Digitale Handwerkersuche

Start-up Ofri

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Artikel erschienen in IT Magazine 2019/03
Seite 2

Aus eigener Tasche finanziert

Heute besteht das Start-up, dessen Name sich auf die englischen Ausdrücke offers und free zurückführen lässt, aus einem internationalen Team, das sich aus einer Gruppe von vier festen Mitarbeitenden sowie einer Handvoll freischaffender Autoren zusammensetzt. Die Rollen sind dabei klar aufgeteilt. So kümmert sich Hertach um die Geschäftsführung und das Produkt-Management, während die drei anderen Mitarbeitenden jeweils den Kundensupport, die Software-Entwicklung, das Marketing respektive die Kommunikation verantworten. Das Start-up setzt dabei auf ein modernes Arbeitskonzept, alle Mitarbeiter können ihren Arbeitsort selbst auswählen, was auch zu einem gewissen Grad für die Arbeitszeit gilt. "Wir machen damit eine sehr bereichernde Erfahrung", verrät Hertach. "Ich glaube, wir sind gerade auch deshalb so effizient. Wenn man sich nicht täglich sieht, muss man optimal organisiert sein. Durch die modernen Kommunikationsmittel wie Slack und Zoom merken wir die Distanz eigentlich nicht." Zudem trifft sich das gesamte Team jährlich zu einem Company Retreat.

Bevor die Plattform 2010 live ging, galt es für Hertach und sein Team jedoch einige Hindernisse zu überwinden, die anderen Start-up nicht unbekannt sein dürften. Unter anderem entschied sich der Gründer, die Firma ohne Investoren zu starten. "Da ich keinen Track Record mit Firmengründungen hatte und auch bloss die Idee da war, dachte ich, Fundraising wäre Zeitverschwendung", verrät Hertach und ergänzt: "Die Zeit war aus meiner Sicht besser investiert, wenn ich an einem Prototyp arbeite, um dann später auch schon etwa vorweisen zu können."

So war es denn auch eine der grössten Herausforderungen, mit den begrenzten Ressourcen zu arbeiten. Als Startkapital konnte Hertach rund 40’000 Franken aufwenden, das dieser während zwei Jahren als Angestellter angespart hatte. "Das musste reichen", so Hertach, der in den ersten Jahren quasi alles allein bewältigte. "Ebenfalls musste ich lernen zu programmieren, was ich ursprünglich so nicht geplant hatte." Das Interesse an der Plattform war aber von Beginn an vorhanden, so dass Ofri auch ohne Investoren wachsen konnte.

Word of Mouth

Besonders die Tatsache, dass Nutzer die Plattform anderen potentiellen Nutzern weiterempfehlen, verhalf dem Start-up mit Sitz in Zürich dabei zum gewünschten Wachstum. "Gemäss einer internen Umfrage mit 1900 Nutzern liegt die Weiterempfehlungsrate bei 98,4 Prozent", verrät Hertach. So konnte sich Ofri auch ohne grosse Marketingausgaben organisch weiterentwickeln.

Doch nicht alles lief reibungslos. So war das ursprüngliche Konzept, mit dem der Prototyp 2010 online ging, auf der Anbieter-Seite teils kontrovers. "Es konnten damals neben professionellen Handwerkern auch Privatpersonen an Ausschreibungen teilnehmen", erklärt Hertach. "Das kam bei Privatpersonen gut an, bei den professionellen Handwerkern überhaupt nicht." Dies führte 2012 zum Entscheid, auf Privatpersonen als Anbieter zu verzichten, um so die Qualität der Plattform langfristig zu gewährleisten. Seit da setzt man bei den Anbietern ausschliesslich auf gemeldete Firmen.
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