Glasfaser ist nicht gleich Glasfaser

Glasfaser ist nicht gleich Glasfaser

6. Juli 2014 - Von Roman Leiser

Seit einigen Jahren schiessen Rechenzentren in der Schweiz wie Pilze aus dem Boden. Die Anbindung ist dabei für viele Unternehmen eine grosse Herausforderung.
Artikel erschienen in IT Magazine 2014/07
Glasfasern werden in der Netzstruktur, wo sich auch Stromkabel befinden, verlegt. (Quelle: EWZ )
Erdbebensicher, brandsicher, klimatisiert, mit Notstromaggregaten versorgt, mit schnellen und sicheren Leitungen verbunden, videoüberwacht, vor Spionen oder gar Flugzeugangriffen geschützt müssen sie sein. Die Rede ist nicht etwa von Atomkraftwerken – die bestimmt ähnliche Sicherheitsvorkehrungen benötigen – sondern von Rechenzentren. Seit ein paar Jahren findet in der Schweiz ein regelrechter Datacenter-Boom statt. Dass ausgerechnet die Schweiz ein beliebter Ort ist für die hochmodernen Sicherheitskomplexe, in denen Daten aus aller Welt gespeichert werden, ist natürlich kein Zufall. Die stabile politische Situation, eine ausgezeichnete IT-Infrastruktur, das geringe Risiko von Naturgefahren und der hohe Datenschutz (mehr dazu auf den Seiten 32 bis ) zählen zu den wichtigsten Faktoren und werden oft als Vermarktungspunkte für den Standort Schweiz genutzt.

Datenmengen im Quadrat

Die globale Datenmenge steigt weiterhin rasant an. Sie verdoppelt sich ungefähr alle zwei Jahre. Das bedeutet, dass auch die Anforderungen an Datentransport- und Speicherkapazitäten in den letzten Jahren enorm gestiegen sind. Beide Trends sollen sich gemäss Experten fortsetzen. Ursache dieser Zunahme sind einerseits die Endanwender: Ob Zuhause oder unterwegs, die klassische Einwegkommunikation wie zum Beispiel beim TV-Konsum (Empfang von Informationen) wird ersetzt durch interaktive Anwendungen. Social-Media-Plattformen und Apps beispielsweise verlangen neu symmetrische Bandbreiten, unabhängig vom Device.
Andererseits steigen die Datenmengen auch auf Seite der Unternehmen ungebremst. Das Zauberwort hier heisst seit einiger Zeit Cloud Computing. Ergänzt wird es immer häufiger durch das komplette Outsourcing der IT und von Daten, was den Unternehmen zahlreiche Vorteile bringt. Werden die Software und Daten eines Unternehmens nämlich in einem externen Rechenzentrum untergebracht, liegt das Fachwissen bei Experten, und das Unternehmen kann sich auf sein eigentliches Kerngeschäft konzentrieren. Zudem können so Kapazitätsengpässe vermieden werden.
Nicht zuletzt spielen selbstverständlich auch die Kosten eine tragende Rolle. Bau und Betrieb einer redundanten und effizienten Server-Infrastruktur oder eines eigenen Datacenters sind nämlich mit enormen Kosten verbunden. Dabei darf man die Auslagen für Strom nicht unterschätzen, die hauptsächlich für die Kühlung der Server notwendig sind. Werden mehrere Unternehmen in einem Rechenzentrum untergebracht, können diese Betriebs­kosten aufgeteilt werden. So wird Technologie zu einer Dienstleistung.
 
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