IT-Dienstleister: Abschied vom starren Rollendenken

IT-Dienstleister: Abschied vom starren Rollendenken

3. November 2009 - Die Funktion als Schlüsselpartner ihrer Kunden fordert IT-Dienstleister heraus und verpflichtet. Die Zeit der starren Modelle und des damit verbundenen Rollendenkens ist vorbei. Dies führt zu Verunsicherungen, bietet aber auch neue Chancen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/11

Wie man Wolken beurteilt, hängt vom Standpunkt des Betrachters ab: Drohen sie, das lange geplante Gartenfest zu vermasseln, sind sie lästig. Bringen sie Niederschlag, um nach längerer Trockenperiode das Wachstum der Vegetation zu fördern, sind sie sehr willkommen. Unabhängig vom individuellen Standpunkt ist allen Betroffenen bewusst, dass solche Wolken dann und wann erscheinen.


Wenn man es weiss, kann man entsprechend vorsorgen. In diesem Fall sollte man deshalb, so der lapidare Schluss, seinen Standpunkt flexibilisieren, um sich rasch anpassen zu können und möglichst mehrere gute Optionen zur Verfügung zu haben. Und schliesslich sollte man dafür sorgen, sich abzeichnende Grosswetterlagen möglichst frühzeitig vorauszusehen und sich dann entsprechend vorzubereiten.


Definieren, umsetzen und nutzen

Die IT-Welt setzt sich aus drei Akteursgruppen zusammen: Diejenige mit der Definitionsgewalt in punkto Unternehmensziele, Organisation, Technologien oder Infrastruktur geben – abhängig von Grösse und Marktanteilen - die Hauptmarschrichtungen vor. Die Umsetzer, Vermittler, Partner sind gefordert, diese Entwicklungen möglichst gewinnbringend zu adaptieren und einzusetzen. Und die Nutzer wählen das aus, was Ihnen plausibel, interessant, attraktiv, zwingend erscheint – idealerweise ist dies deckungsgleich mit dem, was ihnen als interessant, attraktiv etc. vermittelt wird.


Soweit zum vereinfachten theoretischen Modell. Praktische Tatsache ist, dass zwischen diesen einzelnen Akteursgruppen Gräben bestehen. Anders lässt sich kaum erklären, dass heute noch in manchem Betrieb veraltete zentrale Serversysteme in Staubsauger-Reichweite der Reinigungskraft betrieben und vom firmeneigenen IT-Freak im Nebenjob unterhalten werden, obwohl die Vorzüge professioneller Betriebsmodelle (und der neuesten Software-Version) seit geraumer Zeit gebetsmühlenartig wiederholt worden sind. Auf der anderen Seite gibt es im Bereich der Informationstechnologie aber auch Erfolgsgeschichten, die realistischerweise so gar nicht hätten geplant werden können. Die Praxis zeigt auch, dass die genannten Akteursrollen nicht ganz so starr sind, wie das Modell auf den ersten Blick vermuten lässt. Umsetzer können schnell zu Definierenden werden – und umgekehrt - wie das Beispiel der in diesem Zusammenhang nur bildhaft zu verstehenden „Wolke“ lehrt.

Nun könnte man sich einfach auf den Standpunkt stellen: That’s business. Die einen haben Erfolg, die anderen eben nicht. Doch, so sehr diese Aussage auch zutrifft, eine vernünftige Basis für ein tragfähiges, nachhaltiges Geschäftsmodell, welches von möglichst sicheren Annahmen ausgehen sollte, ist das natürlich nicht. Und in Zeiten rasch wechselnder Witterungslagen sowieso nicht.

 
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