Warnung: MINT kann Ihr Wachstum gefährden!

Warnung: MINT kann Ihr Wachstum gefährden!

Artikel erschienen in IT Magazine 2014/10
Seite 1
5. Oktober 2014 -  Von Daniel Meierhans
Die Schweiz ist erfolgreich. Unter anderem auch darum, weil wir zwar nicht immer am schnellsten, aber wenn einmal, dann am konsequentesten auf veränderte Umstände reagieren. Kaum ein Land hat beispielsweise die Prozessorientierung bis in tiefere Ebenen hinunter umgesetzt. Selbst Kleinfirmen mit 20 Mitarbeitenden haben bei uns heute ein strukturiertes Qualitätsmanagement installiert.
Manchmal – und je länger der Wohlstand andauert, umso öfter – versetzen wir Schweizer uns aber leider auch mit der gleichen Ernsthaftigkeit und Konsequenz selber in Panik: Wir verlieren den Anschluss! Asien ist viel schneller und einsatzbereiter als wir. Die produzieren x Millionen Ingenieure pro Jahr – und Innovation ist doch unser Erfolgs­rezept!

MINT-Panik entgegen der Datenlage


Und darum spriessen denn auch in der gewissenhaften Schweiz seit einigen Jahren MINT-Initiativen aus dem Boden, wie die Pilze nach diesem verregneten Sommer. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (eben MINT) sind an unseren Schulen verkümmert, so der breite Konsens, in den Politiker und Wirtschaftsfunktionäre einstimmen. Wir müssten das formale Denken in unseren Lehrplänen aufrüsten, um nicht von den Chinesen verdrängt zu werden.
Was für ein Blödsinn! Erstens belegen Vergleichsstudien wie Pisa, dass die MINT-Leistungen der Schweizer Schüler bereits heute zu den besten weltweit gehören. Wenn es einen Nachholbedarf gibt, dann im Sprachbereich. Zweitens existiert kein Zusammenhang zwischen guten MINT-Leistungen der Schüler und dem wirtschaftlichen Erfolg eines Landes. Lang­fristige Vergleiche zeigen vielmehr, dass sich Länder mit durchschnittlichen MINT-Schulleistungen – zu denen seit jeher die USA zählen – tendenziell am besten entwickeln.
 
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