Swisscom verabschiedet sich von analoger Festnetztelefonie

Swisscom verabschiedet sich von analoger Festnetztelefonie

18. März 2014 -  Bis Ende 2017 will Swisscom sämtliche Kunden von der analogen Festnetztelefonie auf eine IP-basierte Systemlandschaft überführen. Die Vivo-Casa-Angebote werden zu diesem Zweck ab sofort nur noch mit IP-basierter Festnetztelefonie angeboten. ISDN- und Impuls-Telefone werden künftig nicht mehr unterstützt.
Swisscom verabschiedet sich von analoger Festnetztelefonie
(Quelle: Swisscom)
Swisscom hat zur Pressekonferenz geladen, um seine Pläne für die Festnetztelefonie weiter auszuführen. Wie Urs Schaeppi, CEO von Swisscom, gegenüber der "Schweiz am Sonntag" bereits angekündigt hat, plant Swisscom nämlich den Umstieg von der herkömmlichen Festnetztechnologie auf eine IP-basierte Systemlandschaft. Man folge damit einem weltweiten Trend, wie Netz-Chef Heinz Herren (Bild) erklärt. Bereits heute basieren Herren zufolge abgesehen von der Telefonie alle Festnetzdienste des Telekom-Anbieters auf der IP-Technologie – so zum Beispiel das Fernsehen oder das Internet. Die Zusammenführung aller Dienste auf eine Plattform sei daher nötig, um den Weg für die Entwicklung weiterer Dienstleistungen zu ebnen. So könne man sich bei Swisscom gut vorstellen, dass man in Zukunft beispielsweise eine Nachricht auf dem TV erhält, wenn ein Anruf eingeht.


Daneben geht die Umstellung für Swisscom auch mit einer Reduktion der Prozesskosten einher, wie Herren erklärt. Denn Kunden müssen sich beispielsweise bei einem Umzug nicht mehr bei Swisscom melden, um ihre Leitungen neu schalten zu lassen, sondern brauchen hierfür lediglich ihren Router, der für die Nutzung des IP-basierten Sprachdienstes vorausgesetzt wird, in Betrieb zu nehmen. Zusätzlich können die Kunden über das Kundenzentrum Einstellungen wie beispielsweise die Blockierung gewisser Nummern selbst vornehmen.
Für die Kunden habe die Migration unter anderem den Vorteil, dass die Qualität der Telefonate verbessert wird. Hierzu muss jedoch neben dem Anrufer auch der Empfänger des Telefonats über ein Gerät verfügen, das die IP-Technologie unterstützt. Sicherheitsbedenken seien Herren zufolge unbegründet, da die Telefonate nicht wie bei anderen Diensten über das offene Internet abgewickelt werden, sondern im abgeschlossenen Netz von Swisscom.

Bis zum heutigen Zeitpunkt hat der Telco bereits 260'000 Kunden auf die neue IP-Systemarchitektur überführt. Bis Ende 2017 soll der Wechsel bei sämtlichen Kunden erfolgen. Zu diesem Zweck werden die Kombi-Angebote Vivo Casa mit ein bis fünf Sternen künftig nur noch mit IP-basierter Telefonie angeboten. Kunden, die einen Wechsel des Angebotes vornehmen, werden damit auch automatisch auf die neue IP-Systemarchitektur überführt. Sämtliche neuen Produkte, die Swisscom in nächster Zeit lancieren wird, werden mit der analogen Telefonie nicht genutzt werden können. Ausserdem verabschiedet sich Swisscom mit dem Wechsel zur IP-basierten Festnetztelefonie auch endgültig von ISDN- sowie Impuls-Telefonen, die künftig nicht mehr unterstützt werden. Die übrigen Geräte werden mithilfe des zuvor erwähnten Routers jedoch weiterhin funktionieren, heisst es.

Um die Umstellung so kundenfreundlich wie möglich zu gestalten, hat Swisscom seine Mitarbeitenden diesbezüglich speziell schulen lassen, so Herren. Er verspricht, dass der Telekom-Anbieter zudem Qualitätskontrollen durchführt, um eine kompetente Beratung zu gewährleisten. Auch sind die Wartungsverträge bis 2017 gesichert. (af)
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Kommentare

Mittwoch, 19. März 2014 Hans M.
Swisscom schiesst sich selber ab, dümmer geht's nimmer... Denke viele Kunden die Swisscom (noch) hat sind genau wegen den zuverlässigen Festnetzanschlüssen dabei. Wenn die Festnetzanschlüsse weg sind, sind auch diese Kunden weg. Im VOIP-Bereich gibt es bessere Anbieter.

Mittwoch, 19. März 2014 JR
Erwähnt sei auch, dass durch die Umstellung auf All-IP und auf Grund der Tatsache dass Swisscom die SIP Anmeldedaten NICHT rausgibt, wieder ein Geräte-Zwang entsteht (fast wie zu PTT Zeiten). All-IP SIP funktioniert bis anhin NUR mit Swisscom (Spielzeug)-Routern.

Mittwoch, 19. März 2014 Dani S.
Analog und ISDN Verbindungen werden von der Zentrale bzw. dem Verteiler mit Strom versorgt. Durch die Umstellung von Kupfer auf Glasfaser entfällt diese Stromversorgung aber zunehmend. D.h. ohne Fremdspeisung der DFÜ geht eh nix mehr.

Mittwoch, 19. März 2014 Adrian
@Dani: Lift Notfall Zentrale? Feuerwehr? Polizei? und diverse andere Notrufdienste... Sollen die auch alle über GSM laufen? Was ja auch sooo ausfallsicher ist und mit wenig Strom laufen kann ;) Für Privatanwender mag das noch so halb zutreffen, aber im Gesamtbild passt diese Ankündigung nicht.

Mittwoch, 19. März 2014 Dani S.
Ich kenne Menschen, die haben gar kein Festnetz-Anschluss mehr. Da läuft alles über Handy. Wieso regt sich die Schweiz also darüber auf?

Dienstag, 18. März 2014 Stefan
Ein wichtiger Faktor ist auch der Stromlos-Betrieb. Ein ISDN NT funktionierte noch mit einer Schnittstelle, aber wenn der DSL Router kein Strom hat ist kein Notruf mehr möglich!

Dienstag, 18. März 2014 Adrian
Natürlich ködert die Swisscom die Kunden mit attraktiven Angeboten (IP Station + 2 Geräte kostenlos anstelle 249.-) und vergisst dabei aber einen wichtigen Faktor: Stabilität! Wir hatten erst im Februar fast 6h Ausfall (Samstag Nachmittag bis 20:30) und das einzige was funktioniert hätte: Das Telefon. Fernsehen und Internet war weg. Wie wird also bei IP Telefonie die Ausfallsicherheit gewährleistet? Aktuell? Kaum bis gar nicht und ich zweifle daran, dass man sich darum kümmern wird (da hohe Kosten). Wie sieht es dann bei Feuerwehr und Co aus? Demnächst nur noch via Handy erreichbar und auch nur, solange das Internet geht? Oder werden die gesondert ein Netz bekommen?

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