Der Weg in die IT für Berufsumsteiger

Der Weg in die IT für Berufsumsteiger

Artikel erschienen in IT Magazine 2019/04
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Immerhin: Die Ausbildungsanbieter unterstützen die Umsteiger bei der Stellensuche. Im Kanton Zürich sind sie dazu im Rahmen der SOG-Bewilligung des Kantons (schulisch organisierte Grundbildung) sogar verpflichtet, wie Barbara Jasch erklärt. Sie fügt an: "ZLI bietet den Quereinsteigerlehrgang seit 2000 an und hat in diesen Jahren viele Kontakte zu Betrieben knüpfen können, welche immer wieder eine Praktikumsstelle für Quereinsteiger anbieten. Diese Stellen stehen in keiner Konkurrenz zur klassischen Berufslehre, denn es gibt für Firmen Gründe, wieso sie auf die erwachsenen Lernenden setzen und nicht auf die 16-jährigen." Bei Bénédict wird derweil ein IT-Recruiting angeboten, bei dem sich Lehrbetriebe und Studenten treffen können. Normalerweise werde ein Praktikum (80 oder 100%) absolviert, wobei Bénédict den Studenten ein gestaffeltes Salär empfiehlt, wenn die Praktikumsdauer länger als ein Jahr ist. Die Stiftung Wiss erklärt, man betreue die Berufsumsteiger im Bewerbungsprozess und sei regelmässig im Kontakt mit Praktikumsbetrieben. So wisse man, wo eine Stelle zu besetzen sei und welche Anforderungen der Berufsumsteiger erfüllen muss. Auch bei Wiss haben die Absolventen in der Regel eine Praktikumsstelle, eine Festanstellung als Informatiker sei ebenfalls möglich, nicht aber eine Lehrstelle. Im ersten Ausbildungsjahr sind maximal 60 Prozent Tätigkeit möglich. Im zweiten Jahr kann 100 Prozent gearbeitet werden, und wenn der Berufsumsteiger vor dem dritten Semester noch keine Praktikumstelle hatte, dann muss er ab dem dritten Semester wie erwähnt sogar zu 100 Prozent in einem Betrieb arbeiten. Bei ZLI lautet die Pensums-Empfehlung maximal 80 Prozent, da ein Schulmodell mit Tages- und Abendunterricht gefahren wird. Wichtig sei ausserdem, dass im Beruf mittels Praktika oder befristetem Arbeitsvertrag gearbeitet und nicht etwa "nur" ein Lehrvertrag abgeschlossen wird.

Kein Spaziergang

Ein Zuckerschlecken ist die Ausbildung sicher nicht. Nebst den doch erheblichen Kosten (siehe Kasten) ist auch der Zeitaufwand nicht zu unterschätzen. Rolf Ryser von der Stiftung Wiss spricht von rund zehn Stunden bis 20 Stunden (ohne Vorkenntnisse) Lernaufwand, die im ersten Jahr zu den drei Schultagen dazukommen. Im zweiten Jahr reduziert sich der Aufwand auf vier bis fünf Stunden, zudem ist nur noch Samstags Unterricht. Bénédict beziffert den Aufwand zusätzlich zur Unterrichtszeit (Di./Do. jeweils 18.00 bis 21.45 sowie Samstag ganzer Tag) auf rund einen Arbeitstag. Und ZLI empfiehlt jedem Teilnehmenden, neben Schule und Arbeit noch acht bis zwölf Stunden fürs Lernen, Vertiefen und Anwenden pro Woche einzuplanen. Der schulische Teil umfasst insgesamt 1600 Lektionen Unterricht, der an einem Tag und zwei Abenden pro Woche vermittelt wird. Dazu kommen drei bis vier Projektwochen pro Jahr. "Eine berufsbegleitende Ausbildung ist kein Spaziergang, da muss für zwei Jahre der gewohnte Lebensrhythmus angepasst oder umgestellt werden, allenfalls Verzicht geübt werden, um dann das EFZ zu erreichen", macht Barbara Jasch klar.
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