Fünf Schritte zur richtigen BI-Lösung

Fünf Schritte zur richtigen BI-Lösung

17. April 2009 - Business Intelligence ist eines der grossen Trendthemen, mit dem sich IT-Verantwortliche beschäftigen. Doch wie finden Unternehmen die passende Lösung? Ein Leitfaden.
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/05

Für viele Unternehmen ist eine Business-Intelligence (BI)-Lösung unverzichtbare Basis zentraler Geschäftsentscheidungen. Dabei kann BI vieles sein: von der einfachen Excel-Auswertung bis hin zur hochkomplexen IT-Lösung mit umfangreichem Data Warehouse. «Welches ist die richtige Lösung für mich?», lautet die berechtigte Frage vieler Unternehmen. Wie viel BI brauche ich wirklich? Und was muss bei der Produktauswahl beachtet werden? Im folgenden Fachartikel findet sich ein Leitfaden, wie Unternehmen in fünf Schritten die passende BI-Lösung finden:


Schritt 1: Was brauche ich?

Business-Intelligence-Lösungen gibt es in unterschiedlichsten Ausprägungen. Um exakt den Lösungsumfang zu ermitteln, der tatsächlich benötigt wird, ist eine detaillierte Bedarfsanalyse zu Beginn des Projektes erforderlich. Was selbstverständlich anmutet, wird in der Praxis nicht selten ignoriert.


«Da wird oft munter drauflosgeplant und gebastelt, obwohl die Anforderungsanalyse bestenfalls noch grobes Stückwerk ist», berichtet Mark Zimmermann, Geschäftsführer des BI-Spezialisten Infomotion, von seinen Erfahrungen. Infomotion zählt zu den führenden deutschen IT-Beratungsunternehmen für BI-Lösungen. Ende 2008 hat das Unternehmen, zu dessen Kunden beispielsweise ENBW, Union Investment, Deutsche Post und Adidas zählen, eine Niederlassung in Basel gegründet. «Nur wer sich von Anfang an darüber im Klaren ist, welches konkrete Ergebnis er anstrebt, wird dieses am Ende auch erreichen.» Und das natürlich auf einem möglichst ressourcenschonenden Weg.

«Oft wird am Anfang alles Mögliche in das Projekt gepackt, von dem irgendwie angenommen wird, es würde sich im Zweifel schon als nützlich erweisen. Und das nur, weil man sich zu Beginn um die genaue Zieldefinition gedrückt hat.» Dies verursacht unnötige Mehrkos-ten, die eine durchdachte Projektplanung und ein gezieltes Vorgehen wirksam zu verhindern helfen, so Zimmermann.


Um die genauen Ziele zu ermitteln, die mit Hilfe der BI-Lösung erreicht werden sollen, hat es sich bewährt, zunächst die bestehenden Defizite ins Auge zu fassen. Sprich: Wo schmerzt es beim Reporting und Datenmanagement aktuell am meisten? Wo gibt es Prozessprobleme, wo einen zu hohen manuellen Aufwand, wo herrscht ein Mangel an aktuellen und integrierten Daten beziehungsweise an entsprechenden Berichten? Ein Beispiel: «Bei einem unserer Kunden haben die Mitarbeiter vor Einführung des BI-Systems regelmässig unterschiedliche Daten als Grundlage für ihre Auswertungen genommen. Mit dem Effekt, dass die Zahlen in den Reports naturgemäss stark differierten», so Zimmermann.


Sein Rat: «Gehen Sie bei der Bedarfsanalyse möglichst früh ins Detail.» Es muss nicht nur geklärt werden, welche Kennzahlen benötigt werden, sondern auch, auf welcher Aggregatsebene und in welcher Aktualität. Insbesondere letzterer Punkt kann später entscheidende Auswirkungen auf das System haben. Und je früher die Wegrichtung klar ist, desto schneller können die richtigen Weichen bei der Systementwicklung gestellt werden. «Für einen Kunden, für den eine besonders schnelle Zugriffszeit auf die Daten entscheidend war, haben wir die Infrastruktur des Systems so aufgebaut, dass die Daten in halbstündigem Rhythmus aktualisiert werden, statt diese erst beim Zugriff extra zu erzeugen», erklärt der BI-Experte.


Darüber hinaus sollte die Anforderungsanalyse Antwort darauf geben, anhand welcher Dimensionen (Kunden, Produkte, Regionen, Zeit etc.) die Daten analysiert werden sollen und welche Detailtiefe gewünscht wird. Gleiches gilt für die Fragen, welche Analyseperspektiven es gibt und wie diese in den Datenmodellen berücksichtigt werden können. «Um diese Punkte erschöpfend zu klären, ist es unerlässlich, die Fachabteilungen von Anfang an ins Boot zu holen», rät Zimmermann. «Denn die wissen in der Regel am besten, von welchen Funktionalitäten, Reports etc. sie bei ihrer täglichen Arbeit am stärksten profitieren.»


Und: Man muss frühzeitig klären, wer in Zukunft welche Informationen erhalten soll. So kann das System bei Bedarf so aufgebaut werden, dass es einen öffentlichen und einen geschützten Bereich gibt, auf den beispielsweise nur die Entscheider des Unternehmens Zugriff haben.

 
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