Microsoft Hololens im Test: Wenn Realität und Fiktion verschmelzen

(Quelle: Microsoft)

Microsoft Hololens im Test: Wenn Realität und Fiktion verschmelzen

(Quelle: Microsoft)
1. Juni 2016 - Eine eigentlich erst in Nordamerika erhältliche Hololens hat es in die Schweiz geschafft und "Swiss IT Magazine" konnte die Mixed-Reality-Brille testen.
Im Juni 2009 sorgte Microsoft an der Spielemesse E3 mit dem Project Natal, das später als Kinect in den Verkauf kam, für grosses Aufsehen. Besitzern einer Xbox 360 wurde es damit erstmals möglich, Software alleine durch Körperbewegungen zu bedienen. Inzwischen versteht sich der Sensor auch mit Windows-Rechnern und man hört immer wieder von interessanten, neuen Einsatzszenarien.

So etwas wie die Weiterentwicklung von Kinect ist die Datenbrille Hololens, die von Microsoft im Januar 2015 erstmals präsentiert wurde und deren zugrundeliegende Technologie als die Zukunft der Computerinteraktion angesehen wird.
Seite Ende März liefert Microsoft erste Hololens-Brillen aus. Momentan kann die 3000 Dollar teure sogenannte Development Edition allerdings erst von Entwicklern aus den USA und Kanada bestellt und getestet werden. Entsprechend schwierig ist es für Interessierte aus Europa, an ein Gerät zu kommen und es auszuprobieren. Es gibt aber bereits Brillen, die es in die Schweiz geschafft haben. Gian Paolo Santopaolo, Software-Architekt beim Schweizer Softwarehersteller IBV und Microsoft Most Valuable Professional (MVP), ist es durch gute Kontakte in den USA beispielsweise gelungen, eine Hololens Development Edition in die Schweiz zu holen.

IBV hat sich die Brille angeschafft, um auszuloten, was damit alles möglich ist und möglich wird. Und man hat bereits ein konkretes Projekt: Die erst kürzlich fertig entwickelte Software Collaboration Hub, die auf kleinen und auf sehr grossen Multitouch-Geräten wie dem Surface Hub von Microsoft läuft, soll in Zukunft auch mit der Hololens funktionieren. Da es sich dabei um eine Windows 10 Universal App handelt, läuft sie auf der Brille wie alle anderen solchen Anwendungen im Prinzip eigentlich schon, allerdings ohne 3D-Attribute und damit nicht so, wie man sich das vorstellt. Dafür ist noch etwas Entwicklungsarbeit nötig.
(Quelle: Microsoft)
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(Quelle: IBV / SITM)
(Quelle: IBV / ITM)


Ganze Hardware und Akku stecken in Brille

Im Mai hatte "Swiss IT Magazine" in den Büros von IBV im zürcherischen Bonstetten die Gelegenheit, die Hololens von Microsoft an einem Nachmittag auf Herz und Nieren zu prüfen – in freier Wildbahn sozusagen und ganz ohne Aufseher aus Redmond, wie das bisher bei den meisten Demos der Fall war oder ist.

Bevor der Test starten konnte, gab es durch Microsoft MVP Santopaolo eine kurze Einführung. Dabei erklärte er die wichtigsten Gesten, die man zur Bedienung unbedingt kennen muss. Mit einer "Bloom" genannten Geste, für die man die Hand erst zusammenballt und dann direkt wieder öffnet, ruft man beispielsweise das Startmenü auf. Eine weitere wichtige Geste ist der "Air Click", den man mit dem Zeigefinger ausführt und der von der Bewegung und der Funktion her eigentlich nichts anderes ist als ein Klick auf die linke Maustaste – nur halt in die Luft, weil man keine Maus hat. Das wichtigste Navigationswerkzeug ist aber der Kopf. Mit den Bewegungen des Kopfs steuert man nämlich den Cursor und gibt die Richtung vor.

Santopaolo nahm uns dann auch noch die Angst vor Übelkeit oder Schwindel. Bei der Hololens handelt es sich nämlich um ein Mixed-Reality-System, bei dem die reale Welt um virtuelle Elemente erweitert wird. Man taucht also nicht in eine komplett virtuelle Welt ein wie bei Virtual-Reality-Systemen anderer Hersteller und kann sich jederzeit orientieren. Zudem muss man auch keine Angst haben, sich entweder an einem Pult das Bein oder an einer Wand den Kopf zu stossen, vielmehr baut Hololens diese Elemente sinnvoll mit in das Erlebnis ein, wie wir später erfahren durften.

Auch um Kabel, über die man stolpern oder an denen man sonst wie hängen bleiben könnte, muss man sich mit der Hololens nicht kümmern. Im Gegensatz zur Oculus Rift oder der HTC Vive hat Microsoft nämlich die komplette Hardware in die Brille gepackt, inklusive Akku. Man braucht damit keine Verbindung zu einem High-End-Rechner, der für die nötige Rechenleistung und den nötigen Saft sorgt.
Herzstück der Hololens ist die sogenannte Holographic Processing Unit (HPU), die es überhaupt erst möglich macht, all die Informationen, die die Datenbrille sammelt, in Echtzeit zu verarbeiten und Realität sowie Fiktion verschmelzen zu lassen.
 
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Kommentare

Mittwoch, 1. Juni 2016 SigismundRuestig
"Eine Life-App wacht über mein Leben. In Sicherheit soll ich mich wiegen. Macht mich gläsern fürs Gewinnstreben. Versicherungsprämien sind bald gestiegen...." Der Song "nur virtuell" bringt es auf den Punkt: http:/ / youtu.be/ WzvpF6JR1cE Viel Spaß beim Zuhören und: lasst Euch die Realität nicht vermiesen!

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