Umfragenanalyse mit Codit.co

Start-up Codit.co
Umfragenanalyse mit Codit.co

Umfragenanalyse mit Codit.co

(Quelle: Caplena)
Artikel erschienen in IT Magazine 2018/11
Seite 1
3. November 2018 -  Das Zürcher Start-up Codit.co ist ein Projekt zweier ETH-Absolventen, die mit ihrer Machine-Learning-Lösung die Analyse und Verarbeitung offener Textantworten in Umfragen effizienter gestalten wollen.
Maurice Gonzenbach und Pascal de Buren sind die Inhaber von Caplena mit Sitz in Zürich. Die beiden Endzwanziger sind Abgänger der Eidgenössischen Technischen Hochschule und kennen sich bestens aus mit grossen Datenmengen und Machine Learning. Gemeinsam arbeiten sie in einem Coworking-Space in der ehemaligen Tennishalle des Hotel Bellerive an der Zürcher Kreuzstrasse an ihren Projekten. Ihr jüngster Spross heisst Codit.co und ist eine Plattform, die darauf spezialisiert ist, offene Textantworten in Umfragen automatisch zu analysieren und die Inhalte zu kategorisieren und zu quantifizieren.

Gonzenbach, der einen Abschluss in Computational Sciences und Engineering besitzt, und de Buren, der ein Studium in Interdisciplinary Sciences absolviert hat, haben sich während der Arbeit für die studentische Unternehmung ETH Juniors kennengelernt. Hier kam die Idee auf, gemeinsam etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. "Als wir fast gleichzeitig mit dem Studium fertig wurden, haben wir angefangen, uns zu überlegen, was wir zusammen entwickeln könnten", so Maurice Gonzenbach. Und Pascal de Buren ergänzt: "Maurice hatte für seine Masterarbeit eine Technologie auf der Basis von Machine Learning entwickelt, mit deren Hilfe man Sentiment-Analysen durchführen kann. Wir hatten also eine Cutting-Edge-­Technologie, aber noch keine Anwendung dafür. Wir wussten aber, dass diese etwas mit künstlicher Intelligenz und mit Text zu tun haben musste." Auch de Buren hatte bereits Erfahrung mit Machine Learning, hauptsächlich auf dem Gebiet der Chemie und der Physik.

Auf der Suche nach der zündenden Idee

Die beiden ETH-Absolventen begannen, verschiedene Geschäftsideen auszuprobieren, jedoch seien diese nicht zielführend gewesen, so Gonzenbach: "Wir waren in dieser Zeit aber viel unterwegs und haben Konferenzen besucht, um unsere Use Cases zu präsentieren. An einer solchen Konferenz in Berlin kamen nach unserem Vortrag zwei Marktforschungsunternehmen auf uns zu und erklärten uns, dass die Verarbeitung offener Textantworten in ihren Umfragen zu aufwendig sei, und dass sie auf der Suche nach einer Lösung dafür seien." Die beiden Entwickler erhielten daraufhin Daten von den interessierten Unternehmen und begannen, damit zu experimentieren. "Weil unser Ansatz gut funktionierte, haben wir entschieden, dass es sich lohnen könnte, daraus ein Produkt zu entwickeln. So ist unsere Geschäftsidee entstanden", erzählt Maurice Gonzenbach.

Ihre Reisen und die Entwicklung der Prototypen haben die zwei Unternehmer zunächst aus den eigenen Ersparnissen finanziert, aber auch durch Nebenprojekte. "Wir haben unter anderem eine Bilderkennungslösung entwickelt, die Schäden an Fahrzeugen erkennen und klassifizieren kann", erklärt de Buren. Die Software sei in der Lage, sowohl das betroffene Bauteil als auch die Art des Schadens zu erkennen sowie die Schadenssumme zu beziffern. Wie Maurice Gonzenbach betont, sei das Ziel jedoch, sich mittelfristig gänzlich auf Codit.co konzentrieren zu können, aber das werde noch eine gewisse Zeit dauern: "Wir überlegen uns zwar laufend, ob es sich lohnen würde, Investoren an Bord zu holen, aber wir wollen zuerst unsere Lösung weiter verfeinern und unsere Marktnische noch besser verstehen. Ausserdem ist uns auch bewusst, dass wir durch den Einfluss von Investoren einen Teil unserer Unabhängigkeit aufgeben müssten, weshalb ein solcher Schritt zumindest in den nächsten Monaten nicht auf unserer Agenda steht."
 
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