Versteckte Exporthürden für mehrsprachige Software

Versteckte Exporthürden für mehrsprachige Software

5. Oktober 2014 - Von Nataly Hüeblin

Beim Export entstehen Management-Aufwände, die leicht zu unterschätzen sind. Speziell bei sprachlichen und kulturellen Aspekten. Einige Tipps.
Artikel erschienen in IT Magazine 2014/10
Klare Text-Richtlinien sind wichtig für den internationalen Markt. (Quelle: Ernesto Pletsch)
Jeder Schweizer Hersteller, der seine Software exportiert, begegnet rechtlichen und organisatorischen Hürden. Zudem bestehen auch sprachliche und kulturelle Herausforderungen bei der Anpassung der Software an neue Märkte. Die korrekte Lokalisierung, d.h. Übersetzung und kulturelle Anpassung der Software, übernehmen meist Übersetzungsagenturen. Was unterschätzt wird, ist der Managementaufwand, der mit neuen Sprachversionen und besonders mit zunehmender Textmenge steigt. Diesen kann die Übersetzungsagentur nicht übernehmen, er bleibt beim Softwarehersteller hängen. Da wäre die technische Aufbereitung der Strings beim Export und Import, der Mehraufwand für nachträgliche Änderungen im Text, die nicht standardisierten und nicht automatisierten Arbeitsschritte und die Organisation fürs Testing der fremdsprachigen Versionen.
Der SLP: im Detail komplexer, als er aussieht (Quelle: z.V.g)
Klare Text-Richtlinien sind wichtig für den internationalen Markt. (Quelle: Ernesto Pletsch)

Ein strukturierter Softwarelokalisierungsprozess (SLP) kann diesen Aufwand reduzieren und bessere Resultate punkto Kosten und Qualität erzielen.
Die schwerwiegendsten Probleme, die ohne strukturierten Softwarelokalisierungsprozess entstehen können: verspätete Auslieferung der fremdsprachigen Versionen, hohe Übersetzungskosten, ungeplante Korrektur- und Supportkosten sowie Qualitätsprobleme, die nicht den Übersetzern zugeschrieben werden können. Softwarenutzer mögen bei schlecht übersetzten Texten zwar oft ein Auge zudrücken, trotzdem kann die Sprache in einer Software zu einem Usability- und somit zu einem Verkaufskiller werden.
 
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Kommentare

Freitag, 10. Oktober 2014 Roger Müller
Dieser Aspekt gilt auch für die Content-Erstellung und Pflege im e-Learning für Firmen, die ihr e-Learning mehrsprachig betreiben (müssen). Es ist nicht damit getan mit dem erstmaligen Uebersetzen der Instruktionen. Es folgen danach die Ergänzungen und Updates. Dazu braucht es klar formulierte Prozesse, wie dies die Autorin umsetzt.

Freitag, 10. Oktober 2014 Roberto Nespeca
Liebe Frau Hüeblin Kompliment, genau auf den Punkt gebracht! Am Ende des Tages geht es ja darum, im Entwicklungsprozess diejenigen Rollen zu unterstützen, die eigentlich nicht sprachliche Themen im Fokus haben. Oft ist es so, dass Business-Analysten, Entwickler und Tester gleich auch die sprachlichen Strings in der Quellsprache aus dem Business Case heraus isoliert und ohne sprachliche Fachunterstützung definieren oder erfassen. Der SLP-Prozess könnte hier ebenfalls unterstützend wirken, indem es gleich in ein globales Sprachenmanagement eingebettet wird. So können sprachliche Ressourcen zentral verwaltet, erarbeitet und effizient kontrolliert dezentral zur Verfügung gestellt werden (Stichworte: Terminologie-DB, Translation Memories, unternehmensweites Sprachkonzept, Übersetzungsbudget, etc.). Die Bündelung sprachlicher Prozesse in einem zentralen Sprachenmanagement in einem Unternehmen erlaubt es, die grossen Initialinvestitionen bei der Umstellung auf ein integriertes SLP-Modell zu rechtfertigen und alle entstehenden Synergien auf der ganzen Breite unternehmensweit abzuschöpfen, da Mehrsprachigkeit in international ausgerichteten Unternehmen nicht nur im Entwicklungsbereich ein Thema ist. Freundliche Grüsse, Roberto Nespeca

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