Ein Quantensprüngchen

iPhone XS
Ein Quantensprüngchen

Ein Quantensprüngchen

(Quelle: SITM)
Artikel erschienen in IT Magazine 2018/10
Seite 1
29. September 2018 -  Vom iPhone 8 zum neuen iPhone XS: ein lohnendes Upgrade.
Das Problem eines jeden iPhone-Tests der letzten Jahre: Die Verbesserungen lagen oft im Detail, mussten mit der Lupe gesucht werden, und eine Kaufempfehlung war immer schwierig abzugeben, stellte sich doch die Frage, ob sich der relativ hohe Preis für die eher marginalen Verbesserungen denn auch rechtfertigt. Für diesen Test nun haben wir vom "normalen", sprich kleinen iPhone 8 zum iPhone XS migriert. Wir haben damit nicht wirklich eine Generation, allerdings eine wichtige Zwischenstufe der iPhone-Evolution ausgelassen, das iPhone X, das Apple vor Jahresfrist zusammen mit dem iPhone 8 vorgestellt hat und schon damals erklärte, damit den Weg zu zeigen, den das iPhone künftig gehen wird. Apple hat Wort gehalten – das iPhone X ist Modell gestanden für die neue iPhone-Generation, die aus dem iPhone XS, dem iPhone XS Max und dem iPhone XR besteht – zu Letzteren beiden mehr im Kasten.

Bevor wir mit unseren Testerfahrungen zum iPhone XS beginnen, ein paar Worte zum iPhone X, dem Wegbereiter der aktuellsten Generation. Dieses unterscheidet sich laut Drittberichten höchstens marginal von den neuen Geräten, man muss also schon ein ziemlicher Apple-Fanboy sein, um sich als iPhone-X-Besitzer ein XS zuzulegen. Im Alltag tatsächlich spürbare Verbesserungen gibt es offenbar primär bei der Kamera und der Geschwindigkeit der Gesichtsentsperrung, ansonsten sollen die Verbesserungen vor allem auf dem Datenblatt stattgefunden haben, so zumindest der Tenor der Plattformen, die beide optisch identischen Telefone verglichen haben.

Bedingt dadurch, dass wir quasi eine Halbgeneration – eben das iPhone X – ausgelassen haben, ist der Wechsel aufs neue iPhone schon fast ein Quantensprung – ein Quantensprüngchen sozusagen.

Im Dunkeln ist gut Entsperren

Die Unterschiede beginnen bei der Bauweise und mit dem praktisch flächendeckenden Display, dank dem die Displaygrösse von 4,7 auf 5,8 Zoll wächst, ohne dass das Telefon selbst merklich grösser wird. Und sie setzen sich fort beim ersten Einschalten: Die Darstellung des OLED-Displays eines iPhone XS ist merklich besser als diejenige des (durchaus guten) LCD des iPhone 8, das im Direktvergleich fast schon etwas milchig wirkt. Ein wesentlicher Unterschied ist auch der fehlende Home-Button, der durch Wischgesten ersetzt wird. Aller Skepsis zum Trotz gelingt diese Umstellung erstaunlich schnell und geht intuitiv von der Hand.

Mit dem Verschwinden des Home-Buttons verzichtet Apple auch auf den Fingerprint-Scanner – verbaut diesen also im Gegensatz zu Android-Mitbewerbern nicht auf der Rückseite. Stattdessen wurde eine Gesichtserkennung integriert, die sich gewaschen hat – sie ist beim iPhone XS blitzschnell, so dass man praktisch nicht mehr merkt, dass das Telefon überhaupt mal gesperrt war – und sie funktioniert im Gegensatz beispielsweise zur Gesichtsentsperrung beim Huawei P20 auch bei absoluter Dunkelheit – Infrarotlicht sei Dank. Prädikat: Top. Cool übrigens auch, dass die Gesichtserkennung für Apps, etwa für das Einsetzen von Passwörtern, benutzt werden kann. Einziges Gesichtserkennungs-Manko: Während man beim Fingerprint-Scanner mehrere Finger hinterlegen konnte – auch solche einer "fremden" Hand –, erkennt Face ID nur noch ein Gesicht. Wollen Partnerin oder Kinder also Fotos anschauen, muss man sein Gesicht hergeben oder seinen PIN-Code diktieren. Etwas schade ausserdem, dass Inhalte auch nach dem Entsperren erst nach einem Wisch nach oben angezeigt werden.
 
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