CIO-Interview: "Die technologischen Herausforderungen sind gross"

CIO-Interview: "Die technologischen Herausforderungen sind gross"

Artikel erschienen in IT Magazine 2019/10
Waren diese doch grossen Herausforderungen auch das, was Sie an dieser Position bei CKW gereizt haben?
Als studierter Elektrotechniker finde ich die Kernmaterie bei CKW schon mal sehr interessant. Zudem ist die IT-Seite im Energiegeschäft unglaublich vielfältig. Es gibt die bestehenden, heterogenen Systeme, über die wir bereits gesprochen haben. Es gibt aber auch enorm spannende, zukunftsgerichtete Themen. So werden wir über Technologie wie Blockchain oder Smart Logics beziehungsweise Smart Contracts versuchen, neue, hochtechnologische Wege zu finden, um neue Geschäftsmodelle und Produkte zu entwickeln. Die technologischen Herausforderungen sind unbestritten gross, gereizt hat mich aber vor allem auch die Herausforderung, die Firma und ihre Belegschaft hinter das anstehende Veränderungsprogramm zu bringen, das letztlich das ganze Unternehmen verändern wird.

Das bringt mich zur nächsten Frage: Vor Ihnen gab es in der IT Bereichsleiter, die nun quasi einen CIO vor die Nase gesetzt bekommen haben. Wie steht es um Ihre Akzeptanz bei den Mitarbeitern und wie haben Sie Akzeptanz in diesem Veränderungsprozess geschaffen?
Wir stehen erst ganz am Anfang dieses Veränderungsprozesses, darum kann ich den zweiten Teil ihrer Frage kaum beantworten. Ich glaube aber schon, dass ich die Mitarbeiter bis jetzt abholen konnte und dass die einzelnen Geschäftsbereiche meine Ideen unterstützen. Ich habe viele Vier-Augen-Gespräche geführt, erklärt, welche Ziele ich anstrebe, und auch erklärt, wer ich selbst bin. Eine moderne IT ist nicht hierarchisch, sondern in Netzwerken organisiert, in denen jeder seine Rolle hat. Ich bin mir auch meiner Rolle durchaus bewusst, ich weiss, dass ich kein Experte auf allen Gebieten bin. Meine Mitarbeiter sind die Experten, und ich bin keine Konkurrenz für sie, sondern auf sie angewiesen. Ich glaube, so konnte ich nicht nur Akzeptanz schaffen, sondern auch eine gewisse Dynamik erzeugen.
Nebst vielen Gesprächen, die Sie geführt haben: Welche Aufgaben haben Sie die ersten Monate im Job sonst vor allem beschäftigt?
Festzustellen, wo die echten Herausforderungen im Unternehmen liegen. Es galt für mich herauszufinden, was mit Priorität angegangen werden muss, wo es wirklich kritisch werden könnte in absehbarer Zeit. Ausserdem ging es darum, die Opinion Leader kennenzulernen, um so zu spüren, wie ich Dinge möglichst rasch voranbringen kann. Wichtig war nicht zuletzt auch herauszufinden, wie das Verhältnis zur Konzernmutter Axpo funktioniert, und ich musste sicher auch meine Arbeitsweise in gewissen Bereichen dem Unternehmen anpassen.

Sind Sie bereits drin im Tagesgeschäft und können Sie ausführen, wie dieses Tagesgeschäft ausschaut?
Als moderner CIO habe ich kein eigentliches Tagesgeschäft. Das Tagesgeschäft muss funktionieren, und darum kümmern sich meine Bereichsleiter, die das hervorragend machen. Mein Job ist es, zusammen mit externen Beratern und der Geschäftsleitung Wege zu finden, wie wir CKW als Unternehmen vorwärtsbringen können. Wir beschäftigen uns mit Fragen wie der, was die Digitalisierung für CKW bedeutet, wo Eingriffe nötig sind und was diese Erkenntnisse für die IT bedeuten. Daneben tausche ich mich mit anderen Energieunternehmen aus und engagiere mich in Initiativen wie Digital Switzerland, um so die Rolle, welche die IT und moderne Technologien wie Blockchain für die Versorgungsindustrie in Zukunft spielen könnte, mitzugestalten. Und dann führe ich wie bereits erwähnt jeden Tag zahlreiche Vier-Augen-Gespräche, in denen ich erkläre, warum das Alignment von Business und IT so enorm wichtig für die Zukunft ist.

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