Alles wird mobil: Goldgräber- oder Katerstimmung?

Alles wird mobil: Goldgräber- oder Katerstimmung?

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4. Oktober 2015 - Von Beni Hirt

Seit Apple 2008 den App Store und damit die Geburtsstunde aller Mobile Apps ausrief, hat sich viel getan. Zum Beispiel hat Google mit dem Play Store das Feld von hinten aufgerollt. Schweizer Unternehmen setzen nicht mehr gedankenlos auf das viel versprechende Pferd, sondern achten bei Apps auf den wirklichen Nutzen für Kunden oder Mitarbeitende. Und der Wettbewerb sowie der Preisdruck bei den App-Entwicklern steigt trotz steigender Nachfrage. Der nachfolgende Artikel bietet einen Überblick darüber, wie die App Economy die Wirtschaft wirklich erfasst.
Artikel erschienen in IT Magazine 2015/10
Das Portemonnaie oder den Schlüssel zu Hause zu vergessen, das war einmal, wird man wohl bald sagen. Ganz nach dem Motto: Smartphone dabei, alles dabei. Denn mit den Apps darauf gibt es für die meisten Probleme kleine Helfer, auch im Geschäftsumfeld. Mobile Apps – sprich: Software, entwickelt für mobile Geräte – sind Medium, Kanal und Instrument zugleich. Sie transportieren Informationen, lassen in Gruppen kommunizieren oder führen die Benutzer durch die (virtuelle und reale) Welt.
Geburtsstunde war 2008, Apple lancierte das iPhone. Und nutzte Erfahrungen und Infrastruktur des anfangs Jahrtausend gegründeten Musikdownload-Dienstes iTunes, um daraus einen App Store zu formen, eine Vermarktungs- und Vertriebsplattform, die Entwicklern ermöglicht, ihre Apps einem weltweiten Publikum bereit zu stellen. Apples Grösse verhalf den Entwicklern zu raschem Erfolg, was wiederum mehr Entwickler anzog – die App Economy ward geboren.
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Android verdrängt iOS

Die anfängliche Dominanz von Apples Betriebssystem iOS, das auf iPhones und iPads läuft, wurde jedoch über die letzten Jahre durch Android gebrochen, das Betriebssystem des US-Internetgiganten Google. Dieser hat mit dem Play Store nachgezogen und das Feld von hinten aufgerollt. Mittlerweile haben sich gemäss dem Statistikportal «Statista» die globalen Marktanteile der Betriebssysteme markant zugunsten von Android verschoben: Im Jahr 2014 lief auf 82 Prozent der mobilen Geräte Android, iOS war noch auf 14 Prozent installiert. Der kleine Rest teilt sich auf Windows Phone, Blackberry OS und andere auf.
Apple verdient mit dem App Store trotzdem mit Abstand am meisten. Letztes Jahr waren es gemäss Mitteilungen der Anbieter 15 Milliarden Dollar Umsatz, 10 für die Entwickler und 5 für Apple. Zum Vergleich: Google machte mit seinem Play Store «nur» 4 Milliarden Dollar Umsatz und verdiente davon 30 Prozent, also 1,2 Milliarden Dollar. Ein Grund für diese Diskrepanz zwischen Marktanteil und Umsatz ist unter anderem die Kaufkraft der Benutzer – Android läuft meistens auf günstigeren Smartphones als iOS. Zudem muss bei Apple einmalig eine Kreditkarte hinterlegt werden für den Download von Apps – auch wenn sie gratis sind (man kann sie später wieder entfernen, was aber die wenigsten machen). Dies erhöht die Conversion Rate im App Store vermutlich markant.
 
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