Backup, aber wie?

Backup, aber wie?

Artikel erschienen in IT Magazine 2018/12
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Fehlen Backups, können die Folgen gravierend sein. So hat in einem Fall ein Unternehmen aus dem Retail-Bereich eine komplette Inventur des Lagerbestandes in allen Filialen veranlassen müssen, da bei den Big-Data-Analysen dieser Daten einzelne Einträge verfälscht wurden. Niemand konnte sicher sagen, welche Werte noch stimmten. Das Unternehmen hat sich danach schnell entschieden, ihre Big-Data-Datenbank per Backup zu ­sichern.

Die weiteren Risiken dürften aus anderen Anwendungsfällen bereits wohlbekannt sein. Essenzielle Teile der Infrastruktur wie die Datenbank können ausfallen oder gehackt werden. Beim Aufspielen von Updates oder Upgrades können derweil genauso Fehler passieren, welche die Big-Data-Module abstürzen lassen. In allen Fällen ist es sinnvoll, auf eine Vorversion zurückgehen zu können, um den Ausfall schnell zu überbrücken. Ein Data Scientist möchte zudem vielleicht den Ist-Zustand einer wichtigen Analyse sichern und archivieren, um sie zu einem späteren Zeitpunkt nochmal zu untersuchen.

Einstieg in die grosse Datenwelt

Die meisten KMU investieren, um erste Erfahrungen mit Big Data zu sammeln und ohne viele eigene Ressourcen zu binden, in ein Applikationsmodul der gros­sen Cloud-Service-Provider. Ob Amazon, IBM, Google oder Microsoft, jeder der Dienstleister erlaubt es dem Kunden, mit geringem Aufwand zu beginnen.

Die Provider selbst handeln nach einem Shared-Responsibility-Modell, bei dem immer ein Teil der Verantwortung für die Daten und deren Compliance beim Kunden liegt. Werden Daten verfälscht oder gehen verloren, liegt die Verantwortung auf Seiten der Kunden, diese aus einem eigenen Backup zu rekonstruieren. Immerhin bieten die Provider ihren Kunden für diesen Zweck so genannte Snapshot-basierende Backups an, die in den Anwendungsmodulen als Feature integriert sind. Jeder Cloud-Provider nutzt einen anderen Ansatz mit eigenen Regelwerken, Konsolen und Befehlen für seine Umgebung.

Nutzt ein Unternehmen also Cloud basierende Big-Data-Analysen unterschiedlicher Provider, wird sich jemand im Unternehmen mit den jeweiligen Snapshot-­Technologien auseinandersetzen und ver­stehen müssen, was bei der Wiederherstellung der jeweiligen Daten tatsächlich erreicht wird. Diesen Punkt sollte man nicht unterschätzen, schliesslich bietet die Cloud dem Kunden theoretisch die Option, für jede Aufgabe das am besten geeignete Cloud-­Modul zu wählen, im Idealfall von unterschiedlichen Anbietern. Schnell ist es geschehen, dass selbst kleine Unternehmen plötzlich die Dienste mehrerer Cloud-Provider nutzen wollen, die alle ihr eigenes Cloud-basierendes Backup-­Schema liefern.
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