Ein Blick auf Google Chrome

Ein Blick auf Google Chrome

26. September 2008 - Der Google-Browser macht allenthalben Furore – meist wird aber nur die Oberfläche angesprochen. Wir haben auch die Technik unter der Haube etwas näher angeschaut.
Artikel erschienen in IT Magazine 2008/17

Kaum eine Softwareankündigung hat in letzter Zeit derart viel Aufsehen erregt wie die Betaversion von Chrome. Vom Fernsehen bis zur Gratiszeitung haben sämtliche Medien die Botschaft verkündet, Google habe einen eigenen Browser lanciert. Die Berichterstattung beschränkte sich dabei meist auf die hohe Geschwindigkeit und die spartanische Oberfläche. Die technischen Aspekte wurden nur am Rand erwähnt. Dennoch finden sich die interessantesten Neuerungen von Chrome unter der Haube.


Programmkern und Rendering

Chrome nutzt für die HTML- und CSS-Darstellung die von Apple auf Basis von KDE HTML entwickelte und quelloffen veröffentlichte Rendering-Engine Webkit. Sie ist vom Apple-Browser Safari her bekannt und gilt wie die Gecko-Engine von Mozilla als schnell und standardkonform, was sich anhand der Acid-Tests des W3C nachweisen lässt: Während die aktuelle IE8-Beta von Microsoft im Acid-3-Test auf 17 von 100 Punkten kommt, punktet Firefox 3 immerhin mit 70 Zählern. Safari 3 und Chrome liegen mit 73 beziehungsweise 74 Punkten an der Spitze.
Die Rendering-Engine macht aber noch nicht den ganzen Browser aus: Der Kern des Programms kümmert sich um die Verwaltung von Tabs und Fenstern und um die Integration mit dem Betriebssystem. Google hat hier einen bisher nicht nur bei Browsern unbekannten Ansatz gewählt: Beim Anlegen eines neuen Tab wird jeweils ein separater, von den bisherigen Tabs völlig unabhängiger Prozess gestartet – in der aktuell einzig verfügbaren Windows-Version läuft also für jedes Tab eine eigene Instanz von chrome.exe, was sich mit dem Windows-Taskmanager leicht überprüfen lässt. Es geht sogar noch weiter: Auch Plug-ins wie den Flash-Player oder Silverlight lässt Chrome in einem eigenen Prozess laufen, was zusätzliche Betriebssicherheit gibt. Chrome ist damit weit und breit das einzige Programm, das im gleichen Fenster den Output mehrerer Prozesse darstellt. Der Vorteil: Von einem Crash oder von Verzögerungen beim Laden oder Verarbeiten bei einer der aufgerufenen Websites sind die anderen Tabs nicht betroffen.

 
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Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
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