Zettelwirtschaft und Gärtlidenken

Zettelwirtschaft und Gärtlidenken

6. Oktober 2005 - Politik, Territorialdenken und eine generelle Skepsis gegenüber voll digitalisierten Prozessen bremsen die IT-Zusammenarbeit von Spitälern.
Artikel erschienen in IT Magazine 2005/18

Die Krankenkassenprämien steigen auch nächstes Jahr um mehr als fünf Prozent. Ein guter Teil der Gesundheitskosten fällt in den Spitälern an – und dies nicht nur, weil zu viele Eingriffe verordnet und durchgeführt werden: Mit kostensparender Zusammenarbeit hapert's im Schweizer Spitalwesen, und das gilt gerade auch für die IT. Nur dort, wo statt Konkurrenzdenken, Polit-Games und Festhalten an der bisherigen Arbeitsweise sachbezogenes Teamwork herrscht, führen Kooperationsprojekte zum Erfolg.


Föderalismus und Imponiergehabe

Analog zum E-Government stellt das föderalistisch organisierte Spitalwesen der grossräumigen Zusammenarbeit zwischen Spitälern a priori ein gewisses Hindernis entgegen – je nach Kanton gelten zum Beispiel auch im Tarmed-Zeitalter für die Abrechnung unterschiedliche Usanzen und Regelungen.
Interkantonale Kooperationen sind aber selbst im Kernbereich des Spitalwesens, also bei medizinischen Fragen, eher selten. Stattdessen balgt man sich hahnenkampfartig darum, wer überhaupt welche Leistungen erbringen darf – bestes Beispiel ist der aktuelle Streit um die Spitzenmedizin zwischen Zürich und dem Rest der Schweiz.
Was auf der medizinischen Seite Usus ist, macht auch vor der Informatik nicht halt, zumal in der für IT-Entscheide zuständigen Spitalleitung auch die Chefärzte vertreten sind – oft sogar so, dass sich die Spitzenvertreter der verschiedenen Abteilungen wie Chirurgie, Medizin und Gynäkologie im Turnus abwechseln und naturgemäss jedesmal ihre Partikularinteressen vorantreiben.

 
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