Kontenverwaltung in der Wolke

Kontenverwaltung in der Wolke

9. März 2014 - Von Frank Zscheile

Die Schweizer Airline Swiss hat eine Cloud-Lösung für die zentrale Verwaltung von Bankkonten und dazugehörigen Informationen wie Zugriffsrechten eingeführt.
Artikel erschienen in IT Magazine 2014/03

Zugänge nicht an SAP geknüpft

Deshalb benötigte Swiss eine neue Lösung zur schnellen und sicheren Verwaltung aller Zeichnungsberechtigungen ihrer Bankkonten. Die Suche nach einem geeigneten System ging dabei in zwei verschiedene Richtungen: entweder herkömmlich Client-basiert oder als Software as a Service. In die engere Wahl kam zunächst ein bei der Konzernmutter eingesetztes, selbst erstelltes System auf SAP-Basis, das über das Berechtigungskonzept von SAP läuft. «Es stellte sich für unsere Zwecke aber als sinnvoller heraus, eine Cloud-Lösung einzusetzen, die nicht in direkter Verbindung zu bereits bei uns im Einsatz befindlichen System steht», erklärt Cédric Suchet, Head of Treasury & Risk Management bei Swiss. Schliesslich entschied man sich für den Bank Account Manager des Herstellers TIS aus Walldorf, also die SaaS-Variante. Für die Wahl sprach laut Suchet auch die Nutzerfreundlichkeit, denn das Anlegen neuer Datenfelder und das Verwalten von Dokumenten lässt sich damit gegenüber der alternativen Lösung einfacher realisieren, erklärt der Treasury-Leiter.
Ferner ist ein Cloud-basiertes System angeblich weit günstiger als eine Software, die auf den eigenen Servern installiert ist – bei einem weltweit aufgestellten Luftfahrtunternehmen wäre der Aufwand, einen Client in den PCs aller Aussenstellen zu installieren, viel zu hoch gewesen, gemessen an dem, was Swiss mit dem Einsatz der Software erreichen wollte, meint Suchet. «Eine Web-basierte Anwendung wie den Bank Account Manager können wir hingegen recht einfach überall in unserem Unternehmen an jedem Standort einsetzen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für eine Fluggesellschaft. Zudem ist sie ohne die Last der typischen Client-Lösungen nutzbar.»

Datensicherheitspflichten vorab definiert


Da Bankkontendaten für ein Unternehmen stets sensibel sind und vor unbefugten Zugriffen geschützt werden müssen, wurde im Projekt von Beginn an auch die IT-Security der Swiss hinzugezogen. Diese überprüfte die Standards für eine Datenvereinbarung mit dem Software-Anbieter. In dieser sind Rechte und Informations- sowie Datensicherungspflichten des Datenexporteurs (Swiss) und -importeurs (TIS) festgehalten.
Mitte 2012 begann schliesslich die Testphase. Dazu Henrik Schindler: «Wir erhielten einen Web-Zugang auf das Management-Tool. Dort war eine Auswahl an Bankdaten, die wir zuvor übermittelt hatten, bereits aufbereitet enthalten. Damit konnten wir dann schon einmal arbeiten und damit beginnen, die restlichen Daten nachzuliefern.» Zuvor musste das Treasury die Bankdaten allerdings erst für ihre Übertragung in die Software aufbereiten, denn in dieser gibt es verschiedene Möglichkeiten, Clearing Codes, Adressen oder Kundendaten individuell anzulegen. Bevor das Tool mit Inhalten gefüllt wurde, galt es also, sich Gedanken darüber zu machen, welche Informationen für die internen Stellen wichtig sind und daher für den Import aufbereitet werden müssen.

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