Die wichtigsten IT-Sicherheitstrends für 2020

Die wichtigsten IT-Sicherheitstrends für 2020

Die wichtigsten IT-Sicherheitstrends für 2020

(Quelle: Proofpoint)
28. Oktober 2019 -  Aus den Sicherheitsentwicklungen der letzten Jahre lassen sich Rückschlüsse darüber ziehen, was in den nächsten zwölf Monaten in der Cybersicherheit wahrscheinlich passieren wird, so ist zumindest Check Point überzeugt und präsentiert die wichtigsten IT-Sicherheits-Trends, die das Unternehmen für 2020 erwartet.
Check Point Schweiz und Österreich Country Managerin Sonja Meindl zieht Rückschlüsse aus den Sicherheitsentwicklungen der letzten Jahre und verrät, was in den nächsten zwölf Monaten in der Cybersicherheit voraussichtlich passieren wird.

Gezielte Ransomware – 2019 wurden Ransomware-Angriffe gezielt gegen Unternehmen, lokale Behörden und Gesundheitseinrichtungen eingesetzt. Angreifer verbringen viel Zeit damit, Informationen über ihre Opfer zu sammeln, um sicherzustellen, dass sie für maximale Schäden sorgen können. Die Höhe der verlangten Lösegelder wird entsprechend nach oben getrieben. Die Angriffe seien so wirksam geworden, dass sogar das FBI seine Haltung zur Zahlung von Lösegeldern gemildert hat: Die Behörde erkenne nun an, dass in einigen Fällen die betroffenen Unternehmen die Bezahlung in Betracht ziehen müssen, um Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden zu schützen.

Phishing-Angriffe gehen über E-Mail-Verkehr hinaus – Während E-Mail der Angriffsvektor Nummer eins bleibt, werden Cyberkriminelle künftig auch eine Vielzahl anderer Methoden verwenden, um persönliche Daten, Anmeldeinformationen oder sogar Geld von ihren Opfern zu stehlen. Phishing umfasse zudem zunehmend SMS-Angriffe auf Mobiltelefone oder die Nutzung von Messenger-Lösungen auf Social-Media- und Spieleplattformen.

Mobile Malware-Angriffe werden intensiviert – Im ersten Halbjahr 2019 stiegen die Angriffe von Mobile Banking Malware im Vergleich zu 2018 um 50 Prozent, so Meindl. Solche Malware könne Zahlungsdaten, Zugriffsinformationen und Gelder von den Bankkonten der Opfer stehlen. Neue Versionen seien im Dark Net sogar für die Verbreitung durch jedermann verfügbar, der bereit ist, die Entwickler der Malware zu bezahlen – ähnlich einem Franchising-Verfahren. Phishing-Angriffe würden zudem auch ausgefeilter, effektiver und locken mobile Nutzer dazu, auf bösartige Weblinks zu klicken.
Der Aufstieg der Cyber-Versicherung – Mehr Cyber-Versicherungen werden von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen abgeschlossen. Die Versicherungsgesellschaften werden ihre Versicherungsnehmer weiterhin zur Zahlung von Lösegeldern anleiten, ist Check Point überzeugt, da dies billiger sein könne als die Kosten für die Wiederherstellung der Systeme nach einem Angriff. Dies kann aber wiederum zu mehr Angriffen einerseits und schnellem Wachstum der Cyber-Versicherungs-Branche andererseits führen.

Mehr IoT-Geräte bringen mehr Risiken – Mit dem Ausbau von 5G-Netzwerken werde sich der Einsatz von IoT-Geräten drastisch beschleunigen, doch gleichzeitig steigt damit auch die Anfälligkeit von Netzwerken für grossflächige, multi-vektor-Cyber-Angriffe der Gen V massiv. IoT-Geräte und ihre Verbindungen zu Rechenzentren und Clouds seien nach wie vor ein Schwachpunkt in der Sicherheit: Es sei schwierig, einen Überblick aller verbundenen Geräte zu bekommen. Ausserdem sei ihre Absicherung sehr komplex gestaltet. Alle Firmen müssten daher einen ganzheitlicheren Ansatz für die IoT-Sicherheit entwickeln, der traditionelle und moderne Kontrollen kombiniert. Nur dann können diese ständig wachsenden Netzwerke in allen Branchen und Geschäftsbereichen geschützt werden.

Mehr personenbezogene Daten wegen 5G – Die Bandbreiten, die 5G ermöglicht, werden eine Explosion an verbundenen Geräten und Sensoren auslösen. Sogenannte Ehealth-Anwendungen sammeln Daten über das Wohlbefinden der Benutzer, vernetzte Autodienste überwachen die Bewegungen der Anwender. Smart City-Programme sammeln ausserdem Informationen darüber, wie Bürger leben. Dieses ständig wachsende Volumen an personenbezogenen Daten muss vor Verletzungen und Diebstahl geschützt werden.

KI wird die Sicherheitsreaktionen beschleunigen – Die meisten Sicherheitslösungen basieren auf Erkennungsmodellen, gestaltet nach menschlicher Logik. Um sie für die neuesten Bedrohungen bereit zu machen und auf dem neuesten Stand der Technologien und Geräte zu halten, braucht es, so Meindl, künstliche Intelligenz (KI). Die KI beschleunige die Identifizierung neuer Bedrohungen und deren Reaktion darauf drastisch. Ausserdem helfe sie, Angriffe zu blockieren, bevor diese sich ausbreiten können. Cyberkriminelle würden jedoch auch damit beginnen, die gleichen Techniken zu nutzen, um Netzwerke effektiv auf Schwachstellen zu durchsuchen und passende Malware zu entwickeln.

Sicherheitslösungen mit der Geschwindigkeit von DevOps-Teams – Unternehmen würden bereits heute einen Grossteil ihrer Workloads in der Cloud ausführen, aber der Kenntnisstand über die Absicherung der Cloud sei gering. Das Prinzip der geteilten Verantwortung ist noch nicht voll ins Bewusstsein der Verantwortlichen gelangt, so Check Point. Sicherheitslösungen müssten sich deshalb zu neuen, flexiblen, Cloud-basierten Architekturen weiterentwickeln, die skalierbaren Schutz mit der Geschwindigkeit von DevOps-Teams bieten.

Unternehmen überdenken ihren Cloud-Ansatz – Wegen der zunehmenden Abhängigkeit von Public Cloud-Infrastrukturen seien gerade Unternehmen dem Risiko von Ausfällen ausgesetzt. Als Beispiel nennt Check Point die Betriebsstörung der Google Cloud im März 2019. Unternehmen werden sich ihre bestehenden Rechenzentrums- und Cloud-Konzepte deshalb genau ansehen und hybride Umgebungen aus privaten und öffentlichen Clouds sowie Rechenzentren in Betracht ziehen müssen. (swe)
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