"Unbedingt den Frauenanteil erhöhen"

"Unbedingt den Frauenanteil erhöhen"

Artikel erschienen in IT Magazine 2019/04
Seite 1
30. März 2019 -  Noser Engineering ist sehr aktiv in der Aus- und Weiterbildung von IT-Fachkräften. CEO Geri Moll erklärt, warum das Thema für das Unternehmen so wichtig ist und warum man für Google Lehrlinge ausbildet.
'Unbedingt den Frauenanteil erhöhen'
"Ich habe kein Verständnis dafür, dass nicht in die Weiterbildung der Mitarbeiter investiert wird, weil man ein kleines Unternehmen ist." Geri Moll, CEO, Noser Engineering (Quelle: Noser Engineering)
"Swiss IT Magazine": Wie stark beschäftigt Noser Engineering das Thema Fachkräftemangel auf einer Skala von 1 bis 10?
Geri Moll: Zwischen 6 und 9 – je nach Standort. Am Standort Winterthur, unserem Stammhaus, finden wir die benötigten Fachkräfte relativ gut. Unser Name ist in der Region bekannt und etabliert, das Einzugsgebiet mit dem ganzen Nordost­raum sowie mit Zürich gross. Auf dem Platz Bern hingegen ist es enorm schwierig, gute Fachkräfte zu finden, und auch in Luzern ist es nicht viel einfacher.

Das hängt womit zusammen?
Sicher mit der erwähnten Bekanntheit. Hinzu kommt, dass sich im Grossraum Zürich mit der ETH, der Uni und den Fachhochschulen in Olten, Rapperswil und Zürich auch mehr Spezialisten finden, wie wir sie suchen. In Bern gibt es weniger Schulen mit Fokus auf IT, und es gibt eine Handvoll grosse Firmen wie Swisscom und die SBB, die die wenigen vorhandenen Talente absorbieren.

Noser ist im Bereich Aus- und Weiterbildung selbst sehr aktiv. Warum ist das Thema für Noser Engineering so wichtig?
Es gibt einen Spruch oder Witz, wenn man will, der das Ganze sehr schön illustriert: Der Finanzverantwortliche und der Linienvorgesetzte sprechen über Weiterbildung. Sagt der Finanzverantwortliche: 'Wir investieren so viel in Weiterbildung unseres Mitarbeiters, und nun stell dir vor, er geht.' Worauf der Linienvorgesetzte antwortet: 'Ja schon, aber stell dir vor, wir investieren nichts, und er bleibt.' Im Wesentlichen geht es um zwei Dinge: Zum einen wollen wir uns über die Weiterbildungsmöglichkeiten als attraktiven Arbeitgeber positionieren. Und zum anderen ist es für unsere Projekte und unsere Kunden unabdingbar, dass wir immer auf dem neuesten Stand und top ausgebildet sind. Denn wir positionieren uns als Fachleute, und Fachleute hat man nur dann, wenn man sie permanent weiterbildet.
Nicht ganz einfach dürfte die Frage sein, in welche Richtung man die Mitarbeiter weiterbildet.
Das ist tatsächlich so. Es braucht einen Radar dafür, in welche Richtung, welche Technologien, Methoden und Sozialkompetenzen man schulen will und wie viele Mitarbeiter in welche Richtung weitergebildet werden. Unsere verschiedenen Kompetenzzentren haben die Aufgabe, einen Technologieradar zu unterhalten – sprich einen Teil ihrer Zeit für die Beobachtung des Marktes aufzuwenden und sich mit dem Verkauf auszutauschen, um herauszufinden, wohin die Entwicklung geht. Basierend darauf entscheiden wir, wo wir mit wie vielen Personen Schulung betreiben und wo wir noch keine und nur kleine Investitionen in die Weiterbildung tätigen. Diese Entscheidungen sind aber nicht immer einfach.

Können Sie nachvollziehen, wenn insbesondere ein kleineres Unternehmen aufgrund laufender Projekte oder der hohen Arbeitsbelastung keine Möglichkeit hat, die eigenen Mitarbeiter weiterzubilden?
Den Gedanken kann ich nachvollziehen. Aber ich habe kein Verständnis dafür, dass nicht in die Weiterbildung der Mitarbeiter investiert wird, weil man ein kleines Unternehmen ist. Die Entscheidung, Mitarbeiter zu fördern, darf nicht mit der Firmengrösse zusammenhängen. Auch wir müssen unsere Mitarbeiter aus Projekten nehmen, um sie weiterzubilden. Entsprechend budgetieren wir das fix in der Auslastungs- und Jahresplanung und definieren von Beginn weg eine Anzahl Tage, die nicht umsatzrelevant sind, weil die Mitarbeiter sich weiterbilden. Das muss ein Kleinbetrieb genau gleich machen, ich sehe keinen Grund, warum ein kleines Unternehmen das vernachlässigen sollte.
 
Seite 1 von 3
Nächste Seite

Neuen Kommentar erfassen

Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.
Anti-Spam-Frage Vor wem mussten die sieben Geisslein aufpassen?
Antwort
Name
E-Mail
NEWSLETTER ABONNIEREN
Abonnieren Sie unseren täglichen Newsletter mit den wichtigsten ICT-Meldungen
SWISS IT MAGAZINE - AUSGABE 2019/09
Schwerpunkt: Herausforderung Datenmigration
• Datenmigration: Ein strategisches Projekt
• Erfolgreiche Datenmigration: So geht’s
• Marktübersicht: Partner für die Datenfracht
• Aus zwei mach eins
• Die Altdaten bei Migrationen in den Griff bekommen
Zum Inhaltsverzeichnis
SPONSOREN & PARTNER