Etablierte Zahlsysteme erhalten Konkurrenz

Etablierte Zahlsysteme erhalten Konkurrenz

(Quelle: istockphoto)
10. Mai 2015 - Von Urs Kipfer

Schweizer Kunden kaufen in Online-Shops am liebsten auf Rechnung. An zweiter Stelle folgen die Kredit- und Debit-Karten. Zunehmend bahnen sich aber auch neue Bezahlsysteme ihren Weg in den E-Commerce. Zu diesen zählen neben Paypal die Sofortzahlung oder aber die mobilen Bezahllösungen. Auf den folgenden Seiten soll daher ein Überblick über die verschiedenen Lösungen und deren Vor- wie auch Nachteile verschafft werden.
Artikel erschienen in IT Magazine 2015/05
Aus Sicht des Händlers ist der Bezahlvorgang einer der heikelsten Prozesse beim Online-Shopping. Es ist der Moment, in dem Interessenten zu Kunden werden. E-Shop-Betreiber setzen deshalb viel daran, den Anteil der Verkaufsabbrüche möglichst gering zu halten. Welche Massnahmen diesbezüglich konkret ergriffen werden können, wird ab Seite 38 beleuchtet. Einer der wesentlichsten Aspekte ist allerdings die Wahl der Zahlungsmittel.
Aus Sicht der Anbieter müssen Zahlungsmittel einige Voraussetzungen erfüllen. Die wichtigsten Eigenschaften sind zum einen der Verbreitungsgrad sowie die Kostengestaltung und zum anderen die Betrugssicherheit. Bezüglich der Verbreitung lassen sich wesentliche Unterschiede zwischen der Schweiz und anderen Ländern ausmachen. So ist die Kreditkarte in der Schweiz beispielsweise viel verbreiteter als in Deutschland.

Kauf auf Rechnung dominiert


Die beliebteste Zahlungsart ist bei der Schweizer Kundschaft aber nach wie vor die Rechnung. Diese hat den Vorteil, dass der Rechnungsversand auf Seiten der Händler in der Regel durch eine vorgängige Bonitätsprüfung abgesichert wird. Dafür ist die Rechnung aber meist auch etwas teurer als andere Zahlungs­arten. Weiter können Ablehnungen wegen schlechter Bonität die betroffenen Kunden verärgern. Um eine hohe Ablehnungsrate zu vermeiden, sollte deshalb ein Partner mit langjähriger Erfahrung und grosser Verbreitung im Schweizer Markt gewählt werden. Der Rechnungsversand kann bei Bedarf auch vollständig ausgelagert werden. Es gibt mittlerweile eine stattliche Zahl an Dienstleistern, die neben der Bonitätsprüfung auch den Rechnungsversand und das Inkasso mit Zahlungsgarantie für den Händler übernehmen. Eine nicht sonderlich beliebte Variante der Rechnung ist die Vorkasse. Diese setzt voraus, dass die Kundschaft den Händler kennt und ihm auch vertraut.
Nach der Rechnung kommt im Schweizer E-Commerce der zuvor erwähnten Kreditkarte die grösste Bedeutung zu. Hier haben sich vor allem Mastercard und Visa durchsetzen können, während bei den Debitkarten nebst der Postfinance Card in der Schweiz noch keine weiteren Zahlungsmittel verfügbar sind. Wegen Sicherheitsbedenken zögern aber viele Konsumenten, die Kreditkarte im Internet einzusetzen. Mit 3-D Secure wurde zwar ein Sicherheitsstandard eingeführt, der tatsächlich auch zu einem signifikanten Rückgang der Betrugsfälle geführt hat. Allerdings wurde dadurch auch der Bezahlprozess etwas umständlicher, was bisweilen zu vermehrten Kaufabbrüchen führt.
Postfinance bietet mit E-Finance neben der Debitkarte auch ein Online-Bank-Transfer-Portal, das vor allem für höhere Beträge genutzt wird. Das liegt daran, dass bei E-Finance die Transaktionsbeträge nur durch die Kontodeckung begrenzt sind, während bei der Postfinance Card – ähnlich wie bei Maestro – in der Regel ein Limit von 1000 Franken pro Tag gilt.
 
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