Start-up Yokoy: Spesen auf Autopilot

Start-up Yokoy: Spesen auf Autopilot

(Quelle: Yokoy )
3. Oktober 2020 - Das Fintech Start-up Yokoy verfolgt die Vision, die Spesen- und Geschäftskreditkarten-Prozesse von Firmen komplett zu automatisieren. Dazu setzt das Jungunternehmen auf Künstliche Intelligenz.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/10
Das in Zürich ansässige Start-up Yokoy verwendet Künstliche Intelligenz, um Spesen- und Firmenkreditkartenverarbeitung zu automatisieren, vom Bild einer Quittung bis hin zu den Compliance-Prüfungen, der Finanzbuchung, der Mehrwertsteuer-Vorsteuerrückforderung, Archivierung und Rückerstattung. Dies soll es Managern und dem Finanzteam ermöglichen, sich nur auf Ausnahmen und Ausreisser zu konzentrieren. Seit September 2020 bietet Yokoy zudem eine eigene integrierte Firmenkreditkarte an, welche auf Karten- und Wechselkursgebühren verzichtet.

Die Vision von Yokoy ist es, durch die Automatisierung der Geschäftskreditkartenprozesse Zeit und Geld zu sparen, die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen, die Komplexität zu reduzieren und die Einhaltung von Vorschriften sicherzustellen. Im Gegensatz zu herkömmlichen digitalen Lösungen soll die Technologie des Unternehmens den Prozess für alle Beteiligten des Ausgabenmanagements – Mitarbeiter, Manager und das Finanzteam – vereinfachen.

Eine (Spesen)-Revolution

Die Idee stammt ursprünglich vom heutigen CTO und Mitgründer, Devis Lussi. 2018 war er weltweit für einen Grosskonzern tätig und hatte es satt, monatlich so viele Stunden zu vergeuden mit dem mühsamen Zusammentragen von Spesenberichten. «Im Gespräch mit unserem heutigen CEO Philippe Sahli war schnell klar, dass dies eine Geschäftsidee ist, die Potenzial hat», so Melanie Gabriel, ebenfalls Mitgründerin und heute CMO von Yokoy. Gleichzeitig stiessen Thomas Inhelder (CFO) und Lars Mangelsdorf (CCO) dazu, die das müssige Thema Spesen ebenfalls zur Genüge kannten. So entstand zunächst das Unternehmen Expense Robot.

Die fünf Mitbegründer erlebten den Schmerz der manuellen Vorbereitung, Verfolgung, Kontrolle, Genehmigung und Bearbeitung von Ausgaben also aus erster Hand und machten sich daran, eine Revolution einzuleiten. Das Ziel war klar: maximal fünf Sekunden manuelle Arbeit pro Spesen- und Geschäftskreditkartentransaktion und keine Verlagerung der Arbeit vom Mitarbeiter zum Finanzteam. Manuelle Arbeit sollte auch auf Sonderfälle beschränkt werden, die von der KI nicht validiert werden können. Ein Unternehmen mit etwa 150 Spesen- oder Geschäftskreditkartennutzern soll dank Yokoy eine ganze Vollzeitstelle einsparen.

«Am Anfang war es schwierig, Investoren von unserer Idee zu überzeugen, da das Digitalisieren von Spesen nichts Neues ist», so Philipp Sahli. «Die Automatisierung der Spesen- und Firmenkartenprozesse hat bisher aber noch niemand gelöst. Wir fingen mit dem Bau eines Prototyps unserer Technologie an. Schnell hatten wir einige kleinere Firmen mit im Boot, welche die Mühseligkeiten mit Spesen aus erster Hand kannten und auf der verzweifelten Suche nach einem Produkt waren, das Abhilfe verschaffen würde. Diese Firmen testeten unsere Prototypen, gaben Inputs und Verbesserungsvorschläge, vor allem aber auch die Zusicherung, dass sie unser Produkt kaufen würden sobald es auf dem Markt ist.» Mit dieser Zusicherung ging das Start-up dann mögliche Investoren an. Bei der Suche nach Kunden setzt Yokoy derweil auf mittlere und grössere KMU. «Die meisten sind momentan noch aus der Schweiz, mittlerweile bedienen wir aber auch die ersten Kunden aus dem DACH-Raum», erläutert Sahli.
 
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