Blockchain und die dezentrale Zukunft

Blockchain und die dezentrale Zukunft

(Quelle: iStock Photo)
9. Juni 2018 - Von Jan Seffinga und Arno Pernthaler

Blockchain nennt sich die Technologie hinter digitalen Währungssystemen wie Bitcoin. Darüber hinaus kann sie ganze Industrien, Unternehmen und öffentliche Verwaltungen so revolutionieren, wie es bisher nur infolge der rasanten Entwicklung des Internets in den 90er-Jahren möglich war.
Artikel erschienen in IT Magazine 2018/06
"Bitcoin ist ein Betrug", war die Bemerkung des JPMorgan-Chase-Geschäftsführers Jamie Dimon im September vergangenen Jahres. Beginn dieses Jahres hat er sich schliesslich gezwungen gesehen, seine kontrovers diskutierte Aussage zu korrigieren. "Ich bereue meine Kritik an Bitcoin", so Dimon letzthin und hob gleichzeitig das bedeutsame Potential der Blockchain-Technologie hervor. Besagte Technologie stellt die Basis für Kryptowährungen dar und kann Daten und Programme sicherer machen, indem sie diese dezentralisiert anlegt. Spätestens jetzt sind sich die Experten einig, dass sich die Blockchain als "Internet der Werte" (engl. "Internet of Value") mit dem globalen Durchbruch des "Internets der Information" (engl. "Internet of Information"), wie man es in den letzten zwanzig Jahren miterleben durfte, gut vergleichen lässt.

An der Blockchain-Technologie kommt künftig keine Organisation mehr vorbei, die den technologischen Wandel der kommenden Jahre in ihrem Ökosystem als Vorreiter meistern will. Die 2008 initiierte dezentrale Open-Source-Technologie ermöglicht Peer-to-Peer-Transaktionen, also ohne Mittelsmann wie eine Bank oder Zahlungsinstitutionen wie Paypal oder Apple Pay, beispielsweise im Zusammenhang mit Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether. Aufgrund des Echtheitsnachweises in einer Blockchain und der gesicherten Rückverfolgbarkeit digitaler Veränderungen von Daten bringt diese mittlerweile immer mehr Anwendungen hervor, die weit über die Lancierung (Initial Coin Offering, ICO) und den Handel (Crypto Trading) mit einer Kryptowährung hinausgeht.

Ein weiterer Vorteil der Blockchain besteht darin, die Daten­existenz und -qualität bei allen involvierten Teilnehmern eines Ökosystems sicherstellen zu können. Eines der Hauptprobleme beim Datenmanagement ist die Nachweisbarkeit, die Übereinstimmung, die Struktur und das Format der Daten. Diese können nun einfach durch das intelligente Blockchain-Protokoll behoben werden, welches dafür sorgt, dass die Daten intakt und nicht manipulierbar sind. Positiver Nebeneffekt sind massgebliche Kosteneinsparungen, da Datenfehler, Redundanzen und zeitaufwendige Korrekturen reduziert werden.

Was die Blockchain ausmacht

Einfach dargestellt ist die Blockchain eine Datenbank. Was sie von einer gewöhnlichen Datenbank aber unterscheidet, ist die Art und Weise, wie sie angelegt ist und wie Daten gehandhabt werden. Eine herkömmliche Datenbank ist auf einem zentralen Server angelegt, den sein Administrator kontrolliert; die Datenbank selbst wird von einem Verwalter geführt. Die Benutzer der Datenbank haben keine andere Wahl als dieser zentralen Verwaltung dahingehend zu vertrauen, dass deren Inhalt weder von internen noch von externen Eindringlingen unterlaufen wird. Im Vergleich dazu läuft eine Blockchain nicht auf einem zentralen Server, sondern auf einem Netzwerk von Computern, wo jeder Teilnehmer, der auf den Inhalt der Blockchain zugreifen kann, eine vollständige und identische Kopie erhält.

Vertrauen zwischen den Teilnehmern ist auch ohne eine zentrale Verwaltung der Blockchain gewährleistet, da alle vergangenen Einträge durch eine kryptografische Verbindung weder manipuliert noch gelöscht werden können. Neue Einträge in die Blockchain oder Veränderungen derselben setzen voraus, dass sich die Mehrheit der Teilnehmer darüber einig ist. Der entscheidende Vorteil der Blockchain-Technologie liegt in der Tatsache, dass in der Wertschöpfungskette die Vermittler überflüssig werden, da die Transaktionen direkt laufen können.
 
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