizard ist nun auch in der Lage, Treiber für CD- und CD-RW-Laufwerke mit einzubinden. Darüber hinaus wurde die Liste der verfügbaren Netzwerkkarten-Treiber stark erweitert. Für die 3Com-LAN-Adapter unserer Testrechner fanden sich die Treiber sofort, ansonsten hat man aber auch die Möglichkeit, direkt im Assistenten Treiber von Drittherstellern einzubinden.


Zentral: Die Konsole

Die Vorbereitung der Clients für den Einsatz mit der Konsole empfanden wir als recht umständlich und wenig intuitiv. In einem ersten Schritt wird über die Boot-Diskette ein Multicast-Image erstellt, worauf serverseitig ein sogenanntes Boot-Partition-Image auf den Client zurückgespielt wird. Erst dann stehen die Rechner für den Zugriff via Konsole bereit.



Neu steht die Möglichkeit zur Verfügung, Benutzereinstellungen von einem Rechner auf den nächsten zu schieben. Dieses Feature erlaubt es beispielsweise, User-Einstellungen wie auch persönliche Dateien und sogar Registry-Settings zu übernehmen, den Client dann etwa mit einem neuen Betriebssystem auszustatten und alle zuvor kopierten Dateien und Einstellungen wieder hinüberzuschieben.




Der Prozess geht recht einfach von der Hand: Anhand von Templates werden für die Dateien bestimmte Filter gesetzt. Damit lassen sich beispielweise nur ausgesuchte Dateitypen wie Word-Files oder auch nur solche Dokumente bestimmen, deren Datum innerhalb eines bestimmten Bereichs liegen. Um auch komplexe Konfigurationen zu bewältigen, lassen sich mehrere dieser Templates kombinieren, wodurch die Flexibilität gewährleistet wird.



Im nächsten Schritt werden für die Anwender, die am betreffenden Client arbeiten, Profile angelegt, wobei bestimmt werden kann, für wen die zu übermittelnden Desktop-Einstellungen oder Netzwerkverbindungen eingesetzt werden sollen. Da alle Eckdaten bequem über eine Dialogbox erfasst werden, gestaltet sich dies als recht einfaches Unterfangen, das auch weniger versierte User kaum vor Probleme stellen dürfte.


Backup per Snapshot

Viele Unternehmen verzichten auf eigentliche Backup-Tools und setzen statt dessen auf die Imaging-Tools. Der grosse Nachteil ist bekannt: Das Kopieren von ganzen Partitionen nimmt nicht nur viel Zeit in Anspruch, sondern kostet auf dem Speichermedium auch viel Platz.
Symantec hat Ghost 7.0 jetzt eine inkrementelle Datensicherung spendiert. Ausgehend von einem Start-Image, einem sogenannten Snapshot, werden jeweils nur die geänderten Dateien in die Folge-Backups eingelesen. Der Systemverantwortliche hat damit die Möglichkeit, im Falle einer Fehlkonfiguration mühelos einen früheren Zustand wieder herzustellen. Für das Setzen der Parameter kommt auch bei dieser Funktion wieder die Konsole zum Einsatz.



Als kompletter Ersatz für eine Backup-Software kann Ghost aber allenfalls in kleineren Umgebungen genutzt werden. Grössere Unternehmen legen hier Wert auf weitergehende Funktionen, etwa für das Medien-Management oder die Datenbank-Unterstützung.




Weitere Features der jüngsten Ghost-Version betreffen den im Lieferumfang enthaltenen Boot-Server von 3Com, oder die enge Integration mit Microsofts Sysrep-Tool, womit Hardware-Inkompatibilitäten zwar nicht ausgeschlossen, aber doch vermindert werden können.



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