HPE und Digitalswitzerland wollen Schweizer Rechenzentren dekarbonisieren

HPE und Digitalswitzerland wollen Schweizer Rechenzentren dekarbonisieren

(Quelle: HPE)
26. Januar 2020 -  Eine von HPE und dem Industrieverband Digitalswitzerland lancierte Allianz hat ein Label für energieeffiziente Rechenzentren vorgestellt. Diese sollen dekarbonisiert werden und weniger Strom verbrauchen.
Nachdem Microsoft vor einer Woche seine Klima-Initiative vorgestellt hat ("Swiss IT Magazine" berichtete), hat jetzt auch HPE zusammen mit dem Industrieverband Digitalswitzerland eine Initiative lanciert, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Schweizer Rechenzentren zu dekarbonisieren und deren Stromverbrauch zu senken. Die Allianz hat hierfür das "Swiss Data Center Efficiency Label" vorgestellt, mit dem Rechenzentren und deren IT-Infrastruktur für herausragende Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit ausgezeichnet werden. Dazu wurde der Verband Swiss Datacenter Efficiency Association (SDEA) gegründet, der für die Vergabe des Labels und die vorangehenden Prüfungen zuständig ist. SDEA-Gründungsmitglieder sind die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne, Green IT Switzerland, HPE, die Hochschule Luzern, die Swiss Data Center Association sowie der Telco-Verband ASUT. Schliesslich wird die Initiative vom Bundesamt für Energie im Rahmen des Programms Swissenergy gefördert.

Wie die Protagonisten mitteilen, haben bereits zehn Pilotanwender neue Technologien und Verfahren zur Steigerung ihrer Energieeffizienz eingeführt, um die Kriterien des neuen Labels erfüllen zu können. Dabei sollen bis zu 70 Prozent des Stroms eingespart worden sein und fünf der Anwender sollen bereits vollständig CO2-neutral erzeugten Strom beziehen. Wie es weiter heisst, will man das Label nicht nur schweizweit einführen sondern auch auf europäischer und globaler Ebene etablieren. (rd)
Weitere Artikel zum Thema
 • Microsoft will bis 2030 CO2-negativ werden
 • Cloud-Anbieter setzen auf Vor-Ort-Services und Colocation-Rechenzentren

Vorherige News
 
Nächste News

Kommentare

Freitag, 31. Januar 2020 Heinrich A. Bieler
Die Idee mag auf den ersten Blick positiv stimmen und liegt im Trend der Zeit. Eine nähere Betrachtung lässt jedoch Zweifel aufkommen: - Label, die weltweit anerkannt sein wollen, benötigen eine breit abgestützte Trägerschaft - den Label-Dschungel zu erweitern bringt in der Wirkung meist wenig - wer gut ist lässt sich mit dem Label schmücken, wer weniger gut ist, findet ein anderes Label, um die Kunden zu beruhigen (vgl. Thunfisch-Büchsen etc.) - es gibt bereits internationale Standards, an denen man sich messen kann und die eine fortlaufende Verbesserung beinhalten (ISO 50001, in der Schweiz wenig populär, weil damit keine staatlichen Vergünstigungen verbunden sind) ISO 50001 ist international anerkannt und wird laufend weiterentwickelt. Damit verbunden sind Guidelines (ISO 50002, ISO 50004), als Hilfe zur Umsetzung und Anleitungen zur Messung (ISO 50006, ISO 50015). Die Umsetzung der Anforderungen von ISO 50001 erfolgt organisationsspezifisch und ist als Prozess zu verstehen. Die Ziele orientieren sich an der Wirkung … und das ist wohl das Einzige was wirklich zählt.

Montag, 27. Januar 2020 Hans Halstrick
Da gibt es eine internationale Norm: ISO 50001:2018 – Energy Management System Warum wieder so ein helvetischer Alleingang mit irgendeinem schön designten Label, dessen Kriterien der Verbrauchen eh nicht kennt? Vertrauenswürdiger ist ein durch eine akkreditierte Zertifizierungsgesellschaft verliehenes Zertifikat, das internationale Anerkennung geniesst und das speziell unter der global climate change agenda, die im Fokus der Weltöffentlichkeit steht.

Neuen Kommentar erfassen

Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.
Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
Antwort
Name
E-Mail
NEWSLETTER ABONNIEREN
Abonnieren Sie unseren täglichen Newsletter mit den wichtigsten ICT-Meldungen
SWISS IT MAGAZINE - AUSGABE 2020/01
Schwerpunkt:
• Software-Entwicklung in der Schweiz
• Marktübersicht: Schritt für Schritt zur Individualsoftware
• Nearshoring-Varianten nahtlos anpassen
• So wird bei Abacus und Opacc gearbeitet
• Progressive Web Apps vs. native Apps
Zum Inhaltsverzeichnis
SPONSOREN & PARTNER