Die Stärken der KMU bewahren

Die Stärken der KMU bewahren

Artikel erschienen in IT Magazine 2017/12
Seite 1
2. Dezember 2017 -  Von Frank Linde und Michael Reichl

Unternehmer beziehungsweise Eigentümer von KMU müssen ihre Personal- und Führungskonzepte überdenken, nicht zuletzt um auch den Erwartungen ihrer Mitarbeiter nachzukommen.
Eigentümergeführte kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben eine andere Kultur als Konzerne. Doch auch sie müssen ihre Führungskultur auf den Prüfstand stellen – unter anderem, weil sich ihre Mitarbeiter und deren Erwartung an Führung gewandelt haben.

Eigentümergeführte KMU haben meist folgende Stärken:
• Sie sind seit jeher kundenorientiert. Und als Nischenproduzenten/-anbieter sind sie es gewohnt, Service zu ­erbringen sowie kleine Serien zu produzieren.
• Sie waren nie vollständig "taylorisiert". Die Arbeitsteilung und Trennung von Hand- und Kopfarbeit waren in ihnen nie extrem ausgeprägt. Und:
• Die Mitarbeiter sind es gewohnt, mit Kollegen und Vorgesetzten unmittelbar zu kommunizieren und flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren.

Diesen Stärken stehen oft folgende Schwächen gegenüber:
• In vielen KMU fehlt eine systematische Organisation.
• Sie haben eine geringe Kompetenz in den Bereichen Organisations- und Personalentwicklung.
• Ihre Entwicklungsplanung erfolgt meist kurzfristig. Und:
• Die Personalentwicklung beschränkt sich häufig auf das Management.

Nur circa ein Drittel der KMU planen denn auch, wie Untersuchungen zeigen, ihre Weiterbildung. Und gar nur 15 Prozent stufen die Kompetenzentwicklung in ihrer Organisation selbst als "vorausschauend" ein.

Strategische Denke im Personalbereich fehlt

Weil die Weiterbildung weitgehend ad hoc erfolgt, haben viele KMU Defizite in allen Bereichen, die mit einer systematischen Personal- und Organisationsentwicklung zusammenhängen. Eine Ursache liegt im Fehlen von Spezialisten; eine weitere darin, dass viele der Personalleiter, die auch für die Weiterbildung zuständig sind, ein sehr breites Aufgabenfeld haben. Deshalb haben sie für ein konzeptionelles, strategisches Arbeiten kaum Zeit.

Dieses behalten sich in vielen KMU ohnehin meist die Eigentümer-Unternehmer vor. Sie betrachten das Beantworten der personalpolitischen Grundsatzfragen, wozu auch die Personalentwicklung und Entlohnung zählen, häufig als ihre originäre Aufgabe. Deshalb beschränkt sich die Kompetenz der Personaler oft auf operative Aufgaben.

Darum zeigen viele Personalleiter in KMU ein scheinbar widersprüchliches Verhalten. Sie betonen zwar die Notwendigkeit einer strategischen Personalarbeit, im Alltag sind sie aber primär mit der Personalauswahl und dem Personal-Controlling beschäftigt. Und mit dem Thema Weiterbildung befassen sie sich nur, wenn ein akutes Betriebsproblem wie zum Beispiel zu hohe Kosten oder unzureichende Qualität besteht.
 
Seite 1 von 4
Nächste Seite

Neuen Kommentar erfassen

Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.
Anti-Spam-Frage Aus welcher Stadt stammten die Bremer Stadtmusikanten?
Antwort
Name
E-Mail
NEWSLETTER ABONNIEREN
Abonnieren Sie unseren täglichen Newsletter mit den wichtigsten ICT-Meldungen
SWISS IT MAGAZINE - AUSGABE 2018/07
Schwerpunkt: Unified Communication
• Der Wunsch als Vater des Gedankens
• Viel Potential mobiler UC-Lösungen bleibt ungenutzt
• Digitale Assistenten für smarte Meetings
• Marktübersicht: Die Telefonanlage wird virtuell
• Unternehmens­kommunikation in Zeiten von All IP
Zum Inhaltsverzeichnis
SPONSOREN & PARTNER