Build 2019: Cloud, AI und IoT im Fokus

Build 2019: Cloud, AI und IoT im Fokus

(Quelle: Microsoft)
8. Juni 2019 - Von Urs Bertschy

Microsoft konnte an ihrer Entwicklerkonferenz Build mit spannenden Ankündigungen aufwarten. Dazu zählen die Integration eines Linux Kernels in Windows 10, die Vereinheitlichung der .NET-Strategie, eine Online-Variante von Visual Studio und ein neues Framework für die Entwicklung von kollaborativen Anwendungen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2019/06
Einmal mehr hat Microsoft Anfang Mai die Entwicklerkonferenz Build 2019 abgehalten. Rund 6000 Teilnehmer, die sich aus erster Hand über die Zukunftspläne der Redmonder informieren wollten, liessen sich nach Seattle locken. Ein Trend, der sich bereits im letzten Jahr abzeichnete, wurde dieses Jahr noch deutlicher: Windows rückt weiter aus dem Zentrum von Microsofts Plattformstrategie. Die Zukunft gehört den Cloud-Plattformen Azure und Microsoft 365, welche die Grundlage für moderne Anwendungen liefern sollen. Trotz dem Fokus auf die Cloud gab es auch eine Reihe von Ankündigungen zu Windows, Edge und Visual Studio.

Windows 10 erhält Linux Kernel

Für Windows konnte Microsoft mit einer Ankündigung aufwarten, mit der so wohl niemand gerechnet hätte: Windows 10 und Windows Server werden einen "echten" Linux Kernel erhalten.

Bereits seit dem Anniversary Update (Build 1607) verfügt Windows 10 über ein Subsystem für Linux. Dieses leidet allerdings unter schlechter Performance bei Dateioperationen und mangelnder Kompatibilität. Der Grund: Linux-Systemaufrufe in die Windows API müssen erst mit Hilfe eines Transition Layers übersetzt werden.

Mit dem neuen Windows Subsystem for Linux 2 (WSL 2) wirft Microsoft den bisherigen Ansatz über Bord und integriert einen echten Linux Kernel (derzeit basierend auf Linux 4.19). Dieser soll in einer schlanken Virtual Machine betrieben werden und für den Start nur rund eine Sekunde benötigen. Neben dem nativen Support von Linux-Treibern wird das neue Linux-Subsystem auch den direkten Betrieb von Linux-Docker-Containern ermöglichen. Eine erste Fassung von WSL 2 soll ab Ende Juni über das Windows Insider Programm (Fast Ring) zur Verfügung stehen. Basierend auf WSL 2 wird man via Microsoft Store auch Linux-Distributionen wie Ubuntu, Opensuse oder Debian installieren können.
In seiner Vision Keynote lieferte Microsoft-CEO Satya Nadella einen Überblick über die neuesten Trends und ­Technologien seines Unternehmens.
Windows 10 und Windows Server werden ein vollwertiges Linux-Subsystem erhalten.
.NET 5.0 wird künftig die Grundlage für alle .NET-Anwendungsarten sein.
Visual Studio wird es künftig auch in einer Online-Variante geben, welche sich direkt via Webbrowser nutzen lässt.
Das Fluid Framework liefert die Basis für die Umsetzung von kollaborativen Anwendungen.
Die Microsoft Graph API ermöglicht Entwicklern, in der Microsoft 365 Cloud gespeicherte Informationen in eigenen Anwendungen zu nutzen.
Mit dem Machine Learning Visual Interface sollen sich AI-Lösungen in einer visuellen UI konzipieren lassen, ohne Code schreiben zu müssen.


Modernes Windows Terminal

Mit Windows Terminal werden Windows 10 und Windows Server endlich um eine moderne Kommandozeilen-Konsole erweitert. Windows Terminal kann sowohl für den guten alten Command Prompt (CMD), für Powershell als auch als Shell für das Linux-Subsystem (WSL) genutzt werden. Eine neue Textrendering-Engine soll dank GPU-Support alle Unicode-Zeichen, Glyphen, Symbole und sogar Emoticons in ansprechender Qualität ausgeben können. Sehr praktisch: Das neue Terminal bietet Support für Registrierkarten, über die mehrere offene Sessions in eigenen Fenstern verwaltet werden können. Weitere Features sind vorkonfigurierbare Farb- und Layout-Themes sowie Support für Shortcuts und Erweiterungen (Plug-ins). Windows Terminal soll diesen Sommer via Microsoft Store in einer Preview-Fassung zur Verfügung stehen. Version 1.0 ist für Ende 2019 ­geplant.
 
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